Full text: Solidarität - März 1953, Heft 186 (186)

1 Sozialtourismus Uber Initiative des Bildungsreferates des UGB wurde am 25. Februar 1953 der „österreichische Verband für Sozialtourismus'1 gegründet. Dem Verband gehören als Mitglieder der Gewerkschaftsbund, der Arbeiterkammertag, die Arbeiterbildungszentrale (RUEFA), die Kultur-, Reise- und Urlaubsberatung des ÖAAB, die Konsumgenossenschaften und der Touristenverein „Die Natur¬ freunde" an. Der Verband, der als Organisation der Reisekonsumenten keinerlei Erwerbs¬ zwecke verfolgt, will den Arbeitern und Angestellten verbilligte Urlaubs¬ aufenthalte, Reisen, Autobusfahrten und Sonderzüge im In- und Ausland vermitteln, sowie durch ein organisiertes Reise¬ sparen eine weitere Urlaubsverbilligung ermöglichen und den Reisegedan¬ ken popularisieren. eigenes Zutun, alle Wünsche er¬ füllt zu bekommen. Die Entschei¬ dung, die er trifft, und die in ihm das Gefühl auslöst, es bleibe ihm ja nichts anderes übrig, schließt die Bereitschaft in sich ein, an der Ver¬ wirklichung der gesetzten Ziele tatkräftig mitzuarbeiten. Die Erkenntnis, die einer solchen Bereitschaft zugrunde liegt, kommt auch der Gewerkschafts¬ bewegung zugute. Mehr noch als die Parteien, ist die Gewerk¬ schaft weit davon entfernt, Illusio¬ nen zu wecken. Nur reichlich naive Menschen sehen in der Gewerk¬ schaft einen Automat, in den_ man oben den Mitgliedsbeitrag hinein¬ wirft, damit unten eine Lohn¬ erhöhung herauskommt. Die weit¬ aus überwiegende Mehrheit der österreichischen Arbeiter und An¬ gestellten hat vielmehr das Be¬ wußtsein, daß einfach nichts an¬ deres übrig bleibt, als im Rahmen der Gewerkschaft und mit Hilfe der Gewerkschaft unablässig da¬ für zu kämpfen, daß alle sozialen Errungenschaften erhalten und nach Möglichkeit weiter ausgebaut wer¬ den. Die resigniert erscheinende Frage „Was bleibt uns übrig?" ist also in Wirklichkeit der Ausdruck für die Erkenntnis einer unumgäng¬ lichen Notwendigkeit. Eine Not¬ wendigkeit klar zu erkennen, be¬ deutet jedoch schon, ihr gewach¬ sen zu sein. (Fortsetzung von Seite 1) Höchste Zeit! solchen Programms hat der öffent¬ liche Wohnungsbau eine weit¬ gehende Förderung zu erfahren. Das vordringlichste Problem Die neue Regierung wird die Vorschläge des Gewerkschafts¬ bundes ernsthaft, sachlich und schnell zu prüfen haben und wird alle gesetzlichen Voraussetzungen schaffen müssen, um das Krebs¬ geschwür Arbeitslosigkeit aus un¬ serem Wirtsehaftskörper, soweit es überhaupt geht, zu beseitigen. Es gibt kein Problem, das im Augenblick vordringlicher wäre. Allerdings ist es verknüpft mit einer Reihe anderer Probleme. So ist beispielsweise der Rückgang des Außenhandels in höch¬ stem Maße alarmierend. Die Wirt¬ schaftstreibenden rufen nun nach Exportförderung und erwarten, daß der Staat, dessen Eingriffe in das Wirtschaftsleben ihnen sonst so verhaßt sind, als Retter in der Not auftritt. Auch wir sind für Export¬ förderung, weil unsere Wirt¬ schaft ohne ausreichenden Ex¬ port einfach nicht lebensfähig ist. Aber wir sind der Meinung, die wirksamste Förderung wäre wohl eine vernünftige, im all¬ gemeinen Interesse liegende Wirtschaftsführung überhaupt. Die Arbeiter und Angestellten erwarten daher, daß nunmehr mit größerer Vernunft gewirtschaftet wird und daß auf diese Weise der Alpdruck der Arbeitslosigkeit end¬ lich beseitigt wird. Es wäre jeden¬ falls höchste Zeit! Eigentümer und Herausgeber: österreichischer Gewerkschaftsbund. Verleger: Verlag des österreichischen Gewerkschaftsbundes. Chef¬ redakteur: Fritz Klenner. Verantwortlicher Redakteur: Karl Franta. Für die Bildbeilage verantwortlich: Fritz Konir. Gestaltung der Bildbeilage: August Makart. Alle Wien, I., Hohenstaufengasse 10—12. Druck: Waldheim- Eberle, Wien. VII.. Seidengasse 3—11. In diesem Sinne faßt der Verband die bereits auf sozialtouristischem Gebiete tätigen Organisationen zu ge¬ meinsamen Aktionen zusammen; er führt aber, ebenso wie die einzelnen Gewerkschaften selbst keine Reiseaktion durch, sondern überläßt dies den angeschlossenen Kultur¬ organisationen und Reisebüros, die für die Sommersaison 1953 etwa 20.000 Unterkünfte für Arbeiter- und Angestelltenurlauber für das In- und Ausland bereitstellen und zahlreiche sozialtouristische Reisen durchführen. Die Betriebsräte und Bildungsfunk¬ tionäre der Groß- und Mittelbetriebe Österreichs erhalten das detaillierte Reiseprogramm des Verbandes in die Betriebe zugesandt. Alle Kolleginnen und Kollegen, die nähere Auskünfte wünschen, können sich direkt beim „Verband für Sozialtourismus", Wien, I., Hohenstaufengasse 10, Telephon A 16-5-10, Klappe 429, sowie bei den nachstehend angeführten Reisebüros erkundigen. Das vollständige Pro¬ gramm des Verbandes ist überall er¬ hältlich, wo auch Reisesparmarken abgegeben werden. Im folgenden bringen wir bereits einen kurzen Auszug aus diesem Pro¬ gramm; RUEFA Das Reisebüro RUEFA (Reise, Ur¬ laub, Erholung für alle) mit dem Sitz; Wien: I., Löwelstraße 18, Salz¬ burg: Auerspergstraße 11, Inns¬ bruck: Maximilianstraße 7, Vil¬ lach: Kaiser-Josefs-Platz 4, offeriert unter anderem folgende 14-tägige Pauschalaufenthalte. (Preise ein¬ schließlich ermäßigter Hin- und Rück¬ fahrt) : Im Lande Salzburg (Böckstein-Naß- feld, Badgastein, Krimml, Hinter- glemm) Preise zwischen S 598,— und S 795,—: in Kärnten in einer stattlichen Reihe von schönen Urlaubs- und Bade¬ orten zu Preisen zwischen S 499,— und S 654,—; in Osttirol (Tristacher- see, Kartitsch, Hollbruck, St. Jakob, Wirgen) zu Preisen zwischen S 528,— und S 721,—; in Tirol in vielen teils sehr bekannten Kurorten zu Preisen zwischen S 544,— und S 763,—; in Vorarlberg (Dallas-Arlberg, und Muntlix) zu Preisen zwischen S 664,— und S 792,—; in der Steiermark (öb- larn, Petersberg, Ramsau, Mandling) zu Preisen zwischen S 515,— und S 597,—; im Salzkammergut (Mond¬ see, Fuschl, Aich, St. Wolfgang, Hüttenstein-St. Gilgen) zu Preisen zwischen S 561,—• und S 741,—. Ferner auch 7tägige Pensionsaufent¬ halte in den verschiedenen Bundes¬ ländern. Außerdem 14tägige Arrangements in Italien (Cattolica: zwischen S 1024,— und S 1324,—, Riccione: zwischen S 1206,— und 1321,—, Viareggio: S 1345,—;) und in Jugoslawien (Ab- bazia: S 957,—; Lovran bei Abbazia: