Full text: IFAM Info - 2011 Heft 1 (1)

Kodex 2010: Erste Evaluierung
Die aktuellste Kodex Fassung vom Jänner 2010 gilt für 
die Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2009 begin-
nen. Allerdings geben bereits neun bzw. 14,5 Prozent 
der Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 ein freiwilli-
ges Bekenntnis zum Kodex in der Fassung 2010 ab. 
Damit kann sich die Öffentlichkeit bereits jetzt ein erstes 
Bild von der Umsetzungspraxis machen: Mit Spannung 
erwartet wurde der Umgang mit der neuen Vorgabe, 
dass offengelegt werden muss, welche Maßnahmen zur 
Förderung von Frauen im Vorstand, im Aufsichtsrat und 
in leitenden Stellungen der Gesellschaft gesetzt werden.
Die vorliegenden Berichte gemäß Kodex-Fassung 2010 
enttäuschen allerdings und bleiben hinter den Erwartun-
gen zurück, zB. sieht das Unternehmen Mayr-Melnhof 
Karton AG keinen Handlungsbedarf, verstärkt Frauen in 
Führungspositionen zu bringen: „Positionen im Bereich 
Vorstand, Aufsichtsrat und leitende Stellen werden aus-
schließlich nach der fachlichen und persönlichen Quali-
fikation besetzt.“ 
Die Evaluierung der Corporate Governance Berichte hat 
einmal mehr gezeigt, dass der Handlungsbedarf hoch 
ist, will Österreich nicht weiter zu den Schlusslichtern in 
Europa zählen. Ohne Gesetze bleibt der Kodex – trotz 
vieler Novellen – wirkungslos.
Mehr Zeit und Raum für Corporate Governance! 
Im November 2009 hat die AK Wien eine Untersuchung 
zur Aufsichtsarbeit in der Krise durchgeführt, bei der 
auch das Thema „Corporate Governance“ Bestandteil 
war. Diese Untersuchung hat gezeigt, dass nur in knapp 
40 Prozent der Aufsichtsratssitzungen der  Coporate 
Governance Bericht diskutiert wird. Die folgende Check-
liste soll helfen, dass Corporate Governace in der Auf-
sichtsratssitzung verstärkt zum Thema wird. Nur so ist es 
möglich die Spielregeln für „good governance“ konkret 
zu definieren, zu kommunizieren und zu praktizieren. Für 
eine zielorientierte Diskussion im Gremium sind folgende 
drei Punkte allenfalls zu berücksichtigen:
n  Fordere in der Aufsichtsratssitzung den Corporate 
Governance Bericht und Zeit für eine ausreichende 
Diskussion darüber ein! 
n  Welche Kodex-Empfehlungen werden warum nicht 
eingehalten (zB. Transparenz der Vorstandsvergütung 
etc.)?
n  Erscheint die Begründung dafür ausreichend und 
verständlich? Wenn das nicht der Fall ist, nachfragen!
nifAM
AK unternehMensMonitor 2009: 
Keine sPur Von Krise
MArKus oBerrAuter, chrIstInA WIeser, AK WIen BetrIeBsWIrtschAFt
Zum ersten Mal veröffentlichen die 
Arbeiterkammern NÖ, OÖ und Wien 
im Dezember 2010 die Ergebnisse 
des AK-Unternehmensmonitors für 
die Jahre 2005 bis 2009: Dieses neu 
entwickelte Analyseinstrument nimmt 
ab jetzt alljährlich die Performance 
der heimischen Unternehmen unter 
die Lupe. Im Unterschied zu gängi-
gen makroökonomischen Studien, 
stellt der AK-Monitor die Mikroebene 
und damit die einzelnen Unterneh-
men in den Fokus der Betrachtung. 
Die Bilanzdatenbank der Arbeiter-
kammer macht es möglich, dass die 
Jahresabschlussdaten von rd. 1.500 
mittelgroßen und großen Gesellschaften in die Untersu-
chung einfließen konnten. 
Krise verfestigt Verteilungsschieflage
Die herrschende Verteilungsschieflage hat sich in der 
Krise weiter verfestigt. Die KapitaleignerInnen haben 
auch in Krisenzeiten satte Profite eingefahren. In den 
letzten Jahren wurden hervorragende Eigenkapital-
renditen von bis zu 15 Prozent lukriert. Bedingt durch 
Zinssenkungen haben die ÖsterreicherInnen jedoch nur 
magere Zinsen auf das Ersparte erhalten, die Anteils-
eignerInnen konnten hingegen sogar im Krisenjahr 2009 
eine Rentabilität bezogen auf das eingesetzte Kapital 
von im Schnitt 10 Prozent erzielen. Spitzenreiter ist die 
Sachgüterindustrie mit fast 16 Prozent und damit einer 
ausgezeichneten Eigenkapitalrentabilität.
Krisenfeste Dividende  
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Aus-
schüttungen der heimischen Unternehmen im Verhältnis 
zu den Löhnen und Gehältern in den letzten fünf Jahren
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.