Full text: Arbeit & Wirtschaft - 1999 Heft 10 (10)

ÖGB-KONGRESS
geht, eine breite Basis zur Durchsetzung
von Zielen zu schaffen.
Im Vordergrund steht die Zusam¬
menarbeit mit den anerkannten Fraktio¬
nen im ÖGB, die an der Formulierung
der Politik des ÖGB wesentlich mitwir¬
ken und über die unter anderem die Ko¬
operation mit den politischen Parteien
als Träger der parlamentarischen Demo¬
kratie (Lobbying) erfolgt.
Aus einem grundsätzlichen Bekennt¬
nis zur parlamentarischen Demokratie
und zur Erweiterung ihrer Einflussmög¬
lichkeiten unterstützt der ÖGB die akti¬
ve Mitarbeit von Mitgliedern, Funk¬
tionären und Beschäftigten in politi¬
schen Parteien sowie Bestrebungen der
Fraktionen, Vertreter in den gesetzge¬
benden Körperschaften des Bundes und
der Länder zu verankern.
-Ar
/
SB
/
»Arbeit und Leistung sind Säulen der Identität
des Menschen...«
Immer mehr Entscheidungen mit di¬
rekten Konsequenzen für österreichi¬
sche Arbeitnehmer fallen im supranatio¬
nalen Bereich.
Der ÖGB als moderne Interessenver¬
tretung entspricht dieser neuen Realität
und beteiligt sich aktiv an der Entwick¬
lung eines internationalen (europäi¬
schen und globalen) gewerkschaftlichen
Selbstverständnisses politischer Strategi¬
en und organisatorischer Instrumentari-
Modernisierung der
Organisation
Leistungsangebote für Mitglieder
In Ubereinstimmung mit den Ziel¬
setzungen des ÖGB und seiner Gewerk¬
schaften für das dritte Jahrtausend ist
das Leistungsangebot den Ansprüchen
der Zukunft anzupassen. Ein attraktives,
einheitliches, übersichtliches, transpa¬
rentes und flächendeckendes Grund¬
leistungsangebot ist zu schaffen; darüber
hinaus sollen zielgruppenorientierte
Leistungen angeboten werden. Der
ÖGB und die Gewerkschaften sollen
ihre Serviceleistungen im Hinblick auf
effiziente Kernaktivitäten nach einheit¬
lichen Kriterien evaluieren.
