Full text: Solidarität - Mai 1953, Heft 190 (190)

In den letzten Jahren war es zu einer starken Nivellierung der kol¬ lektivvertraglichen Handelsange¬ stelltengehälter gekommen. Das niedrigste Mindestgehalt betrug 814 Schilling und das höchste 1725 Schilling. Dadurch waren vor allem die älteren und beruflich beson¬ ders qualifizierten Handelsange¬ stellten benachteiligt. Nach äußerst schwierigen und monatelangen Verhandlungen mit den Unter¬ nehmern gelang es der Sektion Handel der Gewerkschaft der Pri¬ vatangestellten, eine Gehaltsent- nivellierung durchzusetzen. Die neuen Mindestgehälter liegen je nach dem Dienstalter und der Qua¬ lifikation des einzelnen um 11 bis 325 Schilling über den alten Sätzen. Urlaub zur richtigen Zeit! Das Büro des Verbandes für Sozial¬ tourismus lenkt die Aufmerksamkeit der Urlauber aus Arbeiter- und Ange¬ stelltenkreisen auf die jahrelang be¬ obachtete Tatsache, daß alle Gast¬ wirte in der Zeit vor dem großen Andrang des Reisdpublikums, der be¬ kanntlich nach den Schulferien ein¬ setzt, ihre Gäste aufmerksamer und besser bedienen können. In den mei¬ sten Fällen sind die Pensionspreise vor der Hauptsaison auch niedriger. Die Arbeiter und Angestellten soll¬ ten dies bei der Festsetzung ihrer Urlaubszeit berücksichtigen. Beson¬ ders günstige Arrangements vermit¬ teln die dem Verband für Sozial¬ tourismus angeschlossenen Vereini¬ gungen (Reisebüro RUEFA, Urlaubs¬ beratung des Arbeiter- und Ange- stelllenbundes, österreichisches Ver- kehrsbureau) in Zusammenhang mit 4Uprozenüg.. eiinäßigten Sonderzügen (Sitzplatz garantiert) für die Zeit vom 27. Juni bis 12. Juli für Steiermark, Kärnten und Osttirol. Keine Antragstellung durch Dritte bei der Allgemeinen Invaliden¬ versicherungsanstalt Die Allgemeine Invalidenversiche¬ rungsanstalt machte in einem Rund¬ schreiben darauf aufmerksam, daß die Antragstellung zum Bezug einer Rente durch Dritte grundsätzlich nicht mehr Vnzueikennen ist, e« sei denn, daß dieserjDritte,vom Rentenwerber eine schriftliche Vollmacht vorlegt. Der¬ artige Vollmachten sind nach den Bestimmungen des Sozialversiche¬ rungs-Uberleitungsgesetzes gebühren- und stempelfrei zu behandeln. Diese Vorgangsweise der Anstalt wird damit begründet, daß sich in der Praxis Fälle ereignet haben, in denen Versicherte gelegentlich einer Bei- tragsnachentrichtung angaben, sie hätten von dem in ihrem Nameii ge¬ stellten Rentenantrag keine Kenntnis. ARBEITERBANK AKTIENGESELLSCHAFT WIEN Prompte und gediegene Durch¬ führung aller bankmäßigen Ge¬ schäfte. — Entgegennahme von Spareinlagen gegen Verzinsung Finanzielle Beratung WIEN I SEtTZERGASSE 2-4 TELEPHON, R 50-5-40 SERIE ZWEIGSTELLE WIENZEILE, WIEN. IV.. RECHTE WIENZEILE 37 TELEPHON, B 26-0-91 Filiale Graz, GRAZ. ANNENSTRASSE 24, Tel., 33-63. 75-39 HoCtandb J)an& an die österreichischen Arbeiter und Angestellten Bei der Generalkonferenz des Internationalen Arbeiterhilfswerkes in Eg- mond-aan-Zee (Holland) vom 17. bis 19. April 1953 sprach der Sekretär des niederländischen Gewerkschaftsbundes J. Landman herzliche Worte des Dankes für die internationale Solidarität anläßlich der holländisAen Über¬ schwemmungskatastrophe. Er führte unter anderem aus: Was aufrichtige internationale Solidarität heißt, haben wir in Holland in den letzten Monaten, gelegentlich der großen Katastrophe, welche unser Land und Volk getroffen hat auf rührende Weise empfunden. Von allen Seiten wurde uns materielle und finanzielle Hilfe geboten. Rüh¬ rend und eindrucksvoll war diese internationale Solidarität, wovon direkte Hilfeleistung und finanzielle Hilfsaktionen von den westeuropäischen Ländern, Amerika und anderen überseeischen Ländern Zeugnis ablegten. Neben so treffenden Beweisen des Miterlebens haben wir als niederländischer Gewerk¬ schaftsbund seitens unserer Schwesterorganisationen im Auslande wohl¬ gemeinte Zeichen der Solidarität und Opferbereitschaft erhalten. Obwohl