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Big Data unD VerBraucherschutz
Daniela Zimmer
April 2017
Das wichtigste auf einen Blick: 
?  Im Trend: Autos, Heizungen, Laufschuhe, Puppen, 
Uhren, Zahnb�rsten u.v.m., sammeln permanent 
Betriebsinformationen und damit Verhaltensdaten 
�ber Nutzer. Auch Daten, die anonymisiert Schei-
nen lassen sich mit passenden Analysewerkzeu-
gen fast immer einer Person eindeutig zuordnen. 
?  Der zeitgeistige Begriff �Datenkapitalismus� be-
schreibt, wie �ber unser Alltagsverhalten des �Al-
ways on� (�rund um die Uhr online�) bis dato noch 
nicht mess- und verwertbarer Teile des Lebens 
monetarisiert werden. Die Analyse der von Alltags-
ger�ten erzeugten gigantischen Datenmengen 
gilt als Wachstumshoffnung. Kommerzialisierung 
durchdringt so letzte, gesch�tzte Bereiche der Pri-
vatsph�re. 
?  Mit �Datamining� wird nach unentdeckten Zu-
sammenh�ngen und Verhaltensmustern in gro�en 
Datenbest�nden gesucht. �Big Data�-Analysen 
k�nnen die Selbstbestimmung der Betroffenen in 
Bezug auf ihre Daten immens gef�hrden. Die Klas-
sifizierung von Personen (-gruppen) anhand sta-
tistisch berechneter Merkmale f�hrt zu ethischen 
und rechtlichen Problemen: die vielen Facetten 
sozialer Wirklichkeit lassen sich nicht allein in al-
gorithmisch berechneten Werten ausdr�cken. Es 
besteht die Gefahr stereotyper Diskriminierung. 
?  Nicht zuletzt in den H�nden gro�er Internetkon-
zerne werden Big Data-Anwendungen als Herr-
schaftsinstrument und als Anlass betrachtet, die 
Frage nach den gesellschaftlichen Machtverh�lt-
nissen neu zu stellen: Wer garantiert in der Da-
ten�konomie den Betroffenen den freien Willen? 
Und wer kontrolliert die Datenbarone?
Worum es geht 
Big Data als Wachstumshoffnung: Digitalisierung 
erm�glicht globalen Datentransfer nahezu in Echt-
zeit. Konsum- und Finanzm�rkte agieren software- 
und datenbasiert, womit es unternehmensseitig 
naheliegt, die ohnehin anfallende Daten - Verbin-
dungsdaten im Mobilfunk, �berweisungsdaten im 
Bankgesch�ft, Pulsfrequenz-Messdaten aus dem 
Fitnessarmband, Fahrverhaltensdaten aus der Tele-
matik-Box im Auto oder Twitter-Meldungen - inte-
ressensgeleitet auswerten zu wollen. �Schon vor 
unserer Geburt sind wir mit Ultraschallfotos online�, 
beschreibt die FAZ den digitalen Konsumentenalltag: 
�Wir kaufen nicht nur ein Produkt, wir werden selbst 
zum Produkt.� Das Wissen um unser Verhalten � was 
wir kaufen, lesen, denken, wo wir uns bewegen � hat 
Warencharakter angenommen. Datenschutzrecht 
und Aufsichtsbeh�rden sind immer seltener in der 
Lage, die gegenl�ufigen Interessen an einer Daten-
nutzung und Geheimhaltung wirksam und fair aus-
zubalancieren. 
Immer mehr Alltagsger�teerzeugen Daten. Billige 
Speichertechnologie tr�gt dazu bei, dass Daten un-
begrenzt gespeichert, analysiert, kombiniert und �ko-
nomisch verwertet werden k�nnen. Das �Internet der 
Dinge� gilt als Wachstumstreiber in Zeiten stagnieren-
der Wirtschaft. Big Data Analysen sollen bis 2020 das 
europ�ische Wachstum um 1,9% ankurbeln. Im selben 
Jahr sollen 32 Milliarden Gegenst�nde weltweit mit 
dem Internet verbunden sein. �Nur� f�nf Prozent aller 
digitalen Daten werden aber (laut EMC-Digital-Univer-
se-Studie) derzeit ausgewertet. Wirtschaft, Wissen-
schaft und nicht zuletzt den Staat interessiert deshalb: 
Wie k�nnen wir die Datenberge besser nutzen? Die 
EU-Kommission forciert einen europ�ischen Binnen-
markt f�r Datenfl�sse. Dieser sei Voraussetzung einer 
�pulsierenden wissensbasierten Gesellschaft�. 
AK Policy PAPer
        

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