Full text: Umstrukturierungen in Österreich

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Auswirkungen von Auslandsverlagerungen werden besonders negativ bewertet, Auswirkungen von Verschmelzungen/
Fusionen dagegen relativ moderat
In ihrer Richtung treffen die abgefragten Items zu (durchwegs problembehafteten) Auswirkungen auf die meis-
ten der erfassten Umstrukturierungsformen zu, sofern diese als wesentlich eingestuft wurden. Gravierende 
Reorganisationen sind somit aus Betriebsrats-Sicht vor allem jene, die faktisch oder zumindest potentiell 
nachteile für die Beschäftigten nach sich ziehen – und so gut wie immer (84%) die Arbeitsbelastung erhöhen. 
In Tabelle 10 sind zugleich Unterschiede bei Auswirkungen nach bestimmten Umstrukturierungsmustern an-
geführt. Welche der (wiederum gebündelt dargestellten) Umstrukturierungsmaßnahmen sind folglich in ihren 
Auswirkungen besonders „giftig“ und welche demgegenüber vergleichsweise moderat? Bezogen auf einzel-
ne Auswirkungen zeigen sich ziemliche Unterschiede. So fallen etwa Antworten auf den Aspekt „Rückgang 
der Produkt- oder Dienstleistungsqualität“ anders aus, je nachdem, ob es um Outsourcing und/oder Verla-
gerung geht (dann überdurchschnittlich) oder um andere Veränderungen (dann unterdurchschnittlich). Wenig 
überraschend ist ebenfalls, dass z.B. Verschmelzungen oder Fusionen auf Basis von realisierten Synergieef-
fekten besonders häufig zu einer verbesserten Kostenstruktur und dementsprechend zu einer Steigerung der 
Unternehmensgewinne führen.
Generell sind für Verschmelzungen bzw. für Unternehmensfusionen vergleichsweise positive (d.h. unter-
durchschnittlich negative) Bewertungen aus BR-Sicht zu erkennen. Zwar ist dadurch so manche Abteilung 
geschlossen worden, doch neben einer verbesserten Kosten- und Gewinnstruktur scheinen bei Verschmel-
zungen viele Auswirkungen auf Beschäftigte (Betriebs vereinbarungen, Arbeitszeitregelungen, Flexibilisierung 
u.a.m.) sowie auch für Betriebsräte selbst (Schwächung der Mitbestimmung) relativ moderat zu bleiben. Be-
sonders negativ in den Betriebsrats-Bewertungen steigen dagegen jene Maßnahmen aus, die zu einer räum-
lichen Auslandsverlagerung von bislang an österreichischen Standort durchgeführten Tätigkeiten führen. Evi-
denter Weise fallen dadurch Jobs oder ganze Abteilungen weg oder wird die Situation für die verbleibende 
Belegschaft unsicherer, weil ja auch noch andere Teile ins Ausland verlagert werden könnten. Abgeschwächt 
trifft eine im Vergleich etwas negativere Bewertung als im Gesamtdurchschnitt auch auf Outsourcing im In-
land zu: Hier wird vor allem der Qualitätsverlust beklagt, wenn die leistung aus Kostengründen nicht mehr 
„inhouse“ oder von der Kernbelegschaft erbracht wird.
Kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Gesamtdurchschnitt der Bewertungen zu den Auswirkungen zeigen 
sich für unternehmensinterne Umstrukturierungen (nicht zuletzt deshalb, weil diese mit 32% der nennungen 
gleichsam das größte Gewicht haben und insofern den Durchschnitt stark prägen). Auch Ausgliederungen 
und Verlagerungen zwischen österreichischen Standorten innerhalb von Unternehmensgeflechten zeigen 
kaum Abweichungen vom Gesamtdurchschnitt. Ein gut nachvollziehbarer „Ausreißer“ sind bei diesen Um-
strukturierungsmustern Aspekte wie die Veränderung der KV-Zugehörigkeit – denn deshalb wurde so manche 
Ausgliederung ja durchgeführt.
Vergleicht man die Aussagen zu den Auswirkungen der gravierendsten Umstrukturierung nach Unterneh-
menstyp, so zeigen sich zumeist ähnliche Muster mit wenigen „Ausreißern“. Das ist auch ein Beleg dafür, 
dass die Auswirkungen von „gravierenden“ Umstrukturierungen eher von der konkreten Umstrukturierungs-
maßnahme als von allgemeinen Unternehmensmerkmalen abhängen. Dennoch gibt es da und dort Abwei-
chungen: Befragte aus inländischen Konzernen stimmen überdurchschnittlich oft der Aussage zu, die gravie-
rendste Umstrukturierung habe zu einer Verschlechterung der Produkt- bzw. Dienstleistungsqualität geführt.
        

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