Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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(5) Schlussfolgerungen und Fazit 
Wie die für die vorliegende Studie durchgeführten Interviews verdeutlichen, ist die Debatte 
um alternative Fortschritts- und Wohlstandsindikatoren für die verschiedenen Stakeholder-
Gruppen von sehr unterschiedlicher Bedeutung. Wird besagte Debatte etwa aufseiten der 
interviewten WissenschafterInnen und VerwaltungsbeamtInnen stark rezipiert – was sich 
mitunter aus dem Umstand ihrer unmittelbaren beruflichen Konfrontation mit dem 
Gegenstand erklärt –, trifft dies beispielsweise aufseiten der VerbandsvertreterInnen und 
JournalistInnen nur teilweise und aufseiten der NGO-VertreterInnen und PolitikerInnen 
kaum zu. Besonders deutlich wird dies im Zusammenhang mit WGÖ?, wo sich nicht nur 
bei den letztgenannten Stakeholder-Gruppen durchwegs VertreterInnen fanden, denen 
das Projekt wenig bis gar nicht bekannt war (vgl. etwa Ortner INTV, Pühringer INTV, 
Strickner INTV, Misik INTV).  
Wenngleich dieses Ergebnis keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt, verdeutlicht es 
doch, wie wenig es selbst unter den für die Verankerung wohlstandsorientierter Politik 
unmittelbar relevanten AkteurInnen bislang gelungen ist, alternative Kennziffern als 
Einsatzpunkte für (progressive) Wirtschaftspolitik in prominenter Form auf die Agenda zu 
setzen. Dies deckt sich mit Erkenntnissen aus ähnlich gelagerten Forschungsprojekten im 
internationalen Kontext (vgl. etwa Whitby 2014: 17ff.).  
In diesem Kapitel sollen in einem ersten Schritt wesentliche Faktoren resümiert werden, 
die aus Perspektive der interviewten Stakeholder einer stärkeren Verankerung 
wohlstandsorientierter Politik im Wege stehen bzw. diese ermöglichen könnten. In einem 
zweiten Schritt wird es alsdann darum gehen, aus den Forschungsergebnissen mit Blick 
auf den einleitend dargelegten Theorierahmen zentrale Schlussfolgerungen abzuleiten.  
 
(5.1) Resümierende Zusammenfassung 
Wie dargelegt, resümieren wir im Folgenden jene Faktoren, die laut den Interviews 
wesentlich für die (mangelhafte) Verankerung alternativer Kennziffern, eines damit 
verbundenen Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses bzw. einer darauf basierenden 
Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik in Österreich verantwortlich zeichnen. Mit Blick auf 
die drei hier fokussierten (medialen, wissenschaftlichen bzw. politischen) Öffentlichkeiten 
werden besagte Faktoren dabei jeweils thesenförmig zu drei zentralen 
Problemformulierungen bzw. Lösungsvorschlägen verdichtet (siehe auch Tabelle II).
        

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