Full text: IFAM Info - 2010 Heft 3 (3)

Für eine effiziente Aufsichtsrats arbeit und gute Abschlussprüfung ist eine intensive Zusammen arbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer von entscheidender Bedeutung. So hat auch das Unternehmensrechts­ änderungsgesetz (URÄG 2008) den Aufsichtsrat in seiner Rolle als Auftraggeber des Abschlussprüfers gestärkt und damit klargestellt, dass der Abschluss­ prüfer ein Hilfsorgan des Aufsichtsrats ist. Im Folgen­ den soll ein Überblick über die Verbindung zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer von der Wahl bis zur Auftragserfüllung gegeben werden. Vorschlagsrecht des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat der Haupt(General)versammlung einen Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers zu erstat­ ten. Dazu bedarf es einer Aufsichtsratssitzung, in deren Verlauf sich die AufR­Mitglieder darauf verständigen, welche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschluss­ prüfer beauftragt werden soll. Der AufR­Vorsitzende holt von diesen Prüfungsfirmen Angebote ein. Mit dem Prüfer, der am besten qualifiziert erscheint, wird – im Allgemeinen vom Prüfungsausschuss – ein Gespräch geführt. Der Aufsichtsrat hat dabei festzu stellen, ob die Unabhängigkeit des Prüfers beeinträchtigt sein könnte und mit dem Abschlussprüfer die Konditionen für den Fall seiner Bestellung zu vereinbaren. Unabhängigkeitserklärung des Prüfers Liegt eine Befangenheit durch Beziehungen geschäft­ licher, finanzieller oder persönlicher Art vor, darf ein Prüfer die Abschlussprüfung nicht vornehmen. Es genügt bereits die „Besorgnis“, dass ein Befangen­ heits­ oder Ausschlussgrund vorliegt. Im Rahmen einer Unabhängig keitserklärung an den Aufsichtsrat bzw Prüfungsausschuss hat der Abschlussprüfer noch vor Aufnahme in den Wahlvorschlag alle Umstände darzu­ legen, die seine Unabhängigkeit oder Unbefangenheit gefährden könnten sowie allfällig getroffene Schutz­ maßnahmen zur Sicherstellung einer unabhängigen und unbefangenen Prüfung aufzuzeigen. Weiters hat er eine nach Leistungskategorien gegliederte Aufstellung über das für das voran gegangene Geschäftsjahr von der Gesellschaft erhaltene Entgelt vorzulegen sowie über die Einbeziehung in ein gesetzliches Qualitätssicherungs­ system zu berichten. Ausschlussgründe des Prüfers Im Unternehmensgesetzbuch (§ 271 UGB) sind ua folgende Ausschlussgründe definiert: ? wenn der Prüfer Anteile an der zu prüfenden Gesell­ schaft (bzw an Konzerngesellschaften) oder auf den Erwerb, Verwaltung und Veräußerung derartiger An teile maßgeblichen Einfluss hat (= finanzielles Interesse) ? wenn der Prüfer gesetzlicher Vertreter oder Mitglied des Aufsichtsrats des zu prüfenden Unter nehmens ist oder in den letzten 2 Jahren war (= Selbstprüfung) DAS VERHÄLTNIS zwIScHEN AUFSIcHTSRAT UND ABScHLUSSPRÜFER INSTITUT FÜR AUFSIcHTSRAT-MITBESTIMMUNg · NR. 3 – AUgUST 2010 · www.ifam-aufsichtsrat.at INES HOFMANN, Ak wIEN BETRIEBSwIRTSCHAFT Ifam INFO

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