Full text: Flexible Arbeitszeitarrangements aus der Perspektive österreichischer ArbeitnehmerInnen (182)

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Weiterbildung wird entweder während der bezahlten Arbeitszeit besucht und in diesem 
Fall meist vom/von der ArbeitgeberIn finanziert, oder die berufliche Weiterbildung wird 
in der Freizeit besucht und dann auch häufig von den ArbeitnehmerInnen selbst bezahlt. 
Beide Fragen werden in den folgenden Abschnitten diskutiert. Einleitend muss aber auf 
einige Einschränkungen der vorhandenen Daten hingewiesen werden. 
? Datenbasis 
Die Fragen nach der Teilnahme an beruflicher Aus- und Weiterbildung sind Teil des 
Grundprogramms der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und entsprechen den 
Vorgaben des internationalen Labour Force Surveys. Leider bringt diese 
Befragungsstrategie für sozialwissenschaftliche Analysen zu Fragen nach der Teilnahme 
an beruflicher Weiterbildung und deren Finanzierung einige Einschränkungen mit sich. 
Auf diese soll hier vor der Präsentation der Ergebnisse kurz eingegangen werden. Die 
Fragen nach der Teilnahme an Aus- und Weiterbildungen beziehen sich, egal ob beruflich 
oder als Freizeitkurs, auf den Zeitraum von vier Wochen vor der Befragung.8 Für die 
letzte in diesem Zeitraum genannte Ausbildung wird weiter gefragt, ob es sich um eine 
vorwiegend berufliche oder freizeitbezogene Ausbildung handelt und ob diese innerhalb 
der bezahlten Arbeitszeit besucht wurde. Mit diesem sehr eng gefassten Zeitfenster wird 
natürlich nur ein Teil der besuchten Kurse erfasst. Wesentlich ergiebiger wäre es bspw., 
nach den Kursen im letzten halben Jahr zu fragen. Zusätzlich hat dieser Zeitraum von vier 
Wochen zur Folge, dass nur mehr ein geringer Teil, nämlich jene Personen, die in den 
vier Wochen vor der Befragung Kurse besucht haben, Antwort auf die weiterführenden 
Fragen zum Besuch von Ausbildungen in der Freizeit oder während der bezahlten 
Arbeitszeit gibt.  
? Zugang zu Aus- und Weiterbildung 
In einer 2012 veröffentlichten Analyse von Krenn und Kasper stellen die AutorInnen 
einleitend die geringere Beteiligung von Menschen mit niedrigerer formaler Qualifikation 
an beruflicher Aus- und Weiterbildung fest und geben, basierend auf wissenschaftlicher 
Literatur, einen Überblick über zentrale Einflussfaktoren.  
„Für die geringen Beteiligungsquoten von gering Qualifizierten werden 
zum einen Barrieren beim Zugang verantwortlich gemacht, wobei die 
Zugehörigkeit zu Gelegenheit schaffenden Berufen, Branchen, Betrieben 
und Regionen als die wichtigsten Faktoren angesehen werden 
(Bolder/Hendrich 2000). Aber auch subjektive Faktoren spielen dafür eine 
wichtige Rolle. Das sind auf dem Hintergrund negativer Schulerfahrungen 
und belastender familiärer Umgebungen ausgebildete, persönliche 
Dispositionen, wie geringes Lerninteresse, Distanz zum Lernen, Ängste 
vor Misserfolg, mangelndes Vertrauen in die eigenen Lernfähigkeiten, 
                                                 
8 Exakt: während der Referenzwoche und den drei Wochen davor.
        

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