Full text: Solidarität - März 1953, Heft 187 (187)

15.6 Prozent. Der Anteil der Ge¬ werkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft beträgt 9.6 Prozent, jener der Land- und Forstarbeiter 6,5 Prozent, während der Anteil der übrigen Gewerk¬ schaften unter 5 Prozent liegt. Innerhalb der einzelnen Ge¬ werkschaften verzeichnen den größten Anteil die Jugendlichen in der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter mit 7,8 Pro¬ zent. Es folgen die Textil-, Be- kleidungs- und Lederarbeiter mit 7,2 Prozent und die Metall- und Bergarbeiter mit 5,7 Pro¬ zent. Wien stellt 27,7 Prozent der Gesamtzahl der Jugendlichen, Nie¬ derösterreich verzeichnet 20,5 Pro¬ zent. Es folgen Oberösterreich mit 17,8 Prozent und die Steier¬ mark mit 16,7 Prozent. Der Anteil der übrigen Bundesländer an der Gesamtzahl der gewerkschaftlich organisierten Jugendlichen liegt unter 5 Prozent. * Der österreichische Gewerk¬ schaftsbund ist die größte, auf freiwilliger Mitgliedschaft beru¬ hende Organisation unseres Lan¬ des. Die ständige Aufwärtsent¬ wicklung, die der Gewerkschafts¬ bund seit seiner Gründung im Jahre 1945 zu verzeichnen bat und die auch im vergangenen Jahr er¬ folgte, gibt hunderttausenden ar¬ beitenden Menschen Kraft und Zu¬ versicht, mit den täglichen Pro¬ blemen besser und leichter fertig zu werden Wohl weiß jeder Einsichtsvolle, daß auch eine noch so starke Gewerkschaftsorganisation nicht Wunder wirken kann. Aber was sie kann, das wird sie tun: im Interesse ihrer mehr als 1,3 Mil¬ lionen Mitglieder kraftvoll für den weiteren Aufstieg der Arbeiter und Angestellten kämpfen. ^!upe Nicht notwendig gehabt Vor kurzem hat der Gewerkschafts¬ bund zwei wichtige Mitteilungen an die Tageszeitungen geleitet: eine Mit¬ teilung betraf den neuesten Mitglie¬ derstand des Gewerkschaftsbundes, die zweite enthielt einen Aufruf an die Konsumentenschaft, sich gegen die ursprünglich willkürlich vor¬ genommene Festsetzung des Milch¬ preises mit 2,16 Schillihg zur Wehr zu setzen. Von den Wiener Tageszeitungen — und nur von diesen soll jetzt hier die Rede sein — haben es zwei nicht notwendig gehabt, die zahlenmäßige Stärke des Gewerkschaftsbundes ihren Lesern mitzuieilen, nämlich das Un¬ ternehmerblatt „Die Presse" und — die kommunistische „Volksstimme". Den Appell des Gewerkschaftsbun¬ des, sich gegen das Diktat des Ob¬ mannes des Milchwirtschaftsfonds zur Wehr zu setzen, also eine für die Konsumenten so wichtige Mitleilung, hat sogar die „Presse" gebracht, nicht aber die „Volksstimme". Die „Volksstimme“ übertrifft auf diese Weise sogar jene Zeitungen, die am deutlichsten die Unternehmer- interessen vertreten. Sie verschweigt ihren Lesern die Stärke des Gewerk¬ schaftsbundes und sie verschweigt ebenso die Aktionen, die der Gewerk¬ schaftsbund im Interesse seiner Mit¬ glieder und darüber hinaus im Inter¬ esse aller arbeitenden MenSehen unternimmt. Das Gewerkschaftstreffen Vom 30. August bis 6. September 1953 findet das 3. Gesamtösterreichische Gewerkschaftstreffen statt, das unter dem Protektorat von Präsident Johann Böhm, Präsident Karl Mantler, Soziaiminister Karl Maisei, Vizepräsident Erwin Altenburger und Generalsekretär Anton Prnksch steht. Den würdigen Rahmen zu dieser Zusammenkunft der arbeitenden Menschen von Österreich