Volltext: Quo vadis Partizipation und Solidarität? (22)

3Ursula Filipic¡, Annika Schönauer SOLIDARITÄT UND PARTIZIPATION – QUO VADIS? VORWORT „Solidarität und Partizipation – quo vadis?“ lautete der Titel einer im Oktober 2019 in der AK Wien im Rahmen des Forschungsnetzwerks universitäre und außeruniversitäre Sozialforschung (SOZNET) durchgeführten Veranstaltung. Damit wurde eine gemeinsame Veranstaltungsreihe fortgesetzt, die 2017 mit dem Thema „Zur Zukunft von Arbeit und Wohlfahrtsstaat“ begonnen hatte. Die Kooperation zwischen der Arbeiterkammer Wien und SOZNET zielt darauf ab, den Austausch und Dialog zwischen sozialwissenschaftlicher Erkenntnis und gesellschaftspoliti- scher Praxis zu fördern und zu stärken. Die Einladung zu Vorträgen richtete sich auch dieses Mal an (insbesondere junge) Sozialwissen- schafterInnen, um ihre einschlägigen Forschungsarbeiten einem breiteren Publikum von For- scherInnen sowie Expertinnen und Experten zu präsentieren und sie mit ihnen zu diskutieren. Das Thema war bewusst weit gefasst: Partizipation verweist auf die Einbeziehung von Individu- en und Kollektiven in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse. Welche Solidaritäten daraus entstehen und welche Solidaritäten zur Beteiligung und Mitbestimmung beitragen, zeigen die Beiträge dieses Bandes für sehr unterschiedliche Themenfelder auf. Benjamin Herr thematisiert Voraussetzungen und Chancen kollektiver Handlungsfähigkeit von PlattformarbeiterInnen in der Wiener Essenszustellung. Hoch atypische, oftmals prekäre und starker Fluktuation unterworfene Arbeitsplätze stellen Gewerkschaften vor besondere Heraus- forderungen. Christine Esterbauer geht Einflussfaktoren und sozialen Räumen für Solidarität unter Bedingun- gen weitreichender Individualisierung auf den Grund. Sie zeigt dabei u. a., dass Solidarität ge- lernt werden kann, es dazu aber entsprechender sozialer Räume bedarf. Hubert Eichmann befasst sich mit der Sicht von Erwerbstätigen aus österreichischen ländlichen Regionen auf den Wohlfahrtsstaat, der grundsätzlich sehr positiv bewertet wird. Ausgeprägt ist sowohl die Solidarität mit sozial schwachen Gruppen wie auch die Orientierung am Prinzip der gegenseitigen Unterstützung. Im Zentrum von Daniel Keils Beitrag stehen Strategien rechter Parteien unter Bedingungen der Krise der Demokratie. Sie inszenieren sich dabei als soziale Parteien mit einem spezifischen Par- tizipationsangebot. Johanna Bröse beschäftigt sich mit Solidarität als Strukturelement politischer Bewegungen und geht der Frage nach, wie Solidarität zu einer universal gelebten Wirklichkeit werden kann. Berenike Ecker thematisiert erforderliche Faktoren für die Einbindung von marginalisierten jun- gen Menschen in die (Neu-)Gestaltung von Programmen zur Verbesserung ihrer Beschäfti- gungsfähigkeit. Sie zeigt auf, dass es notwendig ist, Erfahrungen und Bedürfnisse der Betroffe- nen in den Dialog mit Politik und Institutionen einzubeziehen.

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