Full text: Arbeitssituation von LSBTI-Personen in Österreich

Endbericht zur Arbeitssituation von LSBTI-Personen in Österreich Seite 106 SORA – Institute for Social Research and Consulting 5 Wie gehen Betroffene mit Ungleichbehandlung um und welche Verbesserungsmaßnahmen wünschen sie sich? 5.1 Umgang mit Benachteiligungen und Diskriminierung Das Ausmaß der erlebten Benachteiligungen, Ungleichbehandlungen und Dis- kriminierungen ist hoch. Vor allem die innerbetriebliche Situation hinsichtlich des sozialen Miteinanders ist für viele LSBTI-Personen u.a. von Herabwürdi- gungen, unangenehmen Witzen und Anspielungen bis hin zu offen an den Tag gelegten Diskriminierungen geprägt. Wie aber gehen die Betroffenen mit die- sen schwierigen Arbeitsverhältnissen und Erlebnissen um? Tabelle 24: Umgang mit Ungleichbehandlung und Diskriminierung im aktuellen Unternehmen nach Diskriminierungsform arbeitsbezogene Diskriminierung soziale Diskriminierung Mobbing und harte Diskriminierung Es stört mich zwar, aber ich ignoriere es 56% 54% 54% Diese Dinge lassen mich kalt, ich stehe darüber 30% 35% 29% Ich gehe in die Offensive und wehre mich 30% 30% 33% Ich weiß nicht, was ich machen soll 25% 19% 27% Ich versuche, über das Thema mit den betroffenen Personen zu reden 24% 26% 27% Ich wende mich an meine Kolleg*innen 22% 19% 27% Ich wende mich an meine Vorgesetzten/ Arbeitgeber*innen 16% 13% 18% Ich wende mich an den Betriebsrat oder eine andere zuständige Person 10% 7% 13% Ich wende mich an Beratungsstellen (z.B. Gleichbehandlungsanwaltschaft) 9% 5% 13% Anderes (z.B. „Supervision/Therapie“, „Kündigung“ usw.) 7% 4% 8% Ich wende mich an Interessensvertretungen wie z.B. die Arbeiterkammer 4% 2% 7% Ich gehe juristisch dagegen vor (z.B. Arbeitsgericht, Strafgericht …) 2% 1% 3% Anm: Spaltenprozent, Mehrfachnennungen waren möglich Die Art, wie betroffene LSBTI-Personen mit Diskriminierungserfahrungen um- gehen können, ist einerseits von individuellen Faktoren und persönlichen Ressourcen, andererseits aber auch von den objektiven Möglichkeiten der Le- benswelt abhängig (vgl. Liebscher / Fritzsche 2010, 53). Grundsätzlich zeigen sich kaum Unterschiede danach, ob die befragten LSBTI-Personen von einer arbeitsbezogenen Form der Diskriminierung (z.B. Informationsausschluss, un- sachgemäße Kritik in der Arbeit u.ä.), einer sozialen Form (z.B. Gerüchte, unangenehme Witze, Lächerlichmachen u.a.) oder härteren Formen der Dis- kriminierung (z.B. Mobbing, Psychoterror, Sachbeschäftigung u.ä.) betroffen waren. Die häufigste Form, mit diesen Ungleichbehandlungen und Diskriminie-

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