gibt Wien, die Feststadt des 3. Gesamtösterreichischen Gewerkschaftstreffens. österreidis Hauptstadt ist seit Jahr¬ hunderten ein Brennpunkt europä¬ ischer Politik, Kultur und Wissen¬ schaft, und in vielen Straßen und Gas¬ sen begegnen uns Vergangenheit und Gegenwart in sinnvoller Harmonie. Die prächtigen Gebäude der Ring¬ straße, eine der schönsten Straßen der Welt, begrenzen die Innere Stadt, Aber auch die anderen Wiener Be¬ zirke können mit baulichen Prunk¬ stücken von erlesener Schönheit auf¬ warten. Schloß Schönbrunn^ mit seinen herrlichen Gärten, die Karlskirche, ein Meisterwerk des Barocks, viele Mu¬ seen mit weltberühmten Kunstschätzen sowie technischen und naturhistori- scben Schaustücken, sind unvergäng¬ liche Dokumente österreichischer Bau¬ kunst. Und zwischendurch leuchten aus dem Häusermeer viele Park¬ anlagen, Grünflächen und die roten Dächer stattlicher neuer Gemeinde¬ bauten. Mehr als hunderttausend Häuser zählt die Donaustadt; sie alle überragt der Stephansturm, das ewige Wahrzeichen Wiens Wer dem Getriebe der Großstadt entfliehen will und entlang der schön angelegter Höhenstraße wandert, ist begeistert von dem landschaftlichen Reiz dieser Stadt. Von den wald¬ gekrönten Bergen, den sonnigen Wie¬ senflächen und den rebenbedeckten Südhängen des Wienerwaldes, die an Wien grenzen, geht ein seltsamer Zauber aus. der viele Dichter und Musiker zu großen Werken inspiriert hat. Wien ist aber nicht allein eine Stadl des Frohsinns und der Lieder, sondern auch eine Stätte emsiger Arbeit und hoher sozialer Kultur. Ausgedehnte Fabrikanlagen in den Vorstadtuezirken, ein auf hoher Stule stehendes Handwerk, zahl¬ reiche Gärten, Bäder, Schulen, Kin¬ dergärten und Spitäler, viele zweck¬ schöne Gemeindebauten und Sport¬ plätze geben dem arbeitenden und sozialen Wien ein eindrucksvolles Gepräge. Kolleginnen und Kollegen aus allen Bundesländern, der österreichische Gewerkschaftsbund und die Feststadt des 3. Gesamtösteireichischen Gewerk- sebaftstreffens erwarten euch zum Gewerkschaftstreften. Wien wird ein festliches Kleid anlegen zu eurem Empfang; kommt und seht euch sel¬ ber an, was aus der schwer heim¬ gesuchten Stadt wieder geworden ist. Zeigt oei Welt mit eurer Teilnahme am Gewtikschaftstreffen, daß wir nicht ein Volk von „Tänzern und Geigein" sind, sondern daß Österreich ein fieineitsliebendes demokratisches Land ist, das seinen Wiederaufbau und sein Bestehen vor allem dem Fleiß und den Bemühungen der im österreichischen Gewerkschaftsbund vereinten Arbeiter und Angestellten verdankt. Das Programm Samstag, 29. August, 16 Uhr: Eröffnung des Gewerkschaftstreffens mit der Ent¬ hüllung der Anton-Hueber-Büste im An- ton-Hueber-Hof, Wien, X., Quellenstraße Nr. 24 b. 19.30 Uhr: Festvorstellung in der Wiener Staatsoper. Sonntag, 30. August, bis Sonntag, 6. Sep¬ tember: Sondervorstellungen in den Staats¬ theatern und im Volkstheater zu ermäßig¬ ten Preisen. Abendkonzerte im Arkaden¬ hof des Rathauses. Es spielt der Neue Wiener Konzertverein, Dirigent: Ftti Zim¬ mer. Montag, 3!. August, bis Freitag, 4. Sep¬ tember: Internationales Gespräch: Refe¬ rate führender internationaler Gewerk¬ schafts-. Wirtschafts- und Sozialpolitiker. Thema: ,,Der freie Arbeiter in de*- freien Welt.' Ort: Festsaal des Gewerkschafts¬ hauses, Wien, IX., Maria-Thea-esien- Straße 11. Donnerstag, 3. September, abends: Rad¬ rennen ,,Rund um das Rathaus.“ Die Kol¬ legen Motorradfahrer sind eingeladen, an einer Sternfahrt zum Gewerkschafts¬ treffen teilzunehmen und am Donnerstag, dem 3. September, abends, au* dem Rat¬ hausplatz . einzutreffen. Freitag, 4. September: Wettbewerb der Betriebsmusikkapellen um die Preise der Arbeiterkammer in Wien im Gesamtwert von 50.000 Schilling (Blas- und Streich¬ orchester). Auskünfte erteilt die Zentrale Festleitung. Samstag, 5. September, vormittags: Empfang der Sonderzüge auf den Bahn¬ höfen. Nachmittags: Festzug über die Ringstraße und Praterstraße zum Stadion. Ii. symbol.schen Gruppen und Wagen wird der soziale Aufstieg dei arbeiten¬ den Menschen gezeigt. Abends: Festspiel mit Feuerwerk im Wiener Stadion. Sonntag, 6 September, vormittags: Weckruf in den Bezirken. Pontifikal¬ amt in der Stephanskirche, zelebriert durch Kardinal Erzbischof Dr. Theodor 1 n n i t z e r. Evangelischer Gottesdienst, zelebriert durch Bischof Df. Gerhard May. 15,30 Uhr: Konzert der Wiener Sympho¬ niker im Großen Musikvereinssaal, Wien, 1., Bösendorferstraße 12. Abends: Beleuch¬ tung des HocbstraWbnmnens, des Rat¬ hauses, des Parlaments und anderer öffent¬ licher Gebäude Aufstellung der mit Scheinwerfern beleuchteten Festzugswagen zwischen Rathaus und Hochstrahlbrunnen. . Festliche Abschlußveranstaltung auf dem Rathausplatz. Montag, 31. August, bis Donnerstag, 15 Oktober: Ausstellung, ,.Gesünder und länger leben durch soziale Sicherheit“ im Künstlerhaus, Wien, I., Karlsplatz 5. Sonderschau ,,Haus der Zukunft“. Während der Dauer des Treffens fin¬ den Rundfahrten durch Wien, Führungen durch Ausstellungen und Museen, eine Wachaufahrt und Führungen durch Gro߬ betriebe statt. Festbeitrag Für den Festbeitrag von S 15,— erhält der Teilnehmer einen Festausweis, das Festabzeichen, das Festprogramm, die Festschrift und einen broschierten ,.Füh¬ rer durch Wien“ mit Karte von Wien (Buchhandelspreis S 18,—). Der Festausweis berechtigt zur Inan¬ spruchnahme der Fahrpreisermäßigung auf den Bundesbahnen, zur Lösung einer Netzkarte auf der Wiener Straßenbahn während der Dauer des Treffens, zur Lösung von Regiekarten für alle Gro߬ veranstaltungen und zum ermäßigten, Be¬ zug von Eintrittskarten zu den im Pro¬ gramm angegebenen Konzerten, Theater- und Kinovorstellungen sowie zum freien Eintritt in die Ausstellung und bietet außerdem noch viele Begünstigungen. Für den Besuch der Wiener Messe er¬ halten die Teilnehmer mit Fes*, aus weis am Sonntag, dem 6. September. 40 Pro¬ zent Ermäßigung. Der Eintritt in beide Messegelände (Rotunde und Messepalast) kostet demnach nicht 10, sondern nur 6 Schilling. Familienangehörige haben einen Fest¬ beitrag von S 8,— zu leisten, der Teil¬ nehmerbeitrag für Kinder bis zu 14 Jah¬ ren beträgt S 3,—. Beide Kategorien er¬ halten keinen ,,Führer durch Wien“. Das Festabzeichen ohne Festausweis kostet S 2,— und berechtigt zum Betre¬ ten der reservierten Räume auf der Ring¬ straße während des Festzuges und zum freien Bezug der Festschrift. Die Fest¬ abzeichen gelangen durch die Vertrauens- - männer zum Vertrieb. Jede Anmeldung zum Gewerkschafts¬ treffen wird registriert, und jeder 500. Teilnehmer, sofern er aus den Bun¬ desländern kommt, erhält die Hin- und Rückfahrt gratis. Fahrgelegenheiten und Fahrpreis¬ ermäßigungen Um möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen die Reise zum 3. Gesamtöster¬ reichischen Gewerkschaftstreffen nach Wien zu ermöglichen, gewähren die Bun¬ desbahnen weitgehende Fahrpreisermäßi- gung-en. FJnzelreisende: Für die Zeit vom 27. August bis 10. September 1953 er¬ halten die einzeln oder mit der Familie] reisenden Teilnehmer am Gewerkschafts¬ treffen mit Festausweis eine 25prozentige Ermäßigung auf allen Strecken der Bun¬ desbahnen. Sechs-Tage-Rückfahrkarte: Bei Strecken bis zu 250 Kilometer kann die um 25 Pro¬ zent ermäßigte Sechs-Tage-Rückfahrkarte verwendet werden. Sonderzüge: Auf den Hauptstrecken werden Sonderzüge mit einer 40prozen- tigen Ermäßigung verkehren. Sie werden in der Zeit zwischen 4. und 7. September« voraussichtlich ab Villach, Klagenfurt, Graz, Leoben, Mürzzuschlag, Wiener Neustadt, Innsbruck, Saalfelden, Salzburg, Linz und St. Pölten geführt werden. Aus¬ künfte erteilen die Landesexekutiven des österreichischen Gewerkschaftsbundes. Gruppenfahrten. Für Gruppenfahrten werden gewährt: bei 20 bis 49 Personen 20 Prozent Ermäßigung; bei 50 bis 149 Per¬ sonen 25 Piozent Ermäßigung; 150 Per¬ sonen und darüber 30 Prozent Ermäßi¬ gung. Für die Dauer des 3. Gesamtösterrei¬ chischen Gewerkschaftstreffens werden von der Scraßenbahndirektion Vier-Tage- Netzkarten zum Preis von S 27,— und Sieben-Tage-Netzkarten zum Preis von S 45,— ausgegeben- Diese Vier- und Sieben-Tage-Netzkerten gelten für beliebig Viele Fahrtoh auf der Straßen- und Stadt¬ bahn im Tarifgebiet I und II. Quariiere Da am, 6. September 1953 die Wiener Messe beginnt, wird die private Beschaf¬ fung von Hotelquartieren für die Teil¬ nehmer sehr schwierig sein. Es empfiehlt sich daher, Quartiere durch rechtzeitige Anmeldung zu sichern. Teilnehmer am Gewerkschaftstreifen, die Verwandte odei Bekannte in Wien haben, werden ersucht, womöglich bei diesen Quartier zu neh¬ men. Eine Nächtigung im Hotel (Einbettzim¬ mer) inklusive aller Abgaben- S 20,— bis S 35,—. Bei mehrbettigen Zimmerr. erhöht sich der Preis für jedes Bett um ungefähr S 10,—. Für Privatquartiere pro Bett und Nacht: S 12,—. Gemeinschaftsquartiere mit Betten, pro Nacht: S 8,— bis S 10,—. Während des Treffens ist im Hörndl¬ wald, Wien, XIII., ein Jugendlager ein¬ gerichtet. , Sparmarken Für das 3. Gesamtösterreichische Ge¬ werkschaftstreffen werden Sparhefte und Sparmarken im Werte von S 10,— und S 5,— ausgegeben. Die Sparmarken wei¬ den zum vollen Betrag eingelöst und können für Fahrt und Quartier verwendet werden. Für nicht eingelöste Sparmarken wird der entsprechende Betrag in bar rückvergütet. Die Reisesparmarken des Verbandes für Sozialtourismus können gleichfalls lüi das Treffen verwendet weiden. ARBEITERBANK AKTIE NGESELLSCHAF1 WiEN Prompte und gediegene Durch¬ führung aller bankmäßigen Ge¬ schäfte. — Entgegennahme von Spareinlagen gegen Verzinsung Finanzielle Beratung WIEN I SE1TZERGASSE 2-4 TELEPHON, R 50-5-40 SERIE ZWEIGSTELLE WIENZEILE, WIEN, IV.. RECHTE WIENZEILE 37 TELEPHON, B 26-0-91 FILIALE GRAZ, GRAZ ANNENSTRASSE 24, Tel., 33-63, 75-59 & OBERAU BU,EÄffL|CHER GÜTE Seite 2 Nr. 187 SOLIDARITÄT

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