ich eigentlich keine spezielle Meldung machen sollte von der Hille der einzelnen Länder und Organisationen, bitte ich Sie, mir zu erlauben, i ü r ein Land eine Ausnahme zu machen, das heißt für Öster¬ reich und den österreichischen Gewerkschaftsbund. Die Gewerkschaftsbewegung dieses kleinen Landes, dessen Bevölkerung unter solch schwierigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhält¬ nissen lebt, hat es geleistet, für die Opfer der Wasserflut meh'r als dreiundeinhalb Millionen Schilling einzusammeln. Dasjenige, was Österreich und alle anderen Freunde von Holland — und an erster Stelle unsere ausländischen Gewerkschallsfreunde — als tatkräftige internationale Solidarität aufgebracht haben, hat uns tief gerührt, und alte, die dabei beteiligt waren, können sich des Dankes des ganzen niederländischen Volkes bewußt sein. Die Stadt Wien zeigt ihre Kuntttchätze Die Wiener Museen beherbergen Kunstschätze und Schaustücke von un¬ ermeßlichem Wert. So sind im Kunst¬ historischen Museum wieder jene 300 erlesensten Schaustücke — Bilder, Kunstgegenstände und Gobelins — zu sehen, die zuletzt in Amerika ausge¬ stellt waren und dort, wie überall, hunderttausende Menschen begeister¬ ten. Dann das Naturhistorisdie Mu¬ seum, eines der sieben größten Mu¬ seen der Welt, in dem im Verlaufe von 200 Jahren eine überwältigende Fülle interessanter und wissenschaftlich be¬ deutungsvoller Schaustücke gesam¬ melt wurden. Ferner das Technische Museum mit seinen 300.000 Ausstel¬ lungsstücken, darunter das erste Auto¬ mobil, die erste Schiffsschraube, die erste Näh- und die erste Schreib¬ maschine der Welt. Das Niederösterreichische Landes¬ museum mit dem 4000 Liter fassenden Großaquarium, in dem 30 Sorten in Österreich vorkommender Fische zu sehen sind, und den einmaligen Schau¬ stücken aus der Römerzeit Nieder¬ österreichs. Und schließlich das Barock¬ museum, in dem die hervorragendsten Kunstwerke der Barockzeit in dem einmaligen Barodebau, dem Belvedere, ausgestellt sind. Obwohl die Museen im allgemeinen Samstag nachmittag geschlosssen sind, wurde für die Teilnehmer am Gewerk- schaftstreffen eine Verlängerung der Besuchszeit erwirkt. Diese Kunstschätze können also am 3. Gesamtösterreichischen Gewerk¬ schaftstreffen am Samstag, dem 5. Sep¬ tember 1953, bis 16 bzw. bis 19 Uhr abends unter sachkundiger Führung besichtigt werden. Der Festzug Im Rahmen der Feierlichkeiten des Gewerkschaftstreffens findet unter anderem auch ein Festzug in der Länge von ungefähr vier Kilometer statt, der sich vom Nordbahnhof über die Taborstraße, Kai, Ring, Praterstraße, Hauptallee zum Stadion bewegen wird. Der Festzug umfaßt 65 bis 70 Festgruppen, die von Fest¬ wagen, überdimensionalen Symbolen, kostümierten Darstellergmppen, Musikkapellen, Fahnenträgergruppen gebildet werden. Der Festzug, der am 5. September 1953 um 15 Uhr beim Nordbahnhof startet, wird vier bis viereinhalb Stunden benötigen, um sich in das ab 19 Uhr im Stadion beginnende Festspiel einzufügen Am 6. September 1953 werden die im Festzug verwendeten Festwagen und überdimensionalen Symbole auf der Ringstraße zur Besichtigung auf- gestellt und abend« durch improvi¬ sierte Lichtanlagen angestrahlt. Der Festzug wird durch eine Auf¬ fahrt der Motorradfahrer eingeleitet, die in einer Sternfahrt aus ganz Österreich zum Gewerkschaftslreffen kommen. Die Auffahrt wird auf dem Rathausplatz unterbrochen, wo Vor¬ führungen der Grazer Kunslkrafl- fahrer erfolgen. Dank für einen schönen Gewinn Bei dem letzten Preisausschreiben der „Solidarität" wurden außer dem Hauptpreis, einem Lohner-Roller in Luxusausführung, noch 200 Anerken¬ nungspreise. verlost. Viele der 200 Ge¬ winner des Werkes „Österreich schöpferisch, schaffend, feiernd" haben uns nun ihre Freude und ihren Dank für den Gewinn brieflich mit¬ geteilt. Wir danken für alle netten Zuschriften, von denen wir nachfol¬ gend eine veröffentlichen. „Welch große Überraschung er¬ wartete mich am 22. April, als ich von der Arbeit nach Hause kam. Auf dem Tisch lag ein Paket der .Soli¬ darität'. Beim öffnen sah ich dessen Inhalt, den schönen Band .