Title:
Beschäftigtendatenschutz und betriebliche Mitbestimmung
Creator:
Chlestil, Martina Wikipedia Goricnik, Wolfgang Wikipedia
PURL document:
urn:nbn:at:at-akw:g-1480937
PURL:
https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/resolver?urn=urn:nbn:at:at-akw:g-1480941
Seite 1 
Besch�ftigtendatenschutz und BetrieBliche MitBestiMMung
Martina Chlestil, Wolfgang Goricnik 
Juni 2017
Die wichtigsten Punkte: 
?  Immer mehr personenbezogene Besch�ftigtenda-
ten werden systemimmanent erhoben und leicht 
und kosteng�nstig verarbeitet � es besteht die 
Gefahr, dass der Mensch am Arbeitsplatz wird zu 
einem blo�en messbaren Produktions- und Kos-
tenfaktor herabgew�rdigt wird.
?  Die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung 
sind zu nutzen! Gleichzeitig braucht es aber eine 
faire und ad�quate Einbeziehung jener Menschen, 
die die Auswirkungen massiv betreffen: der Arbeit-
nehmerInnen und ihrer betrieblichen Interessen-
vertretung! 
?  Mit der Verwendung neuer Technologien im Be-
trieb werden die Mitbestimmungsrechte des Be-
triebsrates de facto immer angesprochen � sie 
sind notwendig, um die Pers�nlichkeitsrechte der 
ArbeitnehmerInnen zu sch�tzen.
Worum es geht 
Die Arbeit mit digitalen Werkzeugen und Medien ist 
vielfach zum vorherrschenden Merkmal der heutigen 
Erwerbst�tigkeit geworden. Digitale Arbeit zeichnet 
sich aus durch 
?  umfangreiche Nutzung moderner Informations- 
und Kommunikations-technologien (zB Laptop, 
Smartphone, E-Mail, Internet usw) 
?  die grundlegende Unterst�tzung der Arbeitspro-
zesse durch computerisierte, vernetzte Maschinen 
(zB Fertigungsroboter) 
?  die Gestaltung digitaler Produkte durch Program-
mierungen 
?  die Datenhaltung in der Cloud 
?  die Vermittlung von Dienstleistungen �ber Online-
Plattformen (zB Crowdworking) 
?  durch die globale Vernetzung und das �bermitteln 
von Besch�ftigtendaten in L�nder au�erhalb der 
EU mit oftmals geringem Datenschutzniveau 
Probleme 
Gemeinsam ist all diesen eingesetzten Technologien 
und Systemen, dass immer mehr personenbezogene 
Besch�ftigtendaten systemimmanent erhoben wer-
den und damit leicht und kosteng�nstig verarbeitet 
und zur unternehmerischen Effizienzsteigerung ge-
nutzt werden k�nnen. Daraus entsteht die Gefahr, 
dass man mit dieser �bersetzung aller Arbeitsbe-
reiche in eine �Datenwelt�, der vermehrt und tech-
nikgl�ubig oberste Geltung und prim�re Ber�cksich-
tigung zugesprochen wird, auch im Arbeitsprozess 
zu einem absolut technikzentrierten und damit inhu-
manen Menschenbild gelangt. Die Arbeitsleistung 
der ArbeitnehmerInnen wird zunehmend in Zahlen 
ausgedr�ckt, gemessen, verglichen, analysiert. Der 
Mensch am Arbeitsplatz wird zu einem blo�en mess-
baren Produktions- und Kostenfaktor herabgew�r-
digt; der immaterielle Wert der Arbeit und die W�rde 
der Arbeitenden bleiben dabei leicht auf der Strecke. 
Nat�rlich sind wir bestrebt, die wirtschaftlichen 
Chancen der Digitalisierung zu nutzen, aber es 
braucht gleichgewichtet auch eine faire und ad-
�quate Einbeziehung jener Menschen, die die Aus-
wirkungen massiv betreffen � das hei�t der Arbeit-
nehmerInnen und ihrer betrieblichen VertreterInnen: 
Digitalisierung muss auch humanzentriert im Sinne 
der Besch�ftigten gestaltet werden! 
AK Policy PAPer
        

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