Full text: Solidarität - Dezember 1953, Heft 206 (206)

Zeitgeschehen 1953 in der 1 Das Wort Karikatur hat seinen Ursprung im italienischen Wort „caricatura" und bedeutet soviel wie Porträt, in welchem charakteristische Züge ins Lächerliche übertrieben wer¬ den. Die politische. Karikatur ist also ein Porträt der Zeit — ebenso cin- rakteristisch und ebenso vergänglich wie diese. Das Lächerliche, das durch die gute Karikatur in bewußter Über¬ treibung dargestellt wird, soll uns zum Lächeln und damit zum Ver¬ stehen bringen. Wo das Verstehen beginnt, endet der Hall. Man kann daher von der guten politischen Karikatur sagen, daß sie nicht den Haß schürt, sondern das gegenseitige Verständnis weckt, und zwar auch dort, wo anscheinend unüberbrück¬ bare Gegensätze bestehen. V' „Wie wär's mit einer Regierung aus allen ehemaligen Premier¬ ministern* Sie bekäme bestimmt die Majorität!" „Der Spiegel", Hamburg, vom 14. Jänner 1953, zu den Regierungskrisen in Frankreich. Endlich ein Fortschritt! „Sie sind also damit einverstan¬ den, den Gefangenen in ein neu¬ trales Land zu schicken —? voraus¬ gesetzt, es nimmt ihn nicht?“ - „Ja, vorausgesetzt; er geht nicht hin.“ Karikatur von David Low im „Man- -cheste; Guardian"- über den Streit um die Rückkehr der Kriegsgefangenen des Koreakrieges. „Wir haben in diesem Betrieb die unnötigen Zeitverluste auf ein Minimum reduziert!" Das Organ der amerikanischen Eiek- trikevgewerkschaft, „UE-News", New York, vom 21; September 1953, charak¬ terisiert mit dieser Karikatur die falschen Vorstellungen gewisser Un¬ ternehmer von einer Steigerung der Produktivität; eine Angelegenheit, die ja bekanntlich auch in Österreich zu Ausein ander Setzungen Anlaß geboten hat. „Ihr Patient schreit so! Ich verstehe kein Wort von dem, was Sie sagen!" „The New York Times" New York, vom 30. August 1953, zur russischen Propaganda- tatigkeit gegenüber Westdeutschland K Seite 4 Nr. 206 SOLIDARITÄT „Will er nur Auslagen anschauen, oder will er wirklich kaufen?" „New York Herald Tribüne", Paris, vom 14. Mai 1953, über den immer wieder verzögerten Abschluß eines Staatsvertrages für Österreich. Im Europa-Nebel „Hallo — kommen wir hier zur Saar- Lösung?" — „Keine Ahnung — wir suchen die für Triest..." • Karikatur von H. E. Köhler, „Deutsche Zeitung", Stuttgart, vom 26. September 1953, zu gegenwärtigen ungelösten Problemen der europäischen Politik. de*8 Wehwoche" Zürich, von, 2. Oktober 1953, kritisiert damit die zwischen den USA und Franco-Spamen am 29. September 1953 abgeschlossenen militärischen und wirtschaftlichen Abkommen.

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