Full text: Solidarität - September 1954, Heft 225 (225)

EIN INTERESSANTES FILMDOKUMENT DER WIENER ARBEITERKAMMER gie utnl die Photographie beinahe zu einlach, und dennoch stialilt von diesem Streifen eine Wirkung aus, die den Beschauer vom ersten bi« zum letzten Augenblick im Banne hall. Wenn man, lief beeindruckt von den Kämpfen, von der Arbeit und von den Leistungen der Gewerk¬ schaften und der Arbeiterkam¬ mern. die letzte Szene an sich vor- überflimmern sieht, denkt man we¬ der an Propaganda noch an ein selbstgefälliges Auftrumpfen. Dieser Film zeigt nämlich kalei¬ doskopisch den kampfreichen Auf¬ stieg der österreichischen Arbei¬ terschaft aus der Knechtschaft zu Freiheit und Gleichberechtigung- Und seine' starke, einmalige Wir¬ kung auf uns liegt darin, weil wir schon zu jener Generation gehö¬ ren, die bereits teilhaben kann an all den großen Erfolgen, die die Gewerkschaften und die Arbeiter¬ kammern für uns erkämpft haben. Der moralische Wert des Films ,,Die Arbeit, sie erhält. . ." kommt dadurch zum Ausdruck, daß es uns plötzlich bewußt wird, wie selbst¬ verständlich wir alle durch Jahr- Em breiter Raum in diesem Film ist der Jugend gewidmet. Die oberen drei Bilder zeigen: 1. Unser Bundespräsident er- öffnet ein Jugendheim. 2.E n Lehrling holt sieh bei der Arbeiterkammer Rat und Hilfe. 3. Ferientage in einem Erholungsheim. 4. Eine Konferenz der Arbeiterkammer Wien, i. Er.nnerung an die un¬ selige Kriegszeit. Auf dem letzten Bild s.nd zweiSchleich- händler dererstenNathkrfegs- jahre zu sehen. I Allmählich blendet der Film in feine Zeit ein, die viele von uns selbst erlebt haben. Jene Zeit des ersten Zusammenschlusses der ar¬ beitenden Menschen in Organisa¬ tionen und Vereine. Gewerkschaften entstehen und jmit ihnen auch das Verlangen nach I Arbeiterkammern als wirksames j Gegengewicht der mächtigen Han¬ delskammern und anderer Unter- i nehmerverbände. Vergeblich! Vergeblich! Vergeb¬ lich! Immer wieder schiebt sich die¬ ses Wort in das Filmgeschehen errr. Alle Anstrengungen der Gewerk¬ schaften, Arbeiterkammern ins Le¬ ben zu rufen, bleiben vergeblich. Erst nach dem ersten Weltkrieg^ am 26. Februar 1920, wurdet! me Arbeiterkammern gegründet, und im Verein mit den Gewerkschaften erkämpften sie für die österreichi¬ schen Arbeiter und Angestellten einen sozialen Aufstieg, der bei¬ spielgebend für die Arbeiterschaft der ganzen Welt war und heute noch ist. J Und nun läßt uns dieser Film wie in einem Bilderbuch blättern, in dem das Geschehen durch dmi~0fß einhalb. Jahrzehnte 'festgehdltim ' ist. Arbeit, Erfolge. Rückschläge, Verbot, Wiedererstehen, und zwi- , schendurch der unversiegbare • Glaube einiger unentwegter Män- ’ ner an die Kraft der Organisation, ’ das sind die Meilensteine in der , Geschichte der Gewerkschaften : und Arbeiterkammern und damit . der gesamten österreichischen "Är- ; beiterbewegung. ,,Die Arbeit, sie erhält die Welt..." ist ein Film, der unser Leben und unsere Vergangenheit zum Motiv hat. Die Arbeiterkam¬ mer und die Gewerkschaften wer¬ den dafür sorgen, daß ihn jeder Arbeiter und Angestellte sehen kann. _f' n- Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Öster¬ reichischer Gewerkschaftsbund RedakWon: Fritz KlennerN und Franz Nekula. Verantwort¬ licher Redakteur: Karl Franla. Für die Bild¬ beilage verantwortlich: Fritz Konir. Gestaltung der Bildbeilage: August Makart Alle Wien, I.. Hohenstaulengasse 10—12. Verwaltung und Expedition: Wien. Ul.. Rennweg 1 Druck: Waldheim-Eberle, Wien, VII., Seidengasse 3—11. Seite 4 Nr. 225 SOLIDARITÄT

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