Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1996 Heft 02 (02)

AUS ARBEITERKAMMERN UND GEWERKSCHAFTEN
und vertiefenden Diskussi¬
onszirkeln bei dieser Tagung
ihren Blick in die Zukunft: ge¬
richtet und die gesellschaftli¬
chen und betrieblichen
Bisher war es nämlich üb¬
lich, ihnen den Urlaubsan¬
spruch für die Zeit ihrer
Krankheit zu streichen. Und
zwar bei Angestellten nach
sechs Wochen und bei Arbei¬
tern bereits nach vier Wo¬
chen. Diese Vorgangsweise
Trends der »Arbeit der Zu¬
kunft« und Konsequenzen für
Gewerkschaften und Be¬
triebsräte diskutiert.
Gerhard Winkler
Karenzurlaubs, Präsenzdien¬
stes und erweiterter Bildungs¬
freistellung von Betriebsräten
zulässig. Die AK Wien weist
daher darauf hin, daß die be¬
troffenen Arbeitnehmer mög¬
lichst rasch von ihren An¬
sprüchen Gebrauch machen
gang der Zahlen bei der Lehr¬
lingsausbildung. Insgesamt
seien sie von 1989 bis 1994
um 14 Prozent gesunken, in
der Industrie aber um 25 Pro¬
zent. Es sei deshalb wichtig, in
diesem Bereich die Ausbil¬
dung stärker zu forcieren;
Lehrwerkstätten müßten auch
für andere Unternehmen
geöffnet werden. Schließlich
sei die hohe Qualifikation der
Facharbeiter ein wesentlicher
Faktor für den Wirtschafts¬
standort und für eine positive
Beschäftigungssituation.
Fragen wie diese müßten -
so Verzetnitsch - aus dem
Parteienstreit herausgehalten
werden: »Es darf nicht um
politisches Kleingeld gehen.
Es geht um die Zukunft des
Industriestandortes Öster¬
reich.«
Urlaub trotz Krankenstands
Eine Gesetzeskorrektur, die vor kurzem vom Nationolrat
beschlossen wurde, sichert den Arbeitnehmern ihren vollen
Urlaubsanspruch auch bei langen Krankenständen.
Damit wurde eine Rechtsprechung beseitigt, die viel Unmut
bei den Beschäftigten hervorgerufen hatte. Konsumentenschutz:
Zitronen falsch deklariert
Zitronen können den Konsumenten das Leben sauer machen:
Zu diesem Schluß kommen der Verein für Konsumenten¬
information und die Arbeiterkammer, nachdem eine umfassende
Untersuchung durchgeführt wurde.
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Diejenigen, die 1995 wegen Krankenstands Urlaubskürzungen hin¬
nehmen mußten, können jetzt noch ihren vollen Urlaub rückfordern
wurde im Rahmen einer Son¬
dersitzung als unrechtmäßig
bezeichnet. Eine Aliquotie¬
rung des Urlaubsanspruchs ist
künftig ausschließlich wegen
sollten: Diejenigen, denen im
Jahr 1995 der Urlaub wegen
Krankheit gekürzt wurde,
können jetzt noch ihren vol¬
len Urlaub einfordern.
Industriepolitik:
Kein politisches Kleingeld
Die industriepolitischen Positionen des ÖGB waren Thema
eines Gesprächs zwischen Präsident Verzetnitsch, Bundeskanzler
Vranitzky und Verkehrsminister Klima.
Verzetnitsch plädierte für
»einen gesunden Mix aus
Klein- und Mittelbetrieben
und einer tragfähigen Indu¬
strie«.
Bedenklich sei der Rück-
Giftige Zitronenscheibe im Tee?
Überprüft wurde, ob die
Deklaration »unbehandelt«
auch tatsächlich zutrifft
und welche Oberflächenbe¬
handlungsmittel behandelte
Früchte aufweisen. Ergebnis:
Einige Sorten waren mit ei¬
nem Mittel behandelt, das in
Österreich als giftig eingestuft
ist.
Insgesamt wurden Zitro¬
nen von zwölf Marktständen
und Märkten entnommen.
Zehn als unbehandelt - und
zwei als behandelt deklarierte.
Dann wurde ihr Gehalt gängi¬
ger, bis zu einer bestimmten
Höchstkonzentration erlaub¬
ter Oberflächenbehandlungs¬
mittel unter die Lupe genom¬
men.
Bei den »unbehandelten«
Zitronen wurde in einer
von zehn Proben eine un¬
zulässige Behandlung festge¬
stellt. Die »behandelten«
Früchte enthielten neben den
zulässigen Mitteln auch das
verbotene Diphenylamin.
Darüber hinaus wurden in al¬
len Fällen die erlaubten
Höchstgrenzen weit über¬
schritten. Die Arbeiterkam¬
mer warnt daher vor Leicht¬
gläubigkeit und empfiehlt,
Zitronen vor dem Genuß un¬
bedingt gründlich zu wa¬
schen.
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