Öster¬ reich schöplerisch, schaffend, feiernd1, und ich war begeistert wie nur selten. Das Glück kam auch einmal zu mir und überbrachte mir ein so herrliches Geschenk, ein Buch, wie ich es kaum in meiner Bücherei aufweisen kann. Natürlich wurde gleich geblättert, und beson¬ ders meine Buben haben es sofort beschlagnahmt. ,Vati, da kann ich mir ja nun aussuchen, was ich ler¬ nen soll1 und ähnliche Bemerkungen gingen herum. Nehmt von mir als Preisträger eines Anerkennungspreises beim letz¬ ten Preisausschreiben der .Solidari¬ tät' ein herzliches .Danke schön!' ent¬ gegen. Mit Gewerkschaftsgruß Sepp Jage*, Reidling 81, N.-ö." Spenden für den ÖGB-Katastrophenfonds VII. Ausweis der „Hollandhilfe“ Unter den vielen Nationen, die in tatkräftiger Solidarität den Opfern der holländischen Hochwasserkata¬ strophe ihre Hilfe angedeihen ließen, steht Österreich, im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl, in der vorder¬ sten Reihe. Besonders die österreichi¬ schen Arbeiter und Angestellten haben bei diesem Solidaritätsakt be¬ wiesen, daß es für sie selbstverständ¬ lich ist, den von einer Katastrophe betroffenen notleidenden Menschen zu helfen. Mit dem hier ausgewiesenen Betrag nähert sich die Gesamtsumme der bisherigen Spenden fast schon der vierten Million, und immer noch laufen aus allen Bundesländern von den Arbeitern und Angestellten neue Beträge für unsere notleidenden hol¬ ländischen Freunde ein. Belegschaften, Arbeiter- und Ange- stelltenbetriebsrat, Gewerkschaften und Organisationen Arbeiter-Betr.-Rat der Firma Hof- herr-Schrarrtz, Wien, XXL • • • • S 4.000,— Sammelergebnis der Gewerkschaft der Arbeiter der persön-lichen Dienstleistungen un-d der Ver- gnügungsib et riebe, Wien, VI. S 3.741,80 Ed. Cerveny, Wien, XII., Stein¬ bauengasse 14 S 10,— Arbeiter u. Angestellte der Firma Opel & Beyschilag, Wien, XII. S 325,— Franz Rumpelmaier, Laussa 9 bei Steyr, O.-ö. S 20,— Betriebsrat des Stiftforstamtes Wasserbexg bei KnitteMeid • • • • S 500,— Sammelergebnis durch Ortsgrup¬ pen der Gewerkschaft der Eisen- bahiner (nur ein Teilergebnis] • • S 166.379,15 Sammelergebnis der Gewerkschaft der Angestellten der freien Be¬ rufe, Wien, IX . S 23.527,60 Die Gesamtsumme der hier aus¬ gewiesenen Spenden beträgt 198.503,55 SchÜling Bis einschließlich 29. April sind da¬ mit Spenden in der Gesamthöhe von 3,725.785,37 Schilling eingelangt. Mehr als eine Million Schilling für die „Theodor-Körner-Stiftung" In der letzten Nummer der „Soli¬ darität“ berichteten wir über die Gründung der „Theodor-Körner-Stif¬ tung zur Förderung der Wissenschaft und Kunst" anläßlich des 80. Geburts¬ tages von Bundespräsident Dr. Theo¬ dor Körner. Die fünf Gründerorganisationen haben bisher gemeinsam mehr als eine Million Schilljng gezeichnet. Darüber hinaus hat der Aufruf zur Beteiligung an der Stiftung bereits weiten Widerhall gefunden. Auf das Sonder-Postscheckkonto Nr. 180.180 der Arbeiterbank „Theodor-Körner- Stiftung" wurden ' neben größeren Summen auch kleinere Beträge über¬ wiesen, die von Arbeitern, Angestell¬ ten und selbst Rentnern stammen. Arbeiter und Angestellte versichern bei der Städtischen Versicherungsanstalt Wien, I., Tuchlauben 8 Tel.: U 28-5-90 Geschäftsstellen im ganzen Bundesgebiet Eigentümer und Herausgeber Österreichischer Gewerkschattsbund. Verleger: Verlag des Österreichischen Gewerkschattsbundes Chef¬ redakteur: Fritz Klenner Verantwortlicher Redakteur; Karl Franta. Für die Bildbeilage verantwortlich: Fritz Konir Gestaltung der Bildbeilage: August Makart Alte Wien L. Hobenstaulengasse 10—12 Druck Waldhefm- Eberle. Wien. VII . Seidengasse 3—11 SOLIDARITÄT Nr. ISO Sette 3

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