S 962,—; Rab: S 990,—; Castel Stari bei Split, S 1040,-—). DA AB 14-tägige Pauschalaufenthalte der Kultur-, Reise- und Urlaubsberatung des ÖAAB, Wien, VIII., Laudongasse 16 (Preise ohne Fahrt): Im Lande Salzburg (Bramberg, Dien¬ ten, Golling, Groß-Gmain, Hüttau, Kuchl, Mühlbach, Neukirchen, Obern¬ dorf, Wörth und Salzburg-Stadt): zwi¬ schen S 427,— und S 1008,—; Kärnten (Berg, Velden und in Orten an ver¬ schiedenen Kärntner Seen): zwischen S 438,— und S 1380,—; Tirol (Fieber¬ brunn, Kitzbühel, Kramsach, Triestadr): zwischen S 455,— und S 740,—. Ferner 7-tägige Urlaubsaufenthalte in Italien (Preise ohne Bahnfahrt): Grado: zwischen S 570,— und S 760,—; Riccione: S 445,—; Meran: S 668,—?. Verkehrsbüro 14-tägige Urlaubsaufenthalte de« österreichisdien Verkehrsbüros, Wien, L, Friedrichstraße 7 (Preise ohne Fahrt): In Niederösterreich: zwischen S 382,— und S 550,—; in Oberöster- reicti: zwischen S 498,— und S 595,—; in der Steiermark: zwischen S 487,— und S 638,—; in Salzburg: zwischen S 342,—- und S 653,—; in Tirol: zwi¬ schen S 607,— und S 689,—; in Kärn¬ ten: zwischen S 534,— und S 641,—. Zweiwöchige Campingaufenthalte des Touristenvereines „Die Natur¬ freunde" in 6- und 8-Mann-Zelten mit Feldbetten, Schlafsäcken mit Molino¬ einlagen in: Villeneuve-Loubet, Calvi, Arona, Cavalaire, Paris und St. Ser- van (Bretagne). Anmeldung hiezu nur für Gewerkschaftsmitglieder und deren Angehörige. Ferner werden von den dem Ver¬ band angeschlossenen Reisebüros Autobusfahrten durch Österreich, Großglocknerfahrten sowie Busfahrten in die Dolomiten, Gardasee, Venedig, nach Frankreich und nach Jugoslawien zu billigsten Preisen ausgeschrieben. Das österreichische Verkehrsbüro organisiert auch heuer wieder ein¬ wöchige Fahrten mit dem „Vierländer- Expreß“ mit Zusteigmöglichkeiten an der ganzen österreichischen Route beziehungsweise Zufahrt nach Wien oder Rückfahrt von Wien mit fahr¬ planmäßigen Zügen zu gleichem Preis. Diese große Eisenbahnrund¬ fahrt, Fahrpreis S 315,— plus all¬ fälligem Zuschlag für Sportliegewagen, während der ganzen Reise S 145,—, berührt folgende Orte: Wien—Inns¬ bruck — Ehrwald — Innsbruck — Lu¬ zern — Locarno — Lugano — Mailand — Venedig — Lido di Jesolo — Udine —Tarvis—Wien. Zu Ostern und zu Pfingsten sind vom 3. bis 7. April und vom 22. bis 26. Mai Sonderzüge zum Fahrpreis von S 150,— beziehungsweise Gesamt¬ arrangement (Fahrt, Nächtigung und Verpflegung) S 350,—- vom Reisebüro RUEFA ausgeschrieben. Gewerkschaften und Arbeiterkammer Außerdem haben Gewerkschaftsmit¬ glieder noch die Möglichkeit, ihren Urlaub in Erholungsheimen der Ge¬ werkschaften und Arbeiterkammern zu verbringen. Das Urlaubsheim Schloß Weinberg, Kefermarkt in Oberöster¬ reich, ist ganzjährig und für alle Mitglieder des Gewerkschaftsbundes und deren Angehörige zugänglich. Tagespension S 25,—. Anmeldung: Gewerkschaft der Bau- und Holz¬ arbeiter, Wien, VII., Schottenfeld¬ gasse 24. Das Urlaubsheim der Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter in Feichtenbach, Niederösterreich, ist von Anfang April bis Spätherbst ge¬ öffnet. Tagespensionspreis für Mit¬ glieder der Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter S 30,—, für Kinder bis zum 12. Lebensjahr S 18,—; für Mitglieder der anderen Gewerkschaf¬ ten Tagespensionspreis S 35,—, für Kinder S 23,—. Anmeldung: Gewerk¬ schaft der Metall- und Bergarbeiter, Wien, I., Grillparzerstraße 14. Die Urlaubsheime der Arbeiter¬ kammer Niederösterreich in Hirsch- wang und in Groß-Hollenstein sind ab Mai wieder für niederösterreichi- sche kammerzugehörige Arbeiter und Angestellte und deren Angehörige geöffnet. Tagespensionspreis S 30,—, für Kinder von 3 bis 7 Jahren S 15,—-, von 7 bis 14 Jahren S 20,—. An¬ meldungen: Kammer für Arbeiter und Angestellte in Niederösterreich, Wien, I., Wipplingerstraße 35. Schießübungen für „Friedenskämpfer“ Wie uns von gewisser Seite immer wieder versichert wird, ist in den Volksdemokratien der „Kampf für den Frieden“ sozusagen das Tages¬ gespräch. Die Jännernummer der ungarischen Monatsschrift „Szabad- sagharcos" gibt uns ein anschauliches Bild darüber, welche Ausmaße die Friedensbegeisterung der Volksdemo¬ kratien bereits angenommen hat. Es heißt da wörtlich: „In der Budapester Maschinenfabrik Szerszamgepgyar ist ein großer Er¬ folg zu verzeichnen: Sekretär Istvan T o t h erhöhte die Zahl der Freiheits¬ kämpfer von 33 auf 140. Leider aber ist die Arbeit der Organisation in diesem Betrieb dennoch nicht ganz befriedigend: Gewehre und Munition liegen im Maga¬ zin und niemand benutzt sie ... Die Belegschaft der MAVAG-Fa- brik besprach in mehreren Versamm¬ lungen die Ausbildungspläne für das Jahr 1953. Dem Komitee wurde nun¬ mehr eine Liste der Teilnehmer an der Schießausbildung übergeben. In der Budapester Autoreparatur¬ werkstätte Nummer 1 hat Sekretär Ferenc Pusch die Zahl der Mitglie¬ der auf 150 erhöht. Die Organisation hat Schieß- und Funktrupps. Die Mitglieder, welche die Schie߬ übungen der Gummifabrik Rug- gyantagyar erfolgreich durchgeführt hatten, schreiben jetzt begeisterte Briefe aus der Armee. Ich bin jetzt Angehöriger einer Offiziersausbil¬ dungsschule, schreibt zum Beispiel Ferenc L a j o s, und sehe einen großen Nutzen darin, daß ich schon vieles im Verband der Freiheits¬ kämpfer gelernt habe. Aber auch die anderen, die den Kraftfahrer- oder Funktrupps angehört haben, haben es nun in der Armee viel leichter ..." Daß sie es „leichter" haben, auf an¬ dere Menschen zu schießen, wenn es so weit sein sollte, ist ja auch der Zweck dieser vormilitärischen Ausbil¬ dung in den ungarischen Betrieben. Doch eine solche „Friedensarbeit" zu bewundern, wie es in den kommu¬ nistischen Zeitungen geschieht, kann man nur charakterlosen Kreaturen zu¬ muten. ARBEITERBANK AKTIENGESLIL SCHAF! WiEN Prompte und gediegene Dmdi- lührung aller bankmäßigen Ge- sdiöfte. — Entgegennahme von Spareinlagen gegen Verzinsung Finanz elle Be-atung WIEN I SEITZERGASSE 2-4 TELEPHON, R 50-5-40 SERIE ZWEIGSTELLE WIEN ZEILE, WIEN. .V.. RECHTE WIENZEILE 37 TELEPHON, B 26-0-91 E1L1ALE GRAZ, GRAZ ANNENSTRASSE 24, Tel.: 33-63, 75-59 Seite 2 Nr. 186 SOLIDARITÄT ? «ssfitof- >ä';’ '-aMöSf*- 'tssmm.

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