Full text: Technologischer Wandel & Ungleichheit

Endbericht – Technologischer Wandel und Ungleichheit 205 ANHANG B Berechnung Gewerkschaftsdichte Die Gewerkschaftsdichte ist eine der wichtigsten Variablen um die Verhandlungsmacht von ArbeitnehmerInnen zu erfassen. Üblicherweise wird die Gewerkschaftsdichte auf nationaler Ebene berechnet indem die Summe der Gewerkschaftsmitglieder durch die Summe aller unselbstständig Beschäftigten dividiert wird. Es wird angenommen, dass eine Gewerkschaft mit vielen Mitgliedern in einer stärkeren Verhandlungsposition steht als eine mit wenigen Mitgliedern und damit die Interessen ihrer Mitglieder bes- ser vertreten kann. Leider sind Daten über die Gewerkschaftsdichten nur auf nationaler und gesamtwirt- schaftlicher Ebene verfügbar und es gibt keine direkte Möglichkeit zu eruieren, wie hoch der gewerkschaftliche Organisationsgrad auf Branchenebene ist. Eine besondere Problematik ergibt sich daraus, dass nicht alle MitarbeiterInnen einer Branche durch die gleiche Gewerkschaft vertreten werden – das betrifft insbesondere die Gewerk- schaften der Privatangestellten (GPA), die in den meisten Branchen für die Angestell- ten zuständig ist, nicht aber für ArbeiterInnen oder Beamte. Wir haben daher einen Ansatz gewählt, der berücksichtigt, in welchem Ausmaß die unselbstständig Beschäf- tigten in einer Branche durch Gewerkschaften vertreten werden, egal um welche Ge- werkschaft es sich dabei handelt. Dazu mussten wir zum Teil die Kollektivverträge ein- sehen, wobei wir uns immer nur auf die aktuellsten, online verfügbaren Kollektivver- träge berufen und damit implizit annehmen, dass sich die Zuständigkeit nicht verän- dert.58 Zur Berechnung der sektoralen Gewerkschaftsdichten wurden Daten des ÖGB über die Mitgliederanzahl nach Fachgewerkschaft sowie die Beschäftigungsdaten aus der Lohn- steuerstatistik herangezogen. Da die durch die GdG (bzw. seit 2015 younion) vertrete- nen Gemeindebediensteten, die hauptsächlich im Gesundheits-, Erziehungswesen, öffentlichen Verkehr und in Ver- und Entsorgungseinrichtungen tätig sind, schwer von den durch die GÖD in diesen Bereichen vertretenen Beschäftigten unterschieden wer- 58 Dem muss hinzugefügt werden, dass bis 2008 die Gewerkschaften in Österreich noch stärker ausdifferenziert waren. Dies haben wir aber nicht berücksichtigt sondern die zusammengelegten Gewerkschaften auch für den Zeitraum vor 2008 entsprechend zusammengefasst.

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