Full text: IFAM Info - 2003 Heft 2 (2)

TERMINE Frühjahr 2003 Kurse für den Aufsichtsrat IFAM-Workshop 17.–18. 6. 2003 Die Europäische Aktiengesell- schaft (SE) Herbst 2003 IFAM-Grundausbildung Die Grundmodule 1 bis 3 sind für den Herbst bereits ausge- bucht. Bitte rechtzeitig für die Seminare im Frühjahr 2004 vor- merken lassen! IFAM-Workshops 1. 10. 2003 Mitbestimmung in Vereinen – Das neue Vereinsgesetz 18. 11. 2003 Aktuelle Judikatur im ArbVG und AVRAG 1. 12. 2003 FAQ, Die häufigsten Fragen im Aufsichtsrat 9.–10. 12. 2003 Von Ausgliederungen bis Re-Engineering – Betriebsrat in betrieblichen Veränderungs- prozessen IFAM-Auskünfte Heinz Leitsmüller 01/501 65/2650 Friederike Froihofer 02236/446 46/298 IFAM-Anmeldung ÖGB-Bildungsreferat 01/534 44/420 IFAM  schaurechnung unter Berücksichtigung der künfti- gen Entwicklung schriftlich zu berichten (Quartals- bericht)“. Folgender Beitrag beschäftigt sich nun mit der Frage nach dem Was und Wie eines Quartalsbe- richts und soll neben den Vorteilen einer erhöhten Publizität auch Probleme im Zusammenhang mit der Quartalsberichtserstattung zur Sprache brin- gen. DIE ZIELE VON QUARTALSBERICHTEN Ein Quartalsbericht ist von hohem Informationswert für das Anlegerpublikum, welches damit regelmäßige, zeitnahe und verlässliche Informationen über die Ver- mögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unterneh- mens und die künftige Entwicklung des Geschäftsjah- res erhält. Der Quartalsbericht wird grundsätzlich als ein eigenständiges Rechnungslegungsinstrument ver- standen, das die Entwicklung seit dem letzten Jahres- abschluss darstellen und gleichzeitig eine Prognose des Jahresergebnisses ermöglichen soll. Er konzentriert sich daher auf wesentliche Aktivitäten, Ereignisse und Umstände eines relativ kurzen Zeit- raums. VON KURZFRISTIGKEIT ZU KURZSICHTIGKEIT... Und hier wird auch schon ein Hauptkritikpunkt sicht- bar: kurzfristig wie ein Quartalsbericht eben ist, verleitet er auch zur Gefahr kurzfristigen Denkens. Was sind das nun für Gefahren: Zuerst einmal ist zu bedenken, dass sich Unterneh- men normalerweise nicht in Quartalszyklen ent- wickeln. Es kann saisonal unterschiedliche Geschäftsverläufe geben. Speziell für stark exportorientierte Unterneh- men hängen oft große Teile ihres Umsatzes von den Wechselkursen ab, die nicht von den Unternehmen zu beeinflussen sind. Sie können kurzfristig die Ge- schäftsentwicklung und deren Ausweis in den Quar- talsberichten entscheiden. Weiters gilt: Alle Unternehmen leben vom Investieren (und nicht vom Personalkostenreduzieren, wie leider so manche, meist ohnedies nicht sehr erfolgreiche Unternehmen, zu glauben scheinen). Investieren braucht aber seine Zeit. Investitionsprogramme, Ent- wicklung, Umbauten, die Aufschließung neuer Märkte, Qualifizierung von ArbeitnehmerInnen usw. sind alles Vorgänge, die länger als drei Monate dauern, aber wegen eines erhöhten Kapitalbedarfs die Bilanz be- lasten. Bestimmte nötige Investitionen können so nicht rechtzeitig getätigt werden, da man fürchtet, bei der Präsentation möglicherweise enttäuschender Zwi- schenergebnisse von den Analysten bestraft zu wer- den. Der Planungshorizont der Unternehmen kann dadurch deutlich verkürzt werden. Den Unternehmen wird die Zeit und Ruhe zur ungestörten Entwicklung genom- men. Und dazu kommen noch einige spezifische Bilanzie- rungsprobleme im Quartalsbericht, wie z.B.:  Unregelmäßig wiederkehrende Aufwands- und Er- tragspositionen führen zu um so größeren Verzerrun- gen, je kürzer die Abrechnungsperiode ist.  Unterjährige Erfolgsziffern sind bei ausgeprägt saisonalem Geschäftsverlauf nur bedingt aussage- fähig.  Ungelöst ist vielfach auch noch die Frage, wie Posi- tionen zu behandeln sind, die sich spezifisch auf das laufende Geschäftsjahr beziehen (Kosten der Ab- schlussprüfung, Kundenboni, Mitarbeiterprovisionen etc.)  Quartalsberichte sind sog. „Pro-forma-statements“. Die für die Erstellung des Jahresabschlusses erfor- derliche Einhaltung von Bewertungsregelungen, Gliederungsvorschriften etc. ist nur bedingt vorge- schrieben. Es besteht die Gefahr, dass wirtschaftli- che Probleme durch allzu optimistische Gewinnaus- sichten in den Quartalsberichten kaschiert werden könnten.

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