Full text: Alternative Suchmaschinen

Praxistest | Alternative Suchmaschinen – Im Schatten der Giganten  
 
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2012 ging Google noch einen Schritt weiter – alle Google-Dienste (z.B. E-Mail, 
Kalender, Cloud) werden seitdem als ein einheitliches Netzwerk behandelt. Es 
wird dadurch möglich – theoretisch – umfassend über das Online-Verhalten von 
Online-Nutzer/innen Bescheid zu wissen.5 Google stellt mit über 2 Milliarden 
aktiven Geräten pro Monat auch das weltweit weitverbreitetste Betriebssystem 
Android für Mobilgeräte bereit und vertreibt einen eigenen Browser (Chrome). 
Die Personalisierung der Online-Suche als Gegenteil von Privatsphäre zu sehen, 
greift zu kurz. Personalisierung kann die Nutzer/innen auch unterstützen bessere 
Ergebnisse zu erzielen, ohne dass daraus Nachteile erwachsen. Alternative Such-
dienste bieten in diesem Sinne teils an, dass Cookies zu Suchpräferenzen lokal 
gespeichert werden. Kritisch wird Personalisierung, wenn das Verhalten von 
Nutzer/innen umfassender – auch aus anderen Diensten – dafür einbezogen wird.   
Intransparente Algorithmen und Verzerrungen 
Die Reihung der Ergebnisse bei Google unterliegt komplexen mathematischen 
Vorgängen – ist aber jedenfalls eine Black-Box für die Nutzer/innen.  
Die angewandten Algorithmen werden für ihre systematische Verzerrung der 
Realität kritisiert. Nicht alle Ideen, Identitäten und Aktivitäten werden bei der 
Reihung von Ergebnissen gleichwertig behandelt – die Universitätsprofessorin 
Safiya Umoja Noble spricht von „Algorithmen der Unterdrückung“ und illustriert 
wie auch Sexismus und Rassismus verstärkt würden. Die Suche nach „Black Girls“ 
oder „Asian Girls“ würde systematisch auf Porno-Seiten führen.6 Diese Kritik wird 
auch zum Thema „Filter Bubbles“ geäußert. Die Suchenden würden verstärkt 
Ergebnisse angezeigt bekommen, von denen sie bereits überzeugt sind – und die 
Vielfalt an Perspektiven aus dem Blick verlieren. Gerade in Zeiten von 
demokratischen Wahlen kocht dieses Thema immer wieder auf.    
Die Monopolstellung von Google 
Auch aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive wird die Reihung bzw. die Anzeige 
von Ergebnissen für mangelnde Transparenz und Verzerrungen kritisiert. Im Jahr 
2017 verhängte die Europäische Kommission eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro 
                                                          
 
5 Vgl. Hartl 2016. 
6 Vgl. Noble 2018.
        

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