Full text: Solidarität - November 1953, Heft 203 (203)

Arbeit und Brot für alle! Der Gewerkschaftsbund für Arbeitsbeschaffung Der Gewerkschaftsbund kämpft für die Sicherung deines Arbeitsplatzes. Auch die jetzt noch Arbeitslosen sollen wieder Arbeit finden! Wir wollen Arbeit und Brot für alle! Ziehen wir eine Bilanz der Forderungen und der Ergebnisse, so sehen wir, daß schon einiges, dank der Tätigkeit des Gewerkschafisbundes, erreicht wurde. Forderungen 3. April 1952: Der Vorstand des österreichischen Gewerk- schaitsbundes beschließt ein Zehn-Punkte-Programm, in welchem zur Sicherung ausreichender Beschäitigungsmöglichkeiten die Auirecht- erhaltung der Investitionstätigkeit sowie eine wirksame Kreditlenkung gefordert werden. 16 Ju rti 1952: Ein Plakat des österreichischen Gewerkschafts¬ bundes macht die Öffentlichkeit auf das Problem der Jugendarbeits¬ losigkeit aufmerksam und enthält die Forderung nach Bereitstellung __ öffentlicher Mittel zur Schaffung ausreichender Lehrstellen, die eine gediegene Berufsausbildung gewährleisten. 1. Jänner 1953: Präsident Böhm stellt in einer Neujahrsbot¬ schaft fest: ,,Die Frage der Arbeitsbeschaffung wird gelöst werden müssen, wenn wir unserem Staat auch in Zukunft eine geordnete Entwicklung sichern wollen!" — Generalsekretär Proksch erklärt in einer Neujahrsbotschaft: ,,Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist das wichtigste Problem, das zu lösen alle Verantwortlichen des Staates sich befleißigen müßten." 15. Jänner 1953: Eine gemeinsame Konferenz des Vorstandes des Gewerkschaftsbundes und der Präsidenten der Arbeiterkammern beschließt ein Sofortprogramm. Darin wird unter anderem gefordert: Mobilisierung der in den Banken brachliegenden Sparmittel durch eine Inlandsanleihe in Form einer Begebung von Schatzscheinen in der Höhe von 250 Millionen Schilling für öffentliche Investitionen und durch Senkung der Bankrate sowie der Kreditkosten. 16. März 1953: Eine Plakatzeitung der „Solidarität" mahnt: „Jetzt heißt es Arbeit beschaffen!" Juni 1953: Im Hinblick auf die Notwendigkeit der Arbeits¬ beschaffung beschließt das Präsidium des ÖGB, 5 Millionen Schilling Energieanleihe zu zeichnen. Außerdem zeichnen die Fachgewerk¬ schaften des ÖGB 4,3 Millionen Schilling und die Arbeiterkammern 3,1 Millionen Schilling. 27. September 1953: Präsident Böhm erklärt in einer Rede in Klagenfurt, die Sorge um die Wiedererlangung der Vollbeschäf¬ tigung soll nicht nur den ÖGB, sondern das ganze Land beschäftigen. Er fordert die Beschaffung großer Arbeiten, wie den Ausbau der Wasserkräfte, die Verbesserung des Straßennetzes und eine umfas¬ sende Wohnbautätigkeit. 15. Oktober 1953: Der Vorstand des Gewerkschaftsbundes fordert eine großzügige und planmäßige Fortsetzung der Investitions¬ vorhaben, eine Steigerung des öffentlichen Wohnbaues, weitere Sen¬ kung der Kreditkosten und eine konstruktive Konjunkturpolitik. Ergebnisse Jänner 1953: Die Kommission für den Wohnhaus-Wieder¬ aufbaufonds bewilligt Kredite in der Höhe von 253 Millionen Schilling für den Wiederaufbau von Wohnhäusern. Auf Vorschlag des Wirtschaftsdirektoriums werden 30 Millionen Schilling aus den Schillingerlösen der ERP-Hilfe für den Arbeiter¬ wohnhausbau freigegeben. Der Generalrat der österreichischen Nationalbank beschließt die Herabsetzung der Bankrate von 6 auf 5'A Prozent. Das Ministerium für Verkehr und verstaatlichte Betriebe ver¬ sichert, daß die verstaatlichten Unternehmungen alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um den Beschäftigtenstand aufrechtzuerhal¬ ten. — Die Sektion Industrie der Bundeswirtschaftskammer richtet an die Industrieunternehmungen den dringenden Appell, Kündi¬ gungen von Arbeitern und Angestellten möglichst zu vermeiden. Februar 1953: Die Kreditlenkungskommission beschließt neue Richtlinien für ERP-Kleinkredite. Schweizer Banken gewähren der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung einen Kredit von 200 Millionen Schilling zur Ausgestaltung des Fernsprechverkehrs. März 1953: Die Bankrate wird durch die österreichische Nationalbank von 5‘/ä auf 5 Prozent gesenkt. Juli 1953: Der Nationalrat beschließt das Jugendeinstellungs- gesetz, durch welches den Jugendlichen Lehr- und Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Ministerium für Verkehr und verstaatlichte Betriebe gibt be¬ kannt, daß im Jahre 1953 im Bereiche dieses Ministeriums 3,6 Mil¬ liarden Schilling für Investitionen ausgegeben werden. Dadurch fin¬ den 30.000 Arbeiter direkt Beschäftigung. September 1953: Das Ergebnis der Energieanleihe beträgt 620 Millionen Schilling. Mehr als 821/ä Millionen Schilling wurden von Arbeitern, Angestellten und öffentlich Bediensteten gezeichnet. Die österreichische Nationalbank setzt die Bankrate von 5 auf 4 Prozent herab. Damit wurden die Kreditkosten innerhalb von acht Monaten um ein Drittel verringert. Oktober 1953: Im Voranschlag für das Budget des Jahres 1954 sind 15 Prozent der gesamten Budgetsumme für Investitionen vor¬ gesehen. Im außerordentlichen Budget sind für rund 1 Milliarde Schilling Investitionen eingesetzt, die aus 500 Millionen Inlands¬ und 500 Millionen Ausländsanleihen finanziert werden sollen. Die Arbeitslosigkeit ist während der Sommermonate 1953 erheblich gesunken und die Notwendigkeit von Investitionen, sozialem und öffentlichem Wohnbau und wirksamen Kreditmaßnahmen wird heute bereits von allen Seiten aner¬ kannt. Es eilt auch, entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung der Winterarbeitslosigkeit zu treffen. Hilf auch du mit, die Anregungen und Forderungen des Gewerkschaftsbundes zu verwirklichen! Je stärker wir sind, desto mehr werden wir erreichen!

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