Full text: Verankerung wohlstandsorientierter Politik (165)

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These II.1a: Die Verankerung in einer wissenschaftlichen (Fach-)Öffentlichkeit scheitert 
zum ersten an fachlichen Herausforderungen, wie sie im Zusammenhang mit alternativen 
Fortschritts- und Wohlstandsindikatoren bis heute Bestand haben. Diese betreffen 
einerseits die nach wie vor lückenhafte Datengrundlage, andererseits aber auch Probleme 
etwa mit der Auswahl von Indikatoren oder mit der rezenten Verfügbarkeit von Daten. 
These II.1b: Die Überwindung der mit solchen fachlichen Herausforderungen verbundenen 
Hürden wird vor allem in einer Verbesserung der Datengrundlage gesehen, aber auch in 
einer Reihe konkreter Maßnahmen wie etwa der Anwendung von Schätzmethoden zwecks 
Korrektur des Timelags mancher Daten, um darüber die Basis für eine ,rationale‘, weil 
evidenzbasierte Politik zu schaffen.  
These II.2a: Was die Universitäten anbelangt, wird die zentrale Hürde für eine bessere 
Verankerung in der fortwirkenden Dominanz orthodoxer Paradigmen gesehen, welche die 
Auseinandersetzung mit auf einem erweiterten Fortschritts- und Wohlstandsverständnis 
basierenden Ansätzen erschweren. Obschon durch die Krise in ihrer Allmacht erschüttert, 
stehen ihrer Ablösung konkrete Interessen und etablierte Gewissheiten entgegen. 
These II.2b: Eine Überwindung der zweiten, zentral mit den Universitäten verbundenen 
Hürde kann darin bestehen, dass die Spielräume genutzt werden, wie sie aus den durch 
die Krise geschwächten Interessen bzw. irritierten Gewissheiten resultieren, um darüber 
heterodoxe Paradigmen zu stärken und so – in Lehre und Forschung – auf eine 
Erweiterung des verengten Wohlstands- und Fortschrittsverständnisses hinzuwirken.  
These II.3a: Was die außeruniversitäre Forschung betrifft, scheitert es bislang zentral an 
fehlenden ,Impulsen von außen‘, etwa in Gestalt entsprechender Nachfrage seitens der 
Politik oder zur Verfügung stehender Ressourcen. Hinzu kommen aber auch ,interne 
Hindernisse‘, etwa weil alternative Indikatoren bzw. damit verbundene Ansätze im 
Alltagsgeschäft der Forschungsinstitute in der Regel kaum von Bedeutung sind. 
These II.3b: Um die dritte, mit der außeruniversitären Forschung verbundene Hürde zu 
überwinden, geht es einerseits darum, bspw. durch die Vergabe von Forschungsaufträgen 
und -förderungen ,von außen‘ entsprechende Impulse zu setzen. Andererseits sind 
alternative Indikatoren vermehrt in das Routinegeschäft der Forschungsinstitute zu 
integrieren, konkret etwa indem das WIFO sie in den Prognoseprozess miteinbezieht. 
(III) Politisch-institutionelle (Fach-)Öffentlichkeit 
These III.1a: Im Bereich der politisch-institutionellen (Fach-)Öffentlichkeit scheitert es
        

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