Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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verankern, sei es schließlich wichtig, etwas „an[zu]bieten, […] das anschlussfähig ist an 
das Derzeitige“ (Schuster INTV). Und nicht zuletzt gehe es darum, grundlegende Fragen 
hinter der Indikatorendebatte immer wieder zum Gegenstand öffentlicher Debatten zu 
machen: „Was ist eigentlich qualitatives Wachstum? Dass man dem stärker nachgeht […] 
und dass man zum Beispiel auch fragt, was erhöht den Lebensstandard und was nicht?“ 
(Schweighofer INTV) 
 
(4.2) Wissenschaftliche (Fach-)Öffentlichkeit 
 
(4.2.1) Allgemeine Einschätzung 
Was die Frage der Verankerung alternativer Kennziffern, eines damit verbundenen 
Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses bzw. einer darauf basierenden Wirtschafts- 
und Gesellschaftspolitik in der wissenschaftlichen (Fach-)Öffentlichkeit anbelangt, fällt die 
Einschätzung seitens der InterviewpartnerInnen weniger eindeutig aus, wobei zugleich 
auch weniger InterviewpartnerInnen Einschätzungen zu dieser Frage abgeben.  
Insgesamt dominiert dabei vor allem ,von außen‘ – das heißt aufseiten von Medien, Politik 
und Verwaltung46 – der Eindruck, dass die „Frage ,Alternativen zum BIP?‘ […] in der 
Fachwelt […] wichtiger“ (Krainer INTV) sei. Und auch ,von innen‘, also aufseiten der 
(angewandten) Wissenschaft, wird die Ansicht vertreten, dass die Problematisierung des 
BIP als alleinigem Indikator gesellschaftlichen Wohlstands und Fortschritts hier als 
Common Sense gelten könne (vgl. Schratzenstaller INTV). So meint etwa Karl Aiginger 
(INTV): „[W]enn Sie heute Studenten oder an der Universität fragen, ist das überhaupt 
keine Diskussion mehr, dass das BIP ersetzt werden soll durch Beyond GDP-Indikatoren.“ 
Weniger klar fällt die Einschätzung in Bezug auf die Frage nach der Bedeutung von 
Forschung und Lehre aus, die – darauf aufbauend – Ansätze in Richtung einer 
wohlstandsorientierten Politik entwickeln und vorantreiben. Insgesamt dominiert hier mit 
Blick auf die österreichischen Universitäten – von einzelnen Departments und Instituten 
abgesehen – eher ein skeptischer Eindruck (vgl. etwa Schratzenstaller INTV). Mit Blick auf 
außeruniversitäre Forschungsinstitute ist die Einschätzung im Allgemeinen positiver, wobei 
auch hier – etwa im Zusammenhang mit Verteilungsfragen – Schwachstellen ausgemacht 
                                                 
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 Weit skeptischer zeigt man sich diesbezüglich aufseiten von NGOs (vgl. Felber INTV; Pühringer INTV).
        

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