Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1969 Heft 01 (01)

rung" werden meistens gegen laufende Prämien bis
zum Rentenanfall gewährt.
Zu den wichtigsten Leistungen der Privatpensions-
versicherung gehören:
1. Die Alterspension für den Versicherten ab dem
65. Lebensjahr.
2. Die Witwenpension im Ablebensfall des Versicher¬
ten vor oder nach dem 65. Lebensjahr in halber
Höhe der Alterspension.
3. Die Vollwaisenpension, wenn beide Elternteile vor
Fälligkeit der Alterspension sterben, in der Höhe
der W'twenpension, und zwar bis zu dem Zeit¬
punkt, an dem die Alterspension fällig geworden
wäre. Nach Einstellung der Vollwaisenpension er¬
halten die Vollwaisen noch zusätzlich die Abferti¬
gung.
4. Die Leistung bei Unfallinvalidität, wenn der Ver¬
sicherte vor Beginn der Alterspension infolge eines
Unfalles dauernd invalid wird, in der Höhe einer
monatlichen Alterspension für jedes Prozent der
festgestellten Invalidität — und zwar zusätzlich zu
den anderen Leistungen.
Ein konkretes Beispiel soll das Verhältnis der Prä¬
mien zu den Leistungen veranschaulichen:
Ein 40jähriger Angestellter, dessen Gattin fünf Jahre
jünger ist, schließt eine private Pensionsversicherung
für eine monatliche Alterspension von 1000 S ab.
Hiefür ist eine monatliche Prämie von S 553.20
zu bezahlen.
Auf Grund dieser Prämienzahlung
werden folgende Leistungen gewährt:
Alterspension: Lebenslang ab voll¬
endetem 65. Lebensjahr monatlich S 1.000.—
Witwenpension: Von monatlich S 500.—
Vollwaisenpension: Bei Tod beider El¬
tern vor Fälligkeit der Alterspension
bis zum Zeitpunkt der Alterspension
monatlich S 500.—
Nach Einstellung der Waisenpensions¬
zahlung eine Abfertigung von
Unfallinvaliditätsleistung: Einmalige
S 88.000.—
Leistung bis S 100.000.—
Die Leistungen der Privatpensionsversicherung sind
voll gewinnbeteiligt.
In diesem Beispiel beträgt die Gewinnbeteiligung in
der Annahme, daß der derzeitige Gewinnplan während
der gesamten Prämienzahlungsdauer unverändert bei¬
behalten wird und der Versicherte den Beginn der
Alterspension erlebt, 62,4 Prozent der versicherten
Leistungen.
Pension durch Pflichtversicherung
Ein Vergleich der Pflichtpensionsversicherung mit
allen Pensionsarten der Privatpensionsversicherung
würde sich durch die unterschiedlichen Prämien und
Leistungen sehr unübersichtlich gestalten. Es wird da¬
her nur die „vollständige Privatpensionsversicherung"
in eine vergleichende Relation zur ASVG-Pensionsver-
sicherung gebracht. Vergleichsobjekt der ASVG-Pen-
sionsversicherung ist wieder nur die Pensionsversiche¬
rung der Angestellten.
Nimmt man die gleiche 25jährige Bei¬
tragszahlung von monatlich S 553.20
wie im Beispiel zur „vollständigen Pri¬
vatpensionsversicherung" an, so ergeben
sich aus der Pensionsversicherung der
Angestellten folgende Leistungen:
Alterspension: Lebenslang ab vollende¬
tem 65. Lebensjahr monatlich S 1710.—
Witwenpension: Von monatlich S 855.—
Vollwaisenpension: Von monatlich S 513.—
Invaliditätspension: Bei 50 Prozent Ar¬
beitsunfähigkeit von monatlich S 1710.—
Die Pensionsleistungen wurden ohne Berücksichti¬
gung der Aufwertungsbestimmung gemäß § 108 c
ASVG4 errechnet, liegen tatsächlich daher noch höher.
Aus dem Vergleich ergibt sich, daß die Alters- und In¬
validitätspension und die Witwenpension der Pensions¬
versicherung der Angestellten weit höher liegen als
die Leistungen der Privatpensionsversicherung.
Von besonderer Bedeutung ist auch noch die Wert¬
sicherung der Pension aus der Pflichtversicherung
durch die „Pensionsdynamik". Die Pensionen aus der
Pflichtversicherung wurden zumBeispiel seit 1966 (Ein¬
führung der Pensionsdynamik) um 28,6 Prozent er¬
höht, während bei der Privatpensionsversicherung in
demselben Zeitraum durch die sogenannte Gewinn¬
beteiligung nur eine Erhöhung von ungefähr 8 Prozent
vorliegt.
Die freiwillige Höherversicherung
in der Pflichtpensionsversicherung
Auch die freiwillige Höherversicherung in der Pen¬
sionsversicherung nach dem ASVG hält einen Vergleich
mit der Privatpensionsversicherung, wie folgendes Bei¬
spiel zeigt, stand.
Annahme wie im Beispiel bei der „vollständigen
Privatpensionsversicherung".
Monatlicher Beitrag zur freiwilligen
Höherversicherung nach dem ASVG
daher S 553.20
Auf Grund dieser Beitragszahlung tre¬
ten folgende Erhöhungen der Pensions¬
leistungen ein:
Erhöhung der Alters- und Invaliditäts¬
pension: Von monatlich S 1659.60®
Erhöhung der Witwenpension:
Von monatlich S 829.80®
Erhöhung der Vollwaisenpension:
Von monatlich S 497.90®
Die freiwillige Höherversicherung enthält ebenfalls
eine Aufwertung, und zwar sind gemäß § 248 Abs. 3
ASVG die Beiträge zur Höherversicherung, die für nach
dem 31. Dezember 1955 gelegenen Zeiten entrichtet
wurden, mit den ihrer zeitlichen Lagerung entsprechen¬
den Faktoren (108 c ASVG) aufzuwerten. Die im Bei-
' Die Aufwertungsbestimmung bewirkt, daß die Beitragsgrund¬
lagen (Löhne und Gehälter), die für die Berechnung der Bemes¬
sungsgrundlage herangezogen werden, dem Lohn- und Gehalts¬
niveau des der Pensionszuerkennung zweitvorangegangenen
Kalenderjahres entsprechen.
* Die Erhöhungen werden vierzehnmal im Jahr zur Pension
ausbezahlt.
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