Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1994 Heft 05 (05)

LÄNDERKAMMERN
nach sind wir schon mit der Wirtschaft
voll in der EU integriert. Man müßte die
Frage anders stellen. Nicht, ob wir dazu-
gehen wollen, sondern die Frage muß
heißen: Was ist, wenn wir draußen blei¬
ben? Das würde uns sehr hart treffen,
denn wir würden in der Randzone des
großen Marktes liegen, mit seinen rund
400 Millionen Menschen. Unser Bun¬
desland, das sich in den letzten Jahr¬
zehnten sehr gut entwickelt hat, würde
sehr wahrscheinlich in arge wirtschaftli¬
che Schwierigkeiten geraten.
Allein was den Bereich Forschung
und Entwicklung betrifft, wo es für
Osterreich wichtig ist, bei Forschungs-
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Weiterschulung und Weiterbil¬
dung, auch im Blickpunkt aufdie
Fachhochschulen, müssen unser
Ziel sein. Wir müssen den
Menschen dieMöglichkeitgeben,
sich zu bilden undzu entfalten.
Sie sollen selber auch eine Freude
am Berufhaben undpersönlich
ein erfülltes Lebenfinden können
mit einem sicheren Einkommen.
So kann der soziale Frieden
abgesichert werden.
qualifizierte Fachkräfte. Das leisten wir
mit dem Berufsförderungsinstitut, dem
BFI. Weiterschulung und Weiterbil¬
dung, auch im Blickpunkt auf die Fach¬
hochschulen, müssen unser Ziel sein.
1 Stift Melk
2 In Leopoldsdorf ist eine
der drei Zuckerfabriken in
Niederösterreich
3 Betriebsbesuch bei der
Firma Eybel in Ebergassing
4 Böhlerwerke in Waidhofen
an der Ybbs
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Programmen dabeizusein, sind wir als
Partner in dieser EU sicher besser aufge¬
hoben. Wir können mitbestimmen. Es
kann nicht ohne uns entschieden wer¬
den. Sicher bin ich auch etwas kritisch.
Es gibt nicht nur Rosinen in der EU, es
wird sicher auch Nachteile geben. Aber
die kann man nur dann lösen, wenn
man in diesem Haus drinnen ist und
nicht vor der Haustür steht.
In den letzten Jahrzehnten hat sich
das größte österreichische Bundesland
eigentlich sehr positiv entwickelt. Das
Agrarland Niederösterreich ist von der
Wertschöpfung her auch ein Industrie¬
land geworden. Was wir aber noch brau¬
chen in Zukunft, sind moderne Betriebe
und weitere Produktionen mit hoher
Wertschöfpung. Dazu brauchen wir
, ••
Wir müssen den Menschen die Mög¬
lichkeit geben, sich zu bilden und zu
entfalten. Sie sollen selber auch eine
Freude am Beruf haben und persönlich
ein erfülltes Leben finden können mit
einem sicheren Einkommen. So kann
der soziale Frieden abgesichert werden.
»Arbeit & Wirtschaft«: Es gibt ja
strukturschwache Regionen, zum Bei¬
spiel das Waldviertel. Werden diese Ge¬
biete in der EU besonders gefördert wer¬
den?
Karl Hundsmüller: Wir glauben
schon, daß es notwendig ist, neben dem
Burgenland als »Ziel-1-Gebiet« auch das
Waldviertel als besonders förderungs¬
würdiges Gebiet anzuerkennen. Ich
glaube auch, daß es notwendig sein
wird, über die Industriezone zu reden
5 Betriebsbesuch bei der
Firma Mischek in Gerasdorf
6 Windmühle bei Retz
7 Betriebsbesuch bei der
Firma Mischek in Gerasdorf
8 Das Agrarland Niederösterreich
ist von der Wertschöpfung
her ein Industrieland geworden
5/94 HrfortiHlrtsduifl 21
        

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