Full text: Die COVID-19 Gesundheits- und Arbeitsmarktkrise und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung (211)

v ein erhöhtes Risiko, coronabedingt arbeitslos geworden zu sein. Weitere Risikofaktoren für eine Anmeldung zu KUA waren die Beschäftigung in der Privatwirtschaft (höheres Risiko in diesem Bereich für ArbeiterInnen als für Angestellte), der Nichtbesitz der österr. Staatsbürgerschaft sowie die Branchenzugehörigkeit (Handel, Tourismus/Gastronomie). Rund 36% der KurzarbeiterInnen haben mit ihrem/r Arbeitgeber/in vereinbart, ihre übliche Arbeitszeit auf 20% oder weniger zu reduzieren; rund ein Viertel vereinbarte, zumindest 80% der üblichen Stunden zu arbeiten. Männer vereinbarten im Schnitt 50% der üblichen Stunden zu arbeiten; Frauen lediglich 38%. Ein kleiner Teil übte in der KUA interessantere oder höher qualifizierte Tätigkeiten aus (rund 10% der Männer, 4% der Frauen). Da aber auch rund 11% der Männer und 18% der Frauen in der KUA weniger interessante oder weniger qualifizierte Tätigkeiten ausgeführt haben, könnte befürchtet werden, dass KUA in einigen Fällen zu einer Dequalifizierung der beruflichen Tätigkeit geführt hat. Auf Basis der Befunde könnte erwartet werden, dass sich die KUA länger- fristig stärker negativ auf die Berufslaufbahn von Frauen als von Männern auswirken könnte (stärkere Stundenreduktion und höheres Risiko einer Dequalifizierung). Die Studienergebnisse zeigen, dass Personen, die sich zum Zeitpunkt der Befragung in KUA befanden, im Vergleich zu Personen, die in regulärer Beschäftigung verblieben, eher der Meinung waren, dass sie an ihrem Arbeitsplatz unfair behandelt werden. Personen, die zum Zeitpunkt der Befragung in KUA waren, zeigten sich jedoch im Hinblick auf ihre zukünftigen Beschäftigungschancen zum Großteil optimistisch: So glaubten fast 80% nach Ende der KUA wieder zurück in die reguläre Beschäftigung zu wechseln, während nur rund 10% befürchteten nach Ende der KUA bald ihren Job zu verlieren. Neben der weit verbreiteten Arbeitszeitreduktion kam es zu weiteren tiefgreifenden Veränderungen in den Arbeitsbedingungen. Rund 27% der unselbständig Beschäftigten arbeiteten seit Beginn der Krise häufiger von zu Hause aus, wobei die Studie den Befund früherer Studien zu sozialen Unterschieden in dieser Hinsicht bestätigt: Personen mit Hochschulbildung wechselten am häufigsten ins Homeoffice. Etwa jede dritte Person, die coronabedingt häufiger im Homeoffice tätig war, war auch in Corona-KUA. Rund zwei Drittel der unselbständig Erwerbstätigen verzeichneten keine Veränderung in ihrem Verdienst. Rund 27% mussten leichte oder starke Lohneinbußen hinnehmen, wobei das Risiko für Lohneinbußen für junge Erwerbstätige und ArbeiterInnen deutlich höher war bzw. auch für die Beschäftigten im Tourismus und in der Gastronomie, am Bau und im Bereich der freiberuflichen/technischen Dienstleistungen. Am stärksten von Lohneinbußen betroffen waren klarerweise jene in KUA (rund 77% mit Lohneinbußen). Rund 20% der unselbständig Erwerbstätigen verzeichneten eine Erhöhung des Zeit- oder Erfolgsdrucks bei der Arbeit, rund 16% eine Verringerung. Im Schnitt hat sich der Druck damit nicht erhöht, es kam jedoch zu einer Polarisierung. Zu den größten Veränderungen

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