Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1996 Heft 02 (02)

WIRTSCHAFT fallslosigkeit weit weniger zum Zug kommt, als Österreichs Wirtschaft an¬ bieten könnte. Strategisch neu positionieren Ich habe gemeint, daß sich Öster¬ reichs Wirtschaft mitten in einer strate¬ gischen Neupositionierung befindet, die darüber entscheiden wird, ob das Land auch noch im Jahr 2000 und danach zu den entwickeltsten Wirtschaftsnationen zählt. Immerhin ist Österreich prädesti¬ niert, eine der wichtigsten Drehscheiben - * <4 3 V ; I -v- 71i\ 12 >v x Zw auch 1995, als - bei abermals effektiv höherem Wechselkurs — zumindest um 10 Prozent mehr exportiert werden konnte, die Industrie ihr Produktions¬ volumen um rund 6,5 Prozent auswei¬ ten und die Investitionen um 12 Prozent steigern konnte. Die spektakulären Mißerfolge, die sich 1995 ereigneten, werden ohne wei¬ teres aufgewogen durch spektakuläre Er¬ folge: zu diesen zählt, daß vor allem im Technologie-, aber auch im Werk- und Grundstoffbereich eine ganze Anzahl von österreichi¬ schen Unterneh¬ men — nicht sel¬ ten solche, die aus der ehemals ver¬ staatlichten Indu- Wir sind in einen sehr breiten strukturellen Anpassungsprozeü eingetreten, der uns auch nicht er¬ spart geblieben wäre, wenn wir nicht Mitglied der EU wären und wenn wir versucht hätten, die Ostäffnung zu verzögern. Erfaßt sind davon unter anderem die Landwirtschaft (Bild 4), die Niedriglohnindustrie (Bild 5 Textil¬ industrie), die Telekommunika- tionseinrichtungen, sprich Post (Bild 6), und die Nahrungsmittel- Verarbeitung (Bild 7) im Ost-West-Wirtschaftsverkehr, nicht nur Europas, sondern der Welt, ein zen¬ traler europäischer Netzknoten zu wer¬ den. Oder eben, weil es in Prag, in Ber¬ lin, in Budapest durchaus Alternativen gibt, mehr oder weniger schnell zurück¬ zufallen. Möglicherweise schneller, denn auch die Risiken und der Wettbe¬ werb in der neuen Situation sind we¬ sentlich akuter geworden. Halten wir nüchtern fest: Österreich verfügt - trotz Debakels im Konsum, trotz leergebliebener Hotelbetten und trotz Verfalls des ATX, über eine lei¬ stungsfähigeWirtschaft. Dies zeigte sich strie hervorgegangen sind — übernatio¬ nale Bedeutung und Tätigkeitsradien errungen haben. Daß mit Stahl, Metallen, Papier und Feuerfestprodukten gut verdient werden kann - trotz Abwertung bei wichtigen Konkurrenten daß die Eigenkapital¬ ausstattung, vor allem in der Industrie, vom Tief der achtziger Jahre auf respek¬ table Werte um die 30 Prozent der Bi¬ lanzsumme gesteigert werden konnte, daß die Zahl der unter österreichischem Einfluß im Ausland Beschäftigten von höchstens 20.000 vor 10 Jahren auf si¬ cher 120.000 derzeit gesteigert wurde, daß wieder einige Großinvestitionen aus dem Ausland nach Österreich kommen, durchaus nicht verlängerte Werkbänke, sondern modernste Produktionsstätten mit eigenem Entwicklungspotential, daß der größte Teil der österreichischen AutoZulieferindustrie mittlerweile über so überzeugendes Know-how verfügt, daß er die Autowerke von Opami in Ja¬ pan über Stuttgart und Saragossa bis nach Sao Paulo täglich just-in-time be¬ liefert. Halten wir weiters, ebenso sachlich, fest: die Industrie im herkömmlichen Sinn verliert in Österreich Arbeitsplätze, 2/96 iirbc'il'wiftM'litift 21

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