Title:
Umstrukturierungen in Österreich
Creator:
Saupe, Bernhard Wikipedia Eichmann, Hubert Wikipedia
PURL document:
urn:nbn:at:at-akw:g-1024503
PURL:
https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/resolver?urn=urn:nbn:at:at-akw:g-1024776
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Auswirkungen von Auslandsverlagerungen werden besonders negativ bewertet, Auswirkungen von Verschmelzungen/
Fusionen dagegen relativ moderat
In ihrer Richtung treffen die abgefragten Items zu (durchwegs problembehafteten) Auswirkungen auf die meis-
ten der erfassten Umstrukturierungsformen zu, sofern diese als wesentlich eingestuft wurden. Gravierende 
Reorganisationen sind somit aus Betriebsrats-Sicht vor allem jene, die faktisch oder zumindest potentiell 
nachteile f�r die Besch�ftigten nach sich ziehen � und so gut wie immer (84%) die Arbeitsbelastung erh�hen. 
In Tabelle 10 sind zugleich Unterschiede bei Auswirkungen nach bestimmten Umstrukturierungsmustern an-
gef�hrt. Welche der (wiederum geb�ndelt dargestellten) Umstrukturierungsma�nahmen sind folglich in ihren 
Auswirkungen besonders �giftig� und welche demgegen�ber vergleichsweise moderat? Bezogen auf einzel-
ne Auswirkungen zeigen sich ziemliche Unterschiede. So fallen etwa Antworten auf den Aspekt �R�ckgang 
der Produkt- oder Dienstleistungsqualit�t� anders aus, je nachdem, ob es um Outsourcing und/oder Verla-
gerung geht (dann �berdurchschnittlich) oder um andere Ver�nderungen (dann unterdurchschnittlich). Wenig 
�berraschend ist ebenfalls, dass z.B. Verschmelzungen oder Fusionen auf Basis von realisierten Synergieef-
fekten besonders h�ufig zu einer verbesserten Kostenstruktur und dementsprechend zu einer Steigerung der 
Unternehmensgewinne f�hren.
Generell sind f�r Verschmelzungen bzw. f�r Unternehmensfusionen vergleichsweise positive (d.h. unter-
durchschnittlich negative) Bewertungen aus BR-Sicht zu erkennen. Zwar ist dadurch so manche Abteilung 
geschlossen worden, doch neben einer verbesserten Kosten- und Gewinnstruktur scheinen bei Verschmel-
zungen viele Auswirkungen auf Besch�ftigte (Betriebs vereinbarungen, Arbeitszeitregelungen, Flexibilisierung 
u.a.m.) sowie auch f�r Betriebsr�te selbst (Schw�chung der Mitbestimmung) relativ moderat zu bleiben. Be-
sonders negativ in den Betriebsrats-Bewertungen steigen dagegen jene Ma�nahmen aus, die zu einer r�um-
lichen Auslandsverlagerung von bislang an �sterreichischen Standort durchgef�hrten T�tigkeiten f�hren. Evi-
denter Weise fallen dadurch Jobs oder ganze Abteilungen weg oder wird die Situation f�r die verbleibende 
Belegschaft unsicherer, weil ja auch noch andere Teile ins Ausland verlagert werden k�nnten. Abgeschw�cht 
trifft eine im Vergleich etwas negativere Bewertung als im Gesamtdurchschnitt auch auf Outsourcing im In-
land zu: Hier wird vor allem der Qualit�tsverlust beklagt, wenn die leistung aus Kostengr�nden nicht mehr 
�inhouse� oder von der Kernbelegschaft erbracht wird.
Kaum Auff�lligkeiten gegen�ber dem Gesamtdurchschnitt der Bewertungen zu den Auswirkungen zeigen 
sich f�r unternehmensinterne Umstrukturierungen (nicht zuletzt deshalb, weil diese mit 32% der nennungen 
gleichsam das gr��te Gewicht haben und insofern den Durchschnitt stark pr�gen). Auch Ausgliederungen 
und Verlagerungen zwischen �sterreichischen Standorten innerhalb von Unternehmensgeflechten zeigen 
kaum Abweichungen vom Gesamtdurchschnitt. Ein gut nachvollziehbarer �Ausrei�er� sind bei diesen Um-
strukturierungsmustern Aspekte wie die Ver�nderung der KV-Zugeh�rigkeit � denn deshalb wurde so manche 
Ausgliederung ja durchgef�hrt.
Vergleicht man die Aussagen zu den Auswirkungen der gravierendsten Umstrukturierung nach Unterneh-
menstyp, so zeigen sich zumeist �hnliche Muster mit wenigen �Ausrei�ern�. Das ist auch ein Beleg daf�r, 
dass die Auswirkungen von �gravierenden� Umstrukturierungen eher von der konkreten Umstrukturierungs-
ma�nahme als von allgemeinen Unternehmensmerkmalen abh�ngen. Dennoch gibt es da und dort Abwei-
chungen: Befragte aus inl�ndischen Konzernen stimmen �berdurchschnittlich oft der Aussage zu, die gravie-
rendste Umstrukturierung habe zu einer Verschlechterung der Produkt- bzw. Dienstleistungsqualit�t gef�hrt.
        

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