Full text: Vermögensunterschiede nach Geschlecht in Österreich und Deutschland: Eine Analyse auf der Personenebene (168)

Zusammenfassung
Im vorliegenden Bericht wird erstmals die Vermögensverteilung zwischen Frauen und
Männern auf Personenebene in Österreich untersucht und mit Analysen für Deutschland
verglichen. Es wurden bereits zahlreiche Studien zu den Themen der Einkommensverteilung
und dem geschlechtsspezi?schen Lohnunterschied publiziert, die Analyse von Vermögensunter-
schieden zwischen Geschlechtern stand bisher allerdings nicht im Zentrum der Betrachtung.
Dabei ist gerade Vermögen ein wesentlich umfassenderes Maß für den Wohlstand eines Haus-
halts bzw. Individuums. Die Untersuchung der geschlechtsspezi?schen Vermögenslücke erfolgt
im Rahmen dieses Berichts zum ersten Mal für Österreich anhand von Individualdaten aus
dem 2014 Household Finance and Consumption Survey (HFCS1). Darüber hinaus werden
Auswertungen für Deutschland mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP2) durchge-
führt und zu den Ergebnissen für Österreich in Bezug gesetzt. Die Analyseergebnisse zeigen,
dass das Nettovermögen innerhalb von Paarhaushalten in beiden betrachteten Ländern un-
gleich verteilt ist und eine geschlechtsspezi?sche Vermögensdi?erenz zu Lasten der Frauen
existiert. In österreichischen Paarhaushalten kann im Durchschnitt ein Gender Wealth Gap
in Höhe von 58.417e ermittelt werden. Frauen in österreichischen Paarhaushalten besitzen
demnach um 28% weniger Vermögen als Männer. Der vorliegende Bericht analysiert des
Weiteren Unterschiede hinsichtlich Nettovermögen von Frauen und Männern in österrei-
chischen Paar- und Single-Haushalten anhand von Haushaltsstruktur, Entscheidungsmacht,
Bildung, Beschäftigung und Alter. Für Deutschland können ebenfalls geschlechtsspezi?sche
Vermögensdi?erenzen zu Lasten der Frauen beobachtet werden. In Paarhaushalten wird ein
durchschnittlicher Gender Wealth Gap in Höhe von 40.599e ermittelt. Frauen in deutschen
Paarhaushalten besitzen demnach um 32% weniger Vermögen als Männer.
1This paper uses data from the Eurosystem Household Finance and Consumption Survey. The results published
and the related observations and analysis may not correspond to results or analysis of the data producers.
2Die in diesem Bericht verwendeten Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) wurden vom Deutschen
Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bereitgestellt.
i
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.