Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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(STAT 2015a: 30) hat sich im Zuge der Debatte eine Dominanz der Dashboard-Ansätze 
herauskristallisiert. Diese Dominanz resultiert wesentlich aus der Annahme, dass solche 
Ansätze sowohl der Komplexität des Gegenstands als auch den Möglichkeiten 
statistischer Berichterstattung besser gerecht würden (vgl. etwa OECD 2011: 26). 
Programmatisch formuliert es eine deutsch-französische Studie aus dem Jahr 2010:  
„Die erste und bedeutendste Schlussfolgerung unserer Expertise ist die Ablehnung 
jedes Ansatzes, der die Messung des menschlichen Fortschritts mit nur einem einzigen 
Indikator vornehmen will. […] Obwohl ein solcher Indikator die Wirtschaftlichkeit 
betonen würde und leicht zu kommunizieren wäre, würde er kaum den 
Informationserfordernissen moderner demokratischer Gesellschaften gerecht. 
Stattdessen empfehlen wir, dass das umfassende Berichtswesen aus einem kompakten 
Indikatorensystem (,dashboard‘) bestehen sollte“ (SVR/CAE 2010: 1f./28). 
Dies soll im Folgenden konkretisiert werden, indem wir in groben Zügen – also ohne 
Anspruch auf Vollständigkeit – den Verlauf der Debatte seit den späten 2000er-Jahren 
rekonstruieren und dabei auf jene Etappen fokussieren, die für den Gegenstand der 
vorliegenden Studie von besonderer Relevanz sind. Konkret werden die auf internationaler 
Ebene (u.a. EU, OECD) entwickelten Projekte im Anschluss an die Empfehlungen der 
Commission on the Measurement of Economic Performance and Social Progress sowie 
deren Rezeption in Österreich dargelegt. Darüber soll die Grundlage für den empirischen 
Teil der Studie entwickelt werden, in dem die Frage nach den strategischen Möglichkeiten 
einer besseren institutionellen Verankerung alternativer Indikatoren bzw. eines damit 
verbundenen Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses im Zentrum steht. 
 
(3.1) Vom Stiglitz-Sen-Fitoussi-Report zu How’s Life? 
Die 2008 erfolgte Einsetzung der Commission on the Measurement of Economic 
Performance and Social Progress unter der Leitung von Joseph E. Stiglitz, Amartya Sen 
und Jean-Paul Fitoussi war, wie bereits ausgeführt wurde, von zentraler Bedeutung für 
den hier untersuchten Gegenstand. Wenngleich dieser keinen neuen Wohlstandsindex 
entwarf, intensivierte der 2009 präsentierte und unter dem Namen Stiglitz-Sen-Fitoussi-
Report bekannt gewordene Endbericht der Kommission doch die Debatten um eine 
Erneuerung des dominanten Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses und gab zentrale 
Impulse für ihren weiteren Verlauf (vgl. etwa Pesendorfer/Leitner 2010: 535; Diefenbacher 
et al. 2010: 30ff.). Das wird allein schon am Umstand ersichtlich, dass praktisch alle in den 
folgenden Jahren initiierten Projekte in diesem Bereich auf besagte Kommission und ihren
        

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