Full text: "Sharing Economy"

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„Sharing Economy“
Autoren: Simon Schumich, Michael Heiling 
November 2016
Das Wichtigste auf einen Blick
?  Unter dem Begriff „Sharing Economy“ wird eine 
Reihe unterschiedlicher Phänomene diskutiert, 
die von kollaborativen Non-Profit-Projekten hin zu 
profitorientierten Unternehmen (mit teilweise ext-
rem hohen Marktbewertungen) reichen können.
?  Beim „Sharing“ von Dienstleistungen droht eine 
Risiko- und Einkommensverschiebung zu Unguns-
ten der tatsächlichen DienstleisterInnen – unter 
anderem weil mit dem Eintritt in das „Ökosystem 
der Sharing-Plattform“ die Regeln (AGBs) von den 
PlattformeigentümerInnen vorgegeben werden. 
Insbesondere Dienstleistungsplattformen (auf de-
nen menschliche Arbeit verrichtet wird) sind oftmals 
stark profitorientiert organisiert, auf diesen Bereich 
sollte besonderes Augenmerk gelegt werden.
?  Wesentliche Herausforderungen sind die Schaffung 
von fairen Arbeits- und Marktbedingungen, die 
Weiterentwicklung der Regulierung, sowie Transpa-
renz über die Geschäftsmodelle. Nicht zuletzt weil 
die Rollen (AuftraggeberIn, ArbeitgeberIn, NutzerIn, 
ArbeitnehmerIn, KundInnen) und die mit ihnen ver-
bundenen Verpflichtungen verschwimmen.
Worum es geht
Die gemeinsame Nutzung von Gegenständen und 
persönlichen Dienstleistungen kann über digita-
le Marktplätze einfach, schnell und unkompliziert 
angeboten werden. Das Internet und der mobile 
Datenzugriff machen es möglich. Die so genannte 
„Sharing Economy“ (auch: „On-Demand-Economy“, 
„Gig-Economy“, „Plattformökonomie“) schafft eine 
Möglichkeit, die Leistungserbringung effizient aus 
größeren Strukturen herauszubrechen und an klei-
nere AnbieterInnen (z.B. Mikrounternehmen, Freibe-
ruflerInnen, oftmals aber auch Neue Selbstständige) 
zu vergeben. Egal ob Reinigungsdienstleistungen, 
Übernachtungen, Essenszustellung, Mitfahrgelegen-
heiten, Programmierleistungen, Datenauswertungen 
oder juristische Angelegenheiten: All diese Leistun-
gen können bereits über Online-Plattformen rasch, 
kostengünstig und einfach gebucht werden. 
Der Begriff „Sharing Economy“ vereint unterschied-
liche digitale Plattformen, die eine Filterfunktion ein-
nehmen. Während der Begriff „Sharing“ einen eher 
nichtkommerziellen Akt des „Teilens“ suggeriert, zeigt 
eine genauere Analyse der Branche: Die meisten be-
kannten und dominanten Plattformen handeln unter-
nehmerisch und haben im Hintergrund EigentümerIn-
nen und InvestorInnen mit profitorientieren Interessen. 
Dabei entwickelt sich die Aufteilung der Gewinne und 
Risiken tendenziell zugunsten einiger dominanter 
Online-Plattformen, die neue Geschäftsmodelle he-
ranziehen, um höhere Marktanteile zu erhalten und 
Gewinne zu generieren – wenngleich nicht unter-
schlagen werden soll, dass auch viele profitorientierte 
Plattformen noch in den roten Zahlen stecken.  
Die Risiken: 
?  LeitanbieterInnen können schnell den Markt domi-
nieren und damit Zugangsbedingungen diktieren. 
?  Beim „Sharing“ der Gewinne und Risiken droht 
eine Verschiebung zu Ungunsten der eigentlichen 
DienstleisterInnen.
?  Das gesamte Feld der Plattformen ist aus heutiger 
Perspektive noch intransparent, die Datenlage ist 
unzureichend.
?  Der Eintritt in das „Ökosystem“ der Onlineplattformen ist 
nur möglich wenn a priori die Eigentums-, Kontroll- u. 
Steuerungsrechte (oft in Form von AGBs) der Plattform-
betreiberInnen bzw. EigentümerInnen akzeptiert werden.
AK Policy PAPer
        

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