Full text: Beschäftigtendatenschutz und betriebliche Mitbestimmung

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Beschäftigtendatenschutz und BetrieBliche MitBestiMMung
Martina Chlestil, Wolfgang Goricnik 
Juni 2017
Die wichtigsten Punkte: 
?  Immer mehr personenbezogene Beschäftigtenda-
ten werden systemimmanent erhoben und leicht 
und kostengünstig verarbeitet – es besteht die 
Gefahr, dass der Mensch am Arbeitsplatz wird zu 
einem bloßen messbaren Produktions- und Kos-
tenfaktor herabgewürdigt wird.
?  Die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung 
sind zu nutzen! Gleichzeitig braucht es aber eine 
faire und adäquate Einbeziehung jener Menschen, 
die die Auswirkungen massiv betreffen: der Arbeit-
nehmerInnen und ihrer betrieblichen Interessen-
vertretung! 
?  Mit der Verwendung neuer Technologien im Be-
trieb werden die Mitbestimmungsrechte des Be-
triebsrates de facto immer angesprochen – sie 
sind notwendig, um die Persönlichkeitsrechte der 
ArbeitnehmerInnen zu schützen.
Worum es geht 
Die Arbeit mit digitalen Werkzeugen und Medien ist 
vielfach zum vorherrschenden Merkmal der heutigen 
Erwerbstätigkeit geworden. Digitale Arbeit zeichnet 
sich aus durch 
?  umfangreiche Nutzung moderner Informations- 
und Kommunikations-technologien (zB Laptop, 
Smartphone, E-Mail, Internet usw) 
?  die grundlegende Unterstützung der Arbeitspro-
zesse durch computerisierte, vernetzte Maschinen 
(zB Fertigungsroboter) 
?  die Gestaltung digitaler Produkte durch Program-
mierungen 
?  die Datenhaltung in der Cloud 
?  die Vermittlung von Dienstleistungen über Online-
Plattformen (zB Crowdworking) 
?  durch die globale Vernetzung und das Übermitteln 
von Beschäftigtendaten in Länder außerhalb der 
EU mit oftmals geringem Datenschutzniveau 
Probleme 
Gemeinsam ist all diesen eingesetzten Technologien 
und Systemen, dass immer mehr personenbezogene 
Beschäftigtendaten systemimmanent erhoben wer-
den und damit leicht und kostengünstig verarbeitet 
und zur unternehmerischen Effizienzsteigerung ge-
nutzt werden können. Daraus entsteht die Gefahr, 
dass man mit dieser Übersetzung aller Arbeitsbe-
reiche in eine „Datenwelt“, der vermehrt und tech-
nikgläubig oberste Geltung und primäre Berücksich-
tigung zugesprochen wird, auch im Arbeitsprozess 
zu einem absolut technikzentrierten und damit inhu-
manen Menschenbild gelangt. Die Arbeitsleistung 
der ArbeitnehmerInnen wird zunehmend in Zahlen 
ausgedrückt, gemessen, verglichen, analysiert. Der 
Mensch am Arbeitsplatz wird zu einem bloßen mess-
baren Produktions- und Kostenfaktor herabgewür-
digt; der immaterielle Wert der Arbeit und die Würde 
der Arbeitenden bleiben dabei leicht auf der Strecke. 
Natürlich sind wir bestrebt, die wirtschaftlichen 
Chancen der Digitalisierung zu nutzen, aber es 
braucht gleichgewichtet auch eine faire und ad-
äquate Einbeziehung jener Menschen, die die Aus-
wirkungen massiv betreffen – das heißt der Arbeit-
nehmerInnen und ihrer betrieblichen VertreterInnen: 
Digitalisierung muss auch humanzentriert im Sinne 
der Beschäftigten gestaltet werden! 
AK Policy PAPer
        

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