Full text: Die subjektive Erfahrung des Bezugs der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in Niederösterreich: eine interviewbasierte Analyse (185)

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„Ja nach diese/ ja 1400 ((mhhm)). (…) Ja der/ in Niederösterreich ungefähr, ja ungefähr zwei Jahre/ ja 
ganz äh Niederösterreich/ jede Flüchtling, jede Familie 1400 ((mhhm)). Und früher war äh 1600, und 
dann (..) der neue Gesetz ((mhhm)), ja 1400.“ (mb_mm_19) 
 
Die finanziellen Schwierigkeiten nahmen in dieser Zeit zu, jedoch konnten die Befragten nicht konkret 
benennen, worin die Einschränkungen lagen. Mehrere verwiesen auf hohe Ausgaben, die mit dem 
Schulbesuch der Kinder einhergehen und dazu führen, Einsparungen in anderen Bereichen vornehmen 
zu müssen. Ein Befragter sagte, dass er mit dem Wegfall der Deckelung nun wieder leichter den Strom 
bezahlen könne und ein anderer musste mit seiner Frau und seinen sechs Kindern die Wohnung 
aufgeben, da er sich die Miete in Höhe von 800 Euro nicht mehr leisten konnte. Nun wohnt er auf 90m2 
mit vier Schlafzimmern. Einige Befragten nannten die exakte Planung der Ausgaben als Strategie, um 
mit den niedrigeren Bezügen auszukommen. Ein weiterer Befragter erzählte, dass er während der 
Deckelung nach dem 20. des Monats über keine finanziellen Mittel mehr verfügte.  
 
„Ich habe eine alte Wohnung gefunden, das ist/ war von Gemeinde in (Name des Orts) ((mhm, mhm)) 
das zirka 400Euro monatlich bezahlen ((mhm, okay)), weil das war 1.500 Euro für ganze Familie und 
das war sicher sehr schlecht und nicht genug für die ganze Familie. Die Kinder brauchen viel Geld in der 
Schule ((mhm, mhm)) (räuspert) leben, essen, trinken, die Strom, Miete, Kleidung, (unv.) ((ja)) sicher 
aber (mh) ich glaube im März ist die auf/ auf was soll man Gerichts ((mhm, ja)) dieses äh Gesetz schon 
weg ((ja)) ja jetzt ein bisschen besser alles.“ 
 
„Es war 1.500, ein Jahr lang, glaub ich ((mhm, mhm)), dann wieder bekommen, (.) besser, jetzt 
bekommen 1.750 vielleicht ((mhm, mhm)) nicht mehr, äh, nicht viel verschieden, aber 250 sicher (.) 
((ja)) besser, kann man Strom zahlen ((mh, ja)) (..).“ (mb_mm_10) 
 
Die Befragten mit Asylberechtigung waren besser über die Kürzungen der Bedarfsorientierten 
Mindestsicherung informiert als die Befragten aus Österreich.  
 
„Ja, jetzt gut ((mhm)), jetzt hab ich kein Problem, ((mhm)) aber ich will arbeiten ((ja)), ich kann bei 
Sozialgeld ((ja)) nicht bleiben, aber, ich weiß nicht, sie wollen hier jetzt noch wieder runtergeben ((ja, 
ja)) aber, glaub ich, das geht nicht ((ja)) sicher das geht nicht ((ja)), mit kleine Familien vielleicht kein 
Problem ((mhm)), aber mit größeren Familien, was machen? […] Es heißt Mindestsicherung/ mindest 
((mhm, mhm)), wie wollen Sie noch runtergehen? ((ja, ja)) Kann man nicht verstehen. Es heißt mindest/ 
Mindestleben, ((ja)) oder?“ (mb_mm_10) 
 
Die meisten Befragten gaben an, in Notlagen Unterstützung von Bekannten oder Verwandten zu 
erhalten.  
 
Von den 30 Befragten sind acht weibliche Befragte alleinerziehend, zwei davon asylberechtigt. Drei 
Befragte sind Vollbezieher, zwei erhalten zusätzlich zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung noch 
Zahlung aus der Notstandshilfe und zwei weitere Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung in 
Verbindung mit dem Besuch von Deutschkursen.  
 
Fünf der Befragten geben an, auf die Überweisung der Alimente von ihren ehemaligen Partnern 
angewiesen zu sein. Dies gehe mit starker finanzieller Unsicherheit einher, da sie die Geldleistungen
        

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