Full text: Umstrukturierungen in Österreich

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Angesichts der Verbreitung unternehmens- bzw. konzerninterner Umstrukturierungen ist es wenig überra-
schend, dass diese – aus Sicht der Betriebsräte – auch am häufigsten als gravierendste Umstrukturierung in 
den letzten zehn Jahren genannt werden: Interne Umstrukturierung wie z.B. neue Abteilungen erhalten 26,5% 
aller nennungen als „gravierendste“ Umstrukturierung, gefolgt von Verlagerungen von Tätigkeiten in andere 
Gesellschaften des Unternehmens im Inland mit 12% aller nennungen (vgl. Abbildung 2). Bei anderen Um-
strukturierungsformen zeigen sich hingegen teils beträchtliche Diskrepanzen zwischen dem Verbreitungsgrad 
und der Einstufung als gravierendste Umstrukturierung der letzten zehn Jahre. Am offensichtlichsten ist dies 
bei der Schließung von Betrieben oder Teilbetrieben. Diese Variante von Umstrukturierung ist „nur“ am zehnt-
häufigsten verbreitet, wurde aber wenig überraschend am dritthäufigsten als gravierendste Umstrukturierung 
angegeben (7% aller nennungen). Ähnlich ist die Situation bei einem Eigentümerwechsel. Umgekehrt werden 
change-Management-Projekte oder die Übertragung von Tätigkeiten auf leiharbeitskräfte ungeachtet ihrer 
Verbreitung selten als besonders gravierend empfunden (5% bzw. 3% aller nennungen) – zu geläufig sind 
diese Maßnahmen inzwischen in vielen Betrieben. 
” Zunehmend „firmeninterne Fremdarbeiter“ statt eigener Angestellte. Keine Kompetenzerhöhung am Standort, eher das Gegenteil.
Die Verlagerung von Tätigkeiten an externe Unternehmen im Ausland oder Outsourcing an Selbständige sind 
faktisch nie als gravierendste Umstrukturierung genannt worden. Manche Umstrukturierungsformen werden 
offenbar eher als alltäglich (und daher weniger gravierend) wahrgenommen, andere dagegen gerade wegen 
des seltenen Auftretens und einem entsprechenden Schweregrad bei den beschäftigungsrelevanten Auswir-
kungen als besonders folgenreich. 
Die gravierendste Umstrukturierung wurde auch 2005 abgefragt. Auch damals wurden interne Umstrukturie-
rungen mit 25% am häufigsten als gravierend hervorgehoben. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass 
die Kategorie change Management 2005 noch nicht erhoben wurde, was die Vermutung nahelegt, dass 
change-Management-Projekte 2005 unter interner Umstrukturierung eingeordnet wurden, sodass sich unter 
Einberechnung der 2015 neu eingeführten Kategorie ein deutlicher Anstieg ergäbe (2015 betrug der Anteil 
von interner Umstrukturierung plus change Management zusammen 31,5%). Häufiger als 2015 wurden 2005 
Eigentümerwechsel (13,2% gegenüber 6,4%), die Verschmelzung des eigenen Unternehmens mit einem an-
deren Unternehmen (10% gegenüber 5%), sowie die Ausgliederung von Produktsparten oder Tätigkeiten in 
eigene Tochtergesellschaften (10% gegenüber 6%) als besonders gravierend genannt. 
Ein kurzer Blick auf Tabelle 8, in der einzelne Umstrukturierungsformen wiederum gebündelt (Spalten) und 
nach einzelnen Unternehmensmerkmalen (Zeilen) dargestellt werden, zeigt z.T. relativ homogene Befunde, 
was als besonders gravierend eingestuft wird und was weniger. Es ergeben sich allerdings auch interessante 
Unterschiede, etwa entlang der Merkmale Betriebsgröße und Eigentümerstruktur: In kleineren Unternehmen 
(bis 249 Beschäftigte) zeigt sich, dass mit 37% überdurchschnittlich oft jene Maßnahmen als sehr gravierend 
eingestuft werden, die hier als „besondere“ Umstrukturierungsformen zusammengefasst sind, darunter die 
Schließung von Betriebsteilen, Eigentümerwechsel oder der Ankauf/Verkauf von Beteiligungen. Der Stellen-
wert dieser Umstrukturierungsformen als „gravierend“ ist einerseits evident, andererseits in kleineren Be-
trieben gerade deshalb, weil sie dort seltener stattfinden und daher bei Betriebsräten dementsprechend in 
Erinnerung bleiben. 
Ebenfalls erwähnenswert ist die Verteilung der „gravierendsten“ Umstrukturierung bei Betrieben im Eigentum 
der öffentlichen Hand. Hier zeigt sich eine akzentuierte Verteilung der nennungen auf die beiden Bereiche 
„interne Umstrukturierung“ und „besondere Formen“. Die hohen Anteile der nennungen für lediglich zwei 
(gebündelte) Umstrukturierungstypen resultieren daraus, dass in diesen Gesellschaften im Eigentum des 
Bundes oder der länder etc. andere Maßnahmen wie „Ausgliederung“, „Auslandsverlagerung“ oder „Unter-
nehmensverschmelzung“ kaum einmal als besonders gravierend genannt werden und folglich wenig relevant 
sein dürften. Dies hängt einerseits mit den Branchenschwerpunkten des öffentlichen Sektors zusammen
        

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