Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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blumigen Worten“ (ebd.) – auch zu vernachlässigen. In beinahe identischer Form 
beschreibt Norbert Feldhofer (INTV) die Situation: „Also so in der praktischen Welt ist das, 
glaube ich, noch nicht wirklich angekommen.“ (vgl. ähnlich Bernhofer INTV)55 Und auch für 
den Umweltbereich formuliert Martina Schuster (INTV) einen vergleichbaren Widerspruch: 
„Super Zahlen und Zeitreihen, sie sind Grundlage für wissenschaftliche Analysen, aber 
kaum einer nimmt sie als Grundlage für politische Entscheidungen“.56 
Auch aufseiten der Verbands- und NGO-VertreterInnen wird die Einschätzung weitgehend 
geteilt, dass von einer wirtschaftspolitischen Relevanz der Debatte „[b]is jetzt noch nicht 
wirklich“ (Muhm INTV) gesprochen werden könne bzw. dass Initiativen wie WGÖ? bislang 
„nicht […] einen maßgeblichen Einfluss auf die Politikgestaltung“ (Wallner INTV) haben.57 
Wenngleich man laut Dwora Stein (INTV) aus Berichten wie WGÖ? „sehr viele 
Anregungen […] beziehen kann“, gebe es bislang auch kaum einen politischen Akteur, der 
das Thema „ganz oben auf der Agenda hat und das vorantreiben würde“ (Stein INTV). 
Mehr noch sei – wie Judith Pühringer (INTV) mit Blick auf Beyond GDP meint – 
hinsichtlich der politischen Relevanz sogar eine rückläufige Tendenz zu konstatieren: „Wo 
ist sie verankert, wo zeigt sie Wirkung? Also ich habe nicht das Gefühl, dass es 
Auswirkungen gehabt hätte. […] Alles, was eben ein Stück weit beyond einer Mainstream-
Agenda passiert, ist für mein Empfinden in den letzten fünf Jahren wieder ganz stark in 
den Hintergrund gerückt“. 
 
(4.3.2) Problemformulierung 
Was die mangelhafte Verankerung der Debatte in der politisch-institutionellen 
                                                 
55
 Zugleich wird betont, dass bei tagespolitischen Entscheidungen „das Entscheidungsraster immer schon 
Beyond GDP war, ohne dass man irgendeinen Indikator dafür zu Rate gezogen hat […]: Die Politik hat 
nicht einen eindimensionalen Fokus“ (Bernhofer INTV). Entsprechend seien „diese Themen sowieso 
immer mitdiskutiert“ (Wallner INTV) worden. Mehr noch als für die Bundes- gelte dies für die regionale 
Ebene, wo Fragen der Lebensqualität stets von größerer Relevanz waren als solche des – in diesem Fall 
– Bruttoregionalprodukts (vgl. Himpele INTV; Waltner INTV). 
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 Wenngleich eine mittelbarer Einfluss über das Einwirken auf das politische Bewusstsein der 
EntscheidungsträgerInnen zum Teil gegeben sein mag, sei die Debatte um alternative Indikatoren hier 
insofern „irrelevant, weil sie sozusagen kein Faktor im politischen Entscheidungsprozess sind“ (Bernhofer 
INTV). Entsprechend gelte es immer wieder die Frage zu stellen: „Warum werden die Indikatoren, die wir 
haben, eigentlich nicht angewandt, und was sind die Hindernisse?“ (Schuster INTV) 
57
 Mit Verweis auf die konstatierte Wirkungslosigkeit der angesprochenen Projekte auf Ebene der Vereinten 
Nationen (z.B. Millennium bzw. Sustainable Development Goals) wird von manchen der interviewten 
NGO-VertreterInnen die politische Relevanz der Debatte zum Teil auch umfassender infrage gestellt. So 
meint etwa Alexandra Strickner (INTV), Koordinatorin der zivilgesellschaftlichen Allianz Wege aus der 
Krise: „[D]ie Frage [ist], wie hilfreich sind […] diese Indikatoren, wenn du halt damit nicht wirklich etwas 
voranbringen kannst?“
        

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