Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1967 Heft 06 (06)

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Der schnellste Zug der Welt (Tokaido-Bahn Tokio — Osaka)
fahrt 250 km/h.
der im staatlichen Interesse zur Bewahrung erworbener
Rechte überhöhten Pensionslasten;
die Realisierung eines modernen Managements mit
allen Führungshilfen moderner Datenverarbeitung und
von Stabsstellen mit entsprechenden Arbeitsbereichen;
die Bindung der Ausführung der im Rahmen eines
Long-term-Programms2 durch Wirtschaftlichkeitsberech¬
nungen begründeten und ausgewählten Investitionen an
die Genehmigung eines Kontrollorgans;
auf dem Gebiet des Güterverkehrs die Einführung des
Knotenpunktverkehrs' und die Förderung des gemischten
Verkehrs im Wege von Vereinbarungen mit Spedition
und gewerblichem Straßengüterverkehr;
die Flurbereinigung auf dem Sektor der Nebenlinien
und der Kraftfahrlinien, verbunden mit einer besseren
Koordination der Magazins- und Werkstättenbereiche;
die forcierte Anwendung personalsparender Arbeits¬
methoden und die Heranziehung der Computertechnik
und der integrierten Datenverarbeitung4 nicht nur in Ver¬
waltung und Abrechnung, sondern auch bei der Disposi¬
tion;
die Schaffung von attraktiven Laufbahnen im Verwal¬
tungsdienst, um den durch den überalterten Personal¬
körper in der nächsten Zeit zu erwartenden Verlust an
Arbeitskräften durch die Heranziehung solcher initiativer
Aufgabenträger wettzumachen, die fähig sind, im Rahmen
der verlangten arbeitsparenden Methoden der Computer¬
technik ein modernes Management zu unterstützen und
schlagkräftig zu machen.
Sprung über den eigenen Schotten!
Es ist nun, so hieß es in der Rede Dr. Illetschkos an¬
läßlich der Berichtsübergabe, den politischen Instanzen
überlassen, die notwendigen Aktionen zu unternehmen.
Der größte Teil der Vorschläge, vor allem jene, welche
die finanzielle Situation der ÖBB beeinflussen, deckt sich
jedoch genau mit jenen Vorschlägen, die von den sozia¬
listischen Vorgängern des derzeitigen Verkehrsministers
zu wiederholten Malen gemacht wurden. Schon in der
Budgetdebatte des Jahres 1959 verlangte Dipl.-Ing. Wald-
brunner die „Abnahme der betriebsfremden Lasten sowie
die Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Lasten im
Wege einer Normalisierung der Konten". Ein von Ver¬
kehrsminister Probst eingesetztes Expertenteam, dem
sogar einige Mitglieder der jetzt tätig gewesenen Profes¬
sorenkommission angehört haben, hat 1964 genau die glei¬
chen Maßnahmen zur Sanierung der Bundesbahnen vor¬
geschlagen, die jetzt für notwendig erachtet wurden. Da¬
mals waren Bundeskanzler Dr. Klaus und Finanzminister
Dr. Schmitz jedoch nicht bereit, auf Grund dieser Vor¬
schläge in Verhandlungen einzutreten.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern für ein spektaku¬
läres und publikumswirksames Auftreten der von ihm
eingesetzten Professorenkommission gesorgt zu haben,
war unzweifelhaft das Verdienst des Bundesministers
Dr. Weiß, der selbst als Eisenbahnbeamter mit den wirk¬
lichen, von den Kritikern bisher meist übersehenen Pro¬
blemen der ÖBB vertraut ist. Die jetzt veröffentlichten
Feststellungen und Empfehlungen glichen einem Schlag
auf die große Pauke und können nun wesentlich schwerer
totgeschwiegen, mißachtet oder ins Gegenteil verkehrt
werden, als dies bei den früheren mehr oder minder
ministeriumsinternen Gutachten der Fall war.
Die Österreichische Volkspartei ist jetzt als alleinige
Regierungspartei in einer nicht sehr angenehmen Lage.
Sie müßte, wenn sie den Empfehlungen des Professoren¬
komitees folgen will, genau das tun, was sie länger als
ein Jahrzehnt den von ihren damaligen sozialistischen
Koalitionspartnern gestellten Verkehrsministern konse¬
quent verweigert hat. Dadurch würde ihr früheres Ver¬
halten in dieser Frage nachträglich in hohem Maße an
Glaubwürdigkeit verlieren. Setzt sie jedoch ihre bisherige
Politik gegenüber den Bundesbahnen fort, so geht durch'
die Mißachtung der von ihrem eigenen Minister ein¬
gesetzten Rationalisierungskommission die Glaubwürdig¬
keit ihres derzeitigen und zukünftigen politischen Ver¬
haltens verloren. Der bisher so volkstümliche Propaganda-
Evergreen vom „Bundesbahndefizit" dürfte zudem in Zu¬
kunft auch nicht mehr recht gebrauchsfähig sein.
Es ist das alte Problem des Sprunges über den eigenen
Schatten: In diesem Fall des Sprunges über den Schatten
der eigenen Propaganda.
* Langfristiges Programm.
? Die Auflieferung der Güter erfolgt nur noch an wenigen, in der
Mitte bestimmter Bereiche liegenden Bahnhöfen, zwischen denen
schnelle Güterzüge verkehren. An- und Abfuhr der Güter besorgen
Lastkraftwagen.
' Die gesamte Geschäftsführung wird über einen Elektronenrechner
abgewickelt, der jederzeit imstande ist, über alle Vorgänge und
Verhältnisse Im Unternehmen Auskünfte zu geben,
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