Titel:
Crowdwork und plattformbasierte Arbeit
VerfasserInnen:
Kuba, Sylvia Mitter, Gernot
PURL Dokument:
urn:nbn:at:at-akw:g-1480471
PURL:
https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/resolver?urn=urn:nbn:at:at-akw:g-1480525
Seite 2 
Crowdwork und Plattformbasierte arbeit
Sylvia Kuba, Gernot Mitter
November 2016
Das wichtigste auf einen Blick
?  Crowdwork ist eine neue Form der Arbeitsorga-
nisation, die �ber Online-Plattformen abgewickelt 
wird. Diese spielt auch in �sterreich zunehmend 
eine Rolle. 
?  Die gr��ten Probleme f�r Crowdworker: niedrige 
Bezahlung, unklare Vertragsverh�ltnisse, das Feh-
len grundlegender Arbeitsrechte. 
?  Es gilt faire Rahmenbedingungen f�r Menschen, 
die �ber Plattformen arbeiten, zu schaffen.
Worum es geht 
Im Mittelpunkt der neuen Form der Arbeitsorganisa-
tion steht die Online-Plattform. Sie ist Auftraggeber 
und Auftragnehmer zwischengeschaltet. Von der 
Beschlagwortung von Modeprodukten, dem Erstel-
len eines Logos bis zur Reinigungskraft, die private 
Wohnungen putzt � Plattformen bieten bereits eine 
unglaubliche Vielfalt an Dienstleistungen an. 
Das Prinzip: �ber eine Onlineplattform werden Ar-
beitsauftr�ge an eine gro�e Zahl von Menschen aus-
geschrieben, die dort registriert sind. Die Arbeit wird 
entweder ortsunabh�ngig (z.B. das Erstellen von Lo-
gos, oder die Erledigung von �Micotasks�) oder orts-
abh�ngig (z.B. Botendienste) erledigt. 
Die Plattformen �bernehmen in diesem Prozess viele 
Aufgaben wie z.B. das Anwerben der Arbeitskr�fte, 
Kommunikation mit Auftraggebern und Auftragneh-
mern, Arbeitsorganisation und Definition von Arbeits-
aufgaben, Entwicklung von Entlohnungssystemen 
und teilweise auch Festlegung und Abwicklung der 
Bezahlung bis hin zur Entwicklung von Bewertungs-
systemen (Ratings), die zur Kontrolle der Plattform-
arbeiter dienen. 
Zentral bei der Arbeitsorganisation durch Plattfor-
men ist: Das Verh�ltnis zwischen Auftraggeber und 
Plattformarbeitern wird �ber die Plattform abgewi-
ckelt. Dieses Gesch�ftsmodell, das auf der �Dreisei-
tigkeit der Software� beruht, erm�glicht es Plattform-
betreibern unternehmerische, rechtliche und soziale 
Risiken ebenso wie die Kosten f�r Arbeitskraft und 
Produktionsmittel nicht selbst zu �bernehmen, son-
dern weitgehend den anderen beiden Parteien zuzu-
weisen1. (ist z.B. keine Arbeit da, tragen die Crowd-
worker das Risiko). Die Plattformunternehmer sehen 
sich nicht als Arbeitgeber, die Crowdworker fallen um 
grunds�tzliche Arbeitnehmerrechte um. 
Bezahlt wird entweder ein vorab festgelegter Fix-
preis, oder im Sinne des Wettbewerbsprinzips, bei 
dem nur bezahlt wird, wer das beste/schnellste Er-
gebnis liefert. 
Probleme
?  niedrige Bezahlung 
?  Verschwimmen der Grenzen zwischen selbstst�n-
dig und unselbstst�ndig
?  ausgepr�gt asymmetrische Machtverh�ltnisse 
?  AGBs statt Arbeitsvertrag
?  Verschwinden der Auftraggeber � weil ja f�r  
die Plattform gearbeitet wird 
?  willk�rliche Ablehnung von Arbeitsergebnissen 
?  Fehlen betrieblicher Mitbestimmung 
?  unfaire Ratings
AK Policy PAPer
        

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