Full text: Europäischer Pakt für sozialen Fortschritt

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? Der Europäische Pakt für sozialen Fortschritt vom November 2016, getragen von den 
maßgeblichen  Gewerkschaftsbünden  und  sozialdemokratischen  Parteien  aus 
Schweden,  Österreich  und  Deutschland  setzt  richtig  an:  Gefordert  wird  im 
Wesentlichen  ein  Rückbau  der  Marktfreiheiten  von  parteilichen 
Unternehmergrundrechten  zu  normalen  Gleichbehandlungsgeboten  und  ein 
wirksamer  Ausschluss  von  leistungsfeindlichem  transnationalem  Wettbewerb,  der 
rein auf der Basis von Arbeitskosten ausgetragen wird. 
 
? Diese  Forderungen  des  Europäischen  Paktes  für  sozialen  Fortschritt  lassen  sich  in 
einfache und klare Änderungen des Primärrechts der Union gießen. Diese Änderungen 
laufen keinesfalls auf einen Bruch mit den Grundprinzipien der Binnenmarktverfassung 
hinaus, bringen diese zum Teil sogar erst zu in sich stimmigem Ausdruck. 
 
? Die  im Folgenden vorgelegten Fallstudien zu den Feldern Tarifautonomie, staatliche 
Unternehmenskontrolle  und  Arbeitnehmerentsendung  belegen,  dass  durch  die  aus 
den  Forderungen  des  Europäischen  Paktes  für  sozialen  Fortschritt  abzuleitenden 
Änderungen  des  Primärrechts  die  liberalistische  Voreinstellung  der 
Binnenmarktverfassung der Union effektiv korrigiert würde.  
 
? Insgesamt eignen sich die Vorschläge zu den Änderungen des Primärrechts der Union 
im Pakt als starke und belastbare Verhandlungsposition  im Rahmen einer künftigen 
Vertragsrevision zur Vertiefung der Integration, jedenfalls für all diejenigen politischen 
Akteure,  die  die  Interessen  der  abhängig  Beschäftigten  in  der  Europäischen  Union 
vertreten wollen. 
 
 
 
   
        

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