Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1994 Heft 05 (05)

MAN KANN NICHT ALLES WISSEN
Apologeten (griechisch apolo-
geisthai = sich mit Worten verteidi¬
gen): Verteidiger; allgemein die Ver¬
teidiger einer Anschauung, Lehre
oder eines Bekenntnisses; im enge¬
ren Sinn die Schriftsteller des 2.
Jahrhunderts wie Athenagoras, Ju¬
stin, Tatian, die das Christentum ge¬
gen die Vorwürfe des Heidentums
verteidigten. (Seite 39)
Max Beckmann (geb. 12. Feber
1884 in Leipzig; gest. 27. Dezember
1950 New York/USA), deutscher
Maler und Graphiker, führender Ex¬
pressionist, läßt sich 1915 in Frank¬
furt/Main nieder, lehrte an der Stä-
delschule (Kunstakademie) bis zur
schmählichen Entlassung aus sei¬
nem Lehramt (1933), übersiedelt
nach Berlin, 1937 gebrandmarkt als
»entarteter Künstler«, emigrierte
nach Amsterdam. Zehn Jahre spä¬
ter folgte er einem Ruf nach St.
Louis (USA). 1949 und 1950 unter¬
richtete er in New York. (Seite 44)
Bretton-Woods (sprich braten
wuds), Ort im Staat New Hampshire/
USA, war im Juli 1944 Tagungsort
der Währungs- und Finanzkonfe¬
renz, an der 44 Staaten teilnahmen.
In dem Abkommen von B. W. wur¬
den die Gründung der Weltbank und
die Errichtung des Internationalen
Währungsfonds einstimmig be¬
schlossen. (Seite 38)
Chaiselongue (französisch;
sprich Schäslongk/chaiselongue =
langer Stuhl, Liegestuhl): Liege-,
Ruhesofa; gepolsterte Liege mit
Kopflehne. (Seite 10)
Curriculum vitae (lateinisch;
curriculum [Zeit]ablauf; vita = Le¬
ben): Lebenslauf. (Seite 45)
Edgar Degas (sprich: dega [ge¬
boren am 19. Juni 1834, Paris; gest.
am 26. oder 27. September 1917 in
Paris]), französischer Maler, Gra¬
phiker und Plastiker. Er begann mit
Historiengemälden und Bildnissen,
kam um 1865 mit den Impressioni¬
sten in Berührung, denen er sich an¬
schloß, ohne die gleichen Ziele an¬
zustreben. So bildete nicht die
Landschaft das wesentliche Thema
seiner Bilder, sondern die Men¬
schen. Um 1872 bilden Themen aus
der Welt des Balletts, des Theaters
und der Rennplätze seine Bilder.
(Seite 39)
Entente (französisch; sprich:
angtangt): gleichbedeutend mit
Bündnis, Einverständnis bezie¬
hungsweise außenpolitische Über¬
einstimmung. Speziell die Bezeich¬
nung für das Bündnis zwischen
Großbritannien und Frankreich von
1904 (Verständigung über die nord¬
afrikanischen Kolonialfragen), aus
dem sich 1907 durch Einbeziehung
Rußlands die Triple-Entente (Drei¬
bund) entwickelte. Entente wurden
auch alle während des Ersten Welt¬
krieges gegen die Mittelmächte
(Deutschland, Österreich-Ungarn,
dann auch deren Verbündete [Türkei,
Bulgarien]) vereinigten kriegsführen¬
den Länder genannt. (Seite 40)
Euklid (um 300 v. Chr.), griechi¬
scher Mathematiker, wirkte unter
Ptolemaios I. in Alexandria, schrieb
zahlreiche mathematische Werke.
Durch sein Handbuch »Elemente«
wurde er zum Lehrmeister der Ma¬
thematik aller von der griechischen
Wissenschaft beeinflußten Völker,
dieses Werk war über 2000 Jahre
lang Grundlage für den Geometrie¬
unterricht. Erst die vergeblichen
Versuche, das Parallelenaxiom zu
beweisen, führten im 19. Jahrhun¬
dert zum Aufstellen nichteuklidi¬
scher Geometrien. (Seite 41)
Expressionismus. Ausdrucks¬
kunst, die vor allem die inneren Er¬
regungen, seelischen Erlebnisse,
Stimmungen und Gefühle ohne An¬
spruch auf Wirklichkeitstreue bild¬
nerisch wiedergeben will. Der Be¬
griff wird im engeren Sinn auf eine
Kunstströmung des 20. Jahrhun¬
derts angewandt, sie ist als die Ge¬
genströmung zum Impressionismus
und Naturalismus zu verstehen. Die
Malerei des E. arbeitet mit klaren Li¬
nien, Flächen und kräftigen Farben.
(Seite 44)
GM = General Motors Corp.
(auch GMC); größter Automobilher¬
steller der Welt. Jahresumsatz
1991: 204.421 Millionen Dollar.
(Seite 30 u. 31)
inkludieren (lateinisch includere
= einschließen): mit beinhalten,
einschließen. (Seite 25)
laissez faire, laissez aller, lais-
sez passer (französisch; sprich:
lese fe:r, lese ale, lese pase [laßt
geschehen, laßt gehen]). Grundsatz
des Wirtschaftsliberalismus, der den
Staat aufforderte, sich jeder Einmi¬
schung in das nach liberaler Auffas¬
sung allein richtige freie Spiel der
wirtschaftlichen Kräfte zu enthalten.
Es würde sich nach Gottes Fügung
auch ohne eine zielbewußte Sozial-
und Wirtschaftspolitik alles zum Be¬
sten entwickeln. (Seite 41)
lukrieren (zu lateinisch lucrare =
gewinnen, profitieren): (Vorteil) zie¬
hen, verdienen, herausschlagen,
gewinnen, einen Gewinn bei etwas
machen. (Seite 11)
Multiplikator (zu lateinisch mul-
tiplicare = vervielfachen): Einrich¬
tung beziehungsweise Person, die
Wissen oder Informationen weiter¬
gibt und zu deren Verbreitung, Ver¬
vielfachung beiträgt. (Seite 5)
Die Muskete, humoristisch-sati¬
rische Wiener Wochenschrift.
(1905-1927), anfangs hauptsäch¬
lich von und für Offizierskreise ge¬
schrieben, später von Mitarbeitern
wie F. Th. Csokor, H. L. Rosegger,
Roda Roda, A. Wildgans u. a. unter¬
stützt, mit größerer Breitenwirkung.
Wurde bis 1918 vor allem wegen
der Karikaturen des Mitbegründers
und künstlerischen Leiters der Zeit¬
schrift, Fritz Schönpflug (1873
bis1951) viel beachtet. (Seite 41)
Orphismus (nach dem thraki-
schen Sänger Orpheus benannt,
der nach Ansicht der Antike durch
Musik in unerklärlicher Weise auch
die widerstrebendsten Wesen an
sich zu locken vermochte): von dem
französischen Maler Robert Delau-
nay (1885-1941) begründete, von
dem französischen Dichter und
Kunstschriftsteller Guillaume Apolli¬
naire (1880-1918) 1912 formulierte
Richtung der modernen Malerei. In
Reaktion zu dem strengen, auf geo¬
metrischer und sterometrischer
Konzeption aufgebauten Kubismus,
der die Farbe dem Liniengefüge un¬
terordnete, sah Delaunay in der Far¬
be das wesentliche Kompositions¬
element. (Seite 44)
Parallelenaxiom, der griechi¬
sche Mathematiker Euklid (um 300 v.
Chr.) faßte den Satz, daß man zu ei¬
ner Geraden durch einen außerhalb
von ihr liegenden Punkt eine einzige
Parallele ziehen kann, als Axiom
(unbewiesener Grundsatz, der ei¬
nem mathematischen Lehrgebäude
als Fundament dient) auf. Im 19.
Jahrhundert hat man festgestellt,
daß man eine Geometrie auch ohne
dieses Axiom logisch widerspruchs¬
frei aufbauen kann (nichteuklidische
Geometrie). (Seite 41)
Parameter (griechisch parä =
gegen, bei; metron = Maß [Neben¬
maß]): eine mathematische Größe,
von der eine Funktion oder Kurven¬
gestalt abhängig ist; auch zur Unter¬
scheidung von Funktionen einer
charakteristischen Konstante; auf
die Wirtschaftstheorie übertragen
wird Parameter als eine Größe zur
Kennzeichnung einer Funktion oder
eines Modells gebraucht. (Seite 9)
postgradual (zu lateinisch post
= nach; gradus = Schritt, Stufe):
nach Abschluß eines (Hochschul-)
Studiums stattfindend. (Seite 45)
PP = Partido Populär; spanische
konservative Volkspartei. (Seite 36)
PSOE = Partido Socialista Obre¬
re Espahol (sozialistische Arbeiter¬
partei Spaniens). (Seite 36)
David Ricardo (sprich: rikadou
[geb. 18. oder 19. April 1772 in Lon¬
don; gest. 11. September 1823 in
Gatcombe Park /Gloucestershire im
Südwesten Englands]), englischer
Nationalökonom, einer der Begrün¬
der des Wirtschaftsliberalismus,
hervorragender Vertreter der engli¬
schen klassischen Volkswirtschafts¬
lehre. Er entwickelte eine Wertlehre
(Arbeitswertlehre) und eine Lohn¬
theorie, die von Karl Marx
(1818-1883) übernommen wurden.
Eine besondere Leistung ist sein
Beitrag zum internationalen Handel;
er weist nach, daß Außenhandel
auch dann vorteilhaft für ein Land
ist, wenn es alle Güter billiger als im
Ausland erzeugen kann. Es ist sinn¬
voll, die relativ billigsten Güter zu
exportieren und die relativ teuersten
Güter einzuführen. (Seite 40)
Bertrand Russell (geb. 18. Mai
1872 in Trelleck/Monmountshire;
gest. 2. Feber 1970 Pias Penrhyn/
Wales), britischer Mathematiker,
Philosoph und Soziologe. Nach
dem Zweiten Weltkrieg trat er öf¬
fentlich gegen die atomare Rüstung
auf. Wandte sich gegen die ameri¬
kanische Beteiligung am Vietnam¬
krieg und gegen den Einmarsch der
Warschauer-Pakt-Staaten in die
CSSR. (Seite 39)
Josef Alois Schumpeter (geb.
8. Feber 1883 in Trisch/Mähren;
gest. 8. Jänner 1950 in Taconic/
USA), österreichischer Volkswirt¬
schafter, Soziologe, war 1918 Mit¬
glied der deutschen Sozialisie-
rungskommission in Berlin. In der
Regierung Renner von März bis Ok¬
tober 1919 als Staatssekretär für Fi¬
nanzen. Lehrte 1925 bis 1932 in
Bonn und anschließend an der Har¬
vard-Universität in Cambridge/Bo¬
ston, USA. Schumpeter ging von
der Grenznutzenschule aus und
entwickelte eine eigene Theorie der
wirtschaftlichen Dynamik. (Seite 39)
La Stampa (Die Presse), italieni¬
sche Tageszeitung mit überregiona¬
ler Verbreitung, gegründet als
»Gazzetta Piemontese« von V. Ber-
sezio (1828-1900) in Turin, seit
1895 heutiger Titel; vertrat bis 1925
einen liberalen Standpunkt. 1925-
1943 unter faschistischem Einfluß.
1945 Neugründung; seit 1948 im
Besitz des Fiat-Konzerns, unter¬
stützte die Regierungen der linken
Mitte. Auflage 403.000 Exemplare.
(Seite 4)
Stereotypeur, jemand, der ste¬
reotypiert. Die Stereotypie ist ein
Verfahren zum mechanischen Ver-
fielfältigen von Buchdruckformen
durch Abformung in Maternpappe
und Ausgießen der gewonnenen
Form (Matrize) nach dem Trocknen
mit einer Blei-Antimon-Zinn-Legie-
rung o. ä. (Seite 42)
DRUCKFEHLERBERICHTIGUNG
Heft 4/94, Seite 47, 4. Spalte,
1. Zeile von oben, Pyrrhussieg.
5/94 urta-it Wirtschaft 47
        

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