Full text: Technologischer Wandel & Ungleichheit

Technologischer Wandel & Ungleichheit 124 Beschäftigtenanteil, Beschäftigte in F&E-treibenden Unternehmen, Anteil IKT- Investitionen) erweitert. Die einzig durchgängig robuste Variable ist die logarithmierte Arbeitsproduktivität mit negativem Vorzeichen, was auch der internationalen Evidenz entspricht (siehe auch Kapitel 2.2. bzw. 3.1.2). Die Teilzeitquote ist nur ohne F&E- Variablen negativ signifikant. Die Gewerkschaftsdichte ist nur in Spezifikation (1) signi- fikant, allerdings mit negativem Vorzeichen.48 Dieses Resultat sollte aber nicht über- bewertet werden, da die Gewerkschaftsdichte in unserer Schätzung nicht robust ist und sowohl Vorzeichen als auch Signifikanz wechseln. Die Importquote ist in den vier Spezifikationen (1), (2), (3) und (5) signifikant negativ, während die Exportquote in den drei Spezifikationen (1), (3) und (4) signifikant positiv ist. Die F&E-Indikatoren sind, wenn sie einzeln in die Regression eingehen, jeweils signifi- kant positiv (Spezifikation (2)-(4)). Wenn sie jedoch gemeinsam geschätzt werden, ist nur der Anteil der Beschäftigten in F&E-treibenden Unternehmen signifikant positiv – und nur wenn keine Außenhandelsvariablen geschätzt werden. Demgegenüber ist der Anteil der IKT-Investitionen signifikant positiv, wenn auch die F&E-Indikatoren Teil der Regres- sion sind. Dies bedeutet, dass Branchen mit hohen IKT-Ausgaben in Verbindung mit ei- nem hohen Anteil an F&E-Beschäftigen (Spezifikation 6) auch eine höhere Lohnquote über den betrachteten Zeitraum aufweisen. Dies stellt ein abweichendes Resultat zu den Befunden von Guschanski und Onaran (2016) dar, wenngleich hier die unterschiedliche Spezifikation von IKT im Vergleich zur vorliegenden Studie sowie die im Einzelnen abwei- chende Betrachtungsebene auf Ebene der ÖNACE 2-steller betont werden muss. Ver- gleicht man Spezifikation (1), in der Außenhandelsvariablen, aber keine F&E-Indikatoren bzw. IKT-Indikatoren als erklärende Variablen verwendet werden, mit Spezifikation (6), in der nur Technologievariablen geschätzt werden, so ist Spezifikation (4) im Hinblick auf den Erklärungsgehalt der Varianz der Lohnquote mit einem adjusted R^2 von 0.303 bes- ser als Spezifikation (1) mit einem adjusted R^2 von 0.24. Alles in allem ist die Lohnquotenschätzung deutlich weniger aussagekräftig als die ande- ren Schätzungen und schwerer zu interpretieren. Je nach Spezifikation sind Technologie- variablen und/oder Außenhandelsvariablen signifikant. Somit kann man anhand dieser Regression keine Aussagen darüber treffen, was die treibende Kraft hinter der Höhe der 48 Demnach stünde dieser Regression zufolge ein Anstieg der Verhandlungsmacht der ArbeitnehmerInnen (die ja durch die Gewerkschaftsdichte approximiert wird) in keinem bzw. einem negativen Zusammenhang mit der Lohnquote, was höchst unplausibel ist. Jedoch muss bedacht werden, dass Gewerkschaftsdichte nur ein Indikator für Verhandlungs- macht (siehe auch Kapitel 3.4.5) ist. Interessiert man sich im Speziellen für den gewerkschaftlichen Organisationsgrad, wird in der Literatur auf die kollektivvertragliche Abdeckungsrate verwiesen (z.B. Guschanski/Onaran, 2016). Diese liegt in Österreich jedoch seit Jahrzehnten konstant bei ca. 98 % und ist damit nicht geeignet für ein ökonometrisches Schätzverfahren.

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