Full text: Flexible Arbeitszeitarrangements aus der Perspektive österreichischer ArbeitnehmerInnen (182)

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? Was beeinflusst die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung? 
In diesem Abschnitt wird mit multivariaten Modellen (logistische ordinale Regression) 
untersucht, wie die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung mit den arbeitsbezogenen 
Rahmenbedingungen zusammenhängt. Als mögliche Einflussgrößen werden neben den 
für die Bildung der Arbeitszeitarrangements verwendeten Variablen (Überstunden-
sonderregelung, Zeiterfassung und Autonomie in der Arbeitszeitgestaltung) die normalen 
Wochenarbeitsstunden, wie oft länger gearbeitet werden muss und wie leicht es ist, 
kurzfristig frei zu nehmen, in das Modell aufgenommen. Auf Kontrollvariablen, wie den 
Bildungsstand oder die Branche, wird hier bewusst verzichtet, da der Fokus auf den 
Rahmenbedingungen der Arbeitszeitgestaltung liegen soll. Variationen, die sich aus der 
Branche, dem Bildungsstand oder der Profession ergeben, so die Annahme, sollten sich 
in unterschiedlichen Ausprägungen der unabhängigen Variable niederschlagen. Da eine 
zentrale Fragestellung des Projektes war, wie Arbeitszeiterfassung und Autonomie 
zusammenhängen, werden dafür auch Interaktionen berücksichtigt. So kann etwa darauf 
eingegangen werden, dass sich keine Zeiterfassung etwa bei fixen Arbeitszeiten anders 
auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung auswirkt als bei selbstgesteuerten 
Arbeitszeiten. Außerdem werden für Männer und Frauen sowie für Voll- und Teilzeit 
separate Modelle gerechnet, womit gezeigt werden kann, ob es unterschiedliche 
Wirkmechanismen in den einzelnen Gruppen gibt (Tabelle 11Tabelle 11). Methodisch 
wird dafür eine ordinale Regression (logarithmische Linkfunktion) herangezogen. In 
einer zweiten Regressionsanalyse werden nur jene unselbständig Beschäftigten 
untersucht, die nicht vollkommen selbstgesteuerte Arbeitszeiten haben (Tabelle 12). Sie 
bekommen nämlich auch die Frage, wie schwer bzw. einfach es ist, sich kurzfristig 
einzelne Stunden frei zu nehmen. Da die teilzeitbeschäftigten Männer eine relativ kleine 
und heterogene Gruppe bilden, die noch dazu wenige Fälle umfasst, werden sie in den 
hier dargestellten Regressionsanalysen nicht dargestellt. Die Ergebnisse werden hier im 
Folgenden zusammengefasst für Männer in Vollzeit und Frauen in Teilzeit sowie in 
Vollzeit, wobei auf die Gruppen nur eingegangen wird, wenn sich klare Unterschiede 
zeigen. 
Eine Überstundensonderregelung hat keinen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit mit 
der Arbeitszeitgestaltung. Allerdings wirkt sie sich eine Überstundensonderregelung auf 
diese Länge der Arbeitszeit aus. Diese wirkt wiederum bei Vollzeitbeschäftigten negativ 
auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung. Insofern ist von einem indirekten 
Einfluss von Überstundensonderregelungen über die längeren Arbeitszeiten auf die 
Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung auszugehen. 
Klar negativ hingegen wirkt sich die Entgrenzung auf die Zufriedenheit mit der Arbeits-
zeitgestaltung aus. In allen drei Regressionsmodellen hat es einen klar negativen Einfluss, 
wenn man mindestens einmal pro Woche länger in der Arbeit bleiben muss. Kommt die 
Anforderung länger zu bleiben allerdings nur einmal im Monat vor, hat das vor allem 
einen Einfluss auf vollzeitbeschäftigte Frauen. Hier zeigen sich höchstwahrscheinlich 
Vereinbarkeitsprobleme, die für Männer und teilzeitbeschäftigte Frauen noch im Bereich 
des Erträglichen sind.
        

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