Full text: Pflichtpraktikum für Handelsschulen

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„Was habt ihr bisher über das Pflichtpraktikum gelernt?“ Besser war es zu 
fragen: „Wie geht es euch mit dem Pflichtpraktikum?“ Während die erste Frage 
die SchülerInnen eher sprachlos machte, brachte die zweite Formulierung die 
SchülerInnen dazu, ihre jeweilige Gefühlslage zum Ausdruck zu bringen. Ich 
versuchte, mich so gut wie möglich in ihre Situation zu versetzen.  
Die SchülerInnen wurden von ihrem Klassenlehrer oder sogar vom Herrn 
Direktor bzw. der Frau Direktorin persönlich darüber informiert, dass da ein 
„Herr aus Wien“ bzw. ein „Herr aus dem Ministerium“ kommt, um sie über das 
Pflichtpraktikum zu befragen. Aus meiner eigenen Schulzeit weiß ich, dass jede 
fremde Person, die in die Klasse kam – meist handelte es sich um den 
Inspektor – großes Unbehagen auslöste. Die meisten SchülerInnen waren, was 
mich nicht verwunderte, vor der ersten Befragungsrunde angespannt. Dass ich 
den Einstieg gut schaffte, zeigte mir die folgende Beobachtung in einer 
Handelsschule besonders deutlich. Eine Schülerin rief nach ihrer ersten 
Befragung hörbar erleichtert der nächsten Gruppe am Gang entgegen: „Das 
Interview ist super chillig.“ Diese positive Reaktion zeigte mir, dass ich die 
richtige Gesprächsebene getroffen hatte. Die meisten SchülerInnen empfanden 
die Befragung als willkommene Abwechslung ihres Schulalltages und freuten 
sich auf den nächsten Befragungstermin. 
Ich habe viele junge Menschen kennengelernt, die zum Zeitpunkt der 
Datenerhebungsphase an einem schwierigen Punkt ihrer Ausbildung angelangt 
waren. Viele SchülerInnen wussten nicht, was sie nach der HAS machen 
werden, ja manche zweifelten gar an der Sinnhaftigkeit, die HAS 
abzuschließen. Während des langen Zeitraums der Datensammlung wurde 
jedoch vielen SchülerInnen klar, wie ihre nahe Zukunft aussehen wird. Ihre 
persönlichen Erfahrungen mit den Praktika trugen nicht selten zur 
Konkretisierung ihrer beruflichen Pläne bei. 
 
Ich fühlte mich von meinen AuftraggeberInnen während des gesamten 
Forschungsprozesses sehr gut unterstützt. Auch an den verschiedenen 
Schulstandorten gab es ein wohlwollendes Entgegenkommen, das sich spürbar 
auch auf die SchülerInnen übertrug. Gegen Ende der Datenerhebungsphase 
kam es allerdings an einem Schulstandort zu einer schwierigen Situation. Zum 
Glück eskalierte die Meinungsverschiedenheit jedoch erst nach Abschluss der
        

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