Full text: Flexible Arbeitszeitarrangements aus der Perspektive österreichischer ArbeitnehmerInnen (182)

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Die Möglichkeit, Beginn und Endzeiten der Arbeit festzulegen, hat, ebenso wie die 
Möglichkeit, einfach kurzfristig frei zu nehmen, einen durchwegs positiven Einfluss auf 
die Zufriedenheit. Durchwegs negativ wirken sich die Häufigkeit, unter Zeitdruck zu 
arbeiten sowie die Erwartung, regelmäßig länger zu bleiben, aus. Bei der Zeiterfassung 
zeichnet sich hingegen ein mehrschichtiges Bild. So wirkt sich keine Zeiterfassung bei 
fixen Arbeitszeiten positiv auf die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung aus. Bei 
vollzeitbeschäftigten Männern mit vollkommen selbstbestimmten Arbeitszeiten sinkt 
hingegen die Zufriedenheit mit der Arbeitszeitgestaltung, wenn keine Zeiterfassung 
erfolgt. Innerhalb der Modelle zeichnen sich ansonsten keine wesentlichen Unterschiede 
zwischen Männern in Vollzeit und Frauen in Voll- und Teilzeit ab. Das heißt, die 
beschriebenen Zusammenhänge wirken unabhängig von geschlechtsspezifischen 
Aufgabenverteilungen und Rollenerwartungen.7 
VIII. WEITERBILDUNG 
? Vor allem Personen, die ohnehin bereits höherqualifiziert sind, nehmen auch an 
beruflicher Aus- und Weiterbildung teil 
? Das Ausmaß der Selbststeuerung der Arbeitszeit hat in den multivariaten Analysen 
keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, eine berufliche aus und Weiterbildung 
zu besuchen. Sehr viel stärker ist auch hier der Einfluss des bereits erworbenen 
(formalen) Bildungsabschlusses. 
? Frauen bilden sich häufiger außerhalb der Arbeitszeit weiter als Männer, dies trifft 
auf Frauen in Teilzeit noch stärker zu als auf Frauen mit einer Vollzeit-
beschäftigung. 
In zahlreichen Branchen und Berufen wird, um den Arbeitsanforderungen der Arbeit 
entsprechen zu können, permanente Weiterbildung zunehmend wichtig. Die 
Digitalisierung der Arbeit wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weite Bereiche 
des Arbeitsmarktes betreffen und zu tiefgreifenden Veränderungen der Berufsbilder und 
der dafür notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse führen.  
Vor diesem Hintergrund soll in diesem abschließenden Kapitel des Berichts untersucht 
werden, ob es einen Zusammenhang zwischen flexiblen Arbeitszeitarrangements und 
beruflicher Weiterbildung gibt. Hindern beispielsweise flexible Arbeitsarrangements 
ArbeitnehmerInnen daran, die nötige Zeit für berufliche Weiterbildung aufzubringen, 
oder erlauben gerade flexible Arbeitszeitformen den Beschäftigen, diese in Anspruch zu 
nehmen? Oder wird die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung viel stärker von anderen 
Faktoren beeinflusst?  
Hinzu kommt als zweite Frage, die eng mit der Teilnahme an Weiterbildung verknüpft 
ist, jene nach dem Zeitpunkt des Kurses und damit auch der Finanzierung. Berufliche 
                                                 
7 Es wurden auch Modelle für Männer und Frauen jeweils separat mit und ohne Betreuungsverantwortung 
gerechnet. Auch hier waren die Modelle jeweils strukturähnlich.
        

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