Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1985 Heft 01 (01)

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findenSie
nicht billig. Vielleicht sollte wieder ein¬
mal ein Fragebogen beigelegt werden,
auch wenn vor einigen Jahren der letzte
nur von jedem hundertsten Bezieher zu¬
rückgeschickt wurde.
Kontakte mit der Leserschaft sind wün¬
schenswert. Einer Redaktion, die aus
einer Sekretärin und einem Redakteur
besteht, ist aber Schriftliches lieber als
Telefonanrufe.
Fragen, die den
Gewerkschafter
berühren
Seite 10
In diesem Gespräch gibt ÖGB-Präsident
Anton Benya, ganz in seiner an ihm ge¬
wohnten Art, völlig offen und direkt Ant¬
wort auf eine Reihe von Fragen, vom
Energieproblem bis zum Beschäfti¬
gungsproblem, auf das er mehrfach zu¬
rückkommt, weil er es für eine Schlüs¬
selfrage der gesellschaftlichen Entwick¬
lung hält.
Haben die Gewerkschaften in unserer
heutigen Gesellschaft immer noch den
Stellenwert, den sie in den ersten Jahr¬
zehnten der Zweiten Republik gehabt
haben?
Ist eine Generation herangewachsen,
die keine Verbindung mehr zu den
Schwierigkeiten hat, mit denen sich da¬
mals Gewerkschafter herumschlagen
mußten? Eine Generation, die mit eige¬
nen Schwierigkeiten kämpft?
Nach wie vor gilt es für Gewerkschafter,
Kontakte zu pflegen, im Betrieb, in der
Zahlstelle, in der Ortsgruppe, im Be¬
zirksausschuß, nach wie vor gilt, wie
Benya sagt, für den Gewerkschafter:
»Er darf keine großen Versprechungen
machen, darf aber die Leute auch
nicht mutlos machen.«
Um die Rückkopplung Seite 2
Zeitungen, die nur darauf bedacht sein
müssen, ihren Eigentümern möglichst
hohe Gewinne zu sichern, messen ihren
Erfolg oder Mißerfolg vor allem an der
Verkaufsauflage, die aber auch von ei¬
nem guten Vertriebssystem und ver¬
schiedenen Gewinnspielchen abhängen
kann.
Vereinsblätter- und ein solches ist eben
auch »Arbeit & Wirtschaft« - hängen da
ein bißchen in der Luft. Umfragen von
Meinungsforschungsinstituten sind auch
r
Der Energie¬
bericht 1984
und die
österreichische
Energiepolitik
Seite 38
In geraffter Form - denn anders wäre es
im Rahmen dieser Zeitschrift gar nicht
möglich - gibt Ernst Maurer (von der
Wirtschaftspolitischen Abteilung der
Wiener Arbeiterkammer) einen sach¬
lich-kritischen Überblick über den
Energiebericht der österreichischen
Bundesregierung sowie über das Ener¬
giekonzept, das im Bericht breiten
Raum einnimmt. Zu den wichtigsten
Punkten des Konzepts zählt die Absicht,
den Anteil des Erdöls an den Energie¬
trägern zu senken und zunehmend auf
die Bereiche zu beschränken, wo tech¬
nisch keine anderen Möglichkeiten be¬
stehen.
Staatssekretär Dr. Erich Schmidt nimmt
zu einigen Fragen Stellung, die sich aus
dem Überblick Maurers ergeben.
ein selbsttragender Aufschwung wird
jedoch nicht erwartet.«
Diesmal ist er der Ansicht, daß sich die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen,
unter denen der Bundesvoranschlag er¬
stellt wurde, verbessert haben. Der kon¬
junkturelle Aufschwung habe mittler¬
weile stärker eingesetzt als erwartet. Ein
vorbehaltlos optimistisches Bild zeich¬
net Roßmann nicht, beurteilt aber die
weltwirtschaftlichen Aussichten Öster¬
reichs positiv. Österreich sollte es gelin¬
gen, die Arbeitslosenrate nach kontinu¬
ierlichem Anstieg während der Rezes¬
sionsjahre erstmals wieder abzusenken.
Der Budgetentwurf sieht - stellt Ro߬
mann fest-eine Fortsetzung der Konso¬
lidierungsbemühungen vor, die Netto-
defizitquote soll demnach von 4,75%
auf 4,4% gesenkt werden. Inwieweit
es gelingen wird, die Konsolidierung
fortzusetzen, hängt letztlich von den
nationalen und internationalen Rah¬
menbedingungen ab.
f
V V
Der Bundes¬
voranschlag
1985
Seite 18
Auch im Jänner des vorigen Jahres
schrieb Bruno Roßmann (von der Wirt¬
schaftswissenschaftlichen Abteilung der
Wiener Arbeiterkammer) über den
Bundesvoranschlag. Damals meinte er:
»Die österreichische Wirtschaft befindet
sich gegenwärtig in der längsten Rezes¬
sionsphase der Weltwirtschaft seit dem
Zweiten Weltkrieg. Die jüngsten
OECD-Konjunkturprognosen deuten
zwar - insbesondere in den USA - auf
eine leichte konjunkturelle Belebung
der Weltwirtschaft für das Jahr 1984 hin,
Arbeitszeit¬
verkürzung
in Österreich:
Weder vor¬
preschen noch
nachhinken
Seite 26
Im Dezember 1983 gab Günther Cha-
loupek in »Arbeit & Wirtschaft« einen
Zwischenbericht über eine Studie des
Beirats für Wirtschafts- und Sozialfra¬
gen, die ergründen sollte, wie sich für
Österreich verschiedene Varianten einer
Verkürzung der Arbeitszeit auswirken
würden.
Chaloupek wies auch auf eine Voraus¬
sage des englischen Volkswirtschaftlers
John Maynard Keynes hin, derzufolge in
den dreißiger Jahren des nächsten
Jahrhunderts eine Arbeitszeit von wö¬
chentlich 18 Stunden üblich sein werde.
Chaloupek war in dem Zwischenbericht
der Ansicht, daß auch in Österreich eine
Verkürzung der Arbeitszeit kommen
werde. Dieser Ansicht ist er auch jetzt,
weil der Arbeitszeitverkürzung ange¬
sichts der nur noch begrenzten Mög¬
lichkeit des Staates, in künftigen Rezes¬
sionen beschäftigungsstützend einzu¬
greifen, eine erhöhte Bedeutung zu¬
kommt. Vom Einsatz dieser Maßnahme
werde es abhängen, ob Österreich seine
immer noch günstige Wirtschafts- und
Arbeitsmarktlage behaupten kann.
1/85 arbdt wirlsdiidi 1
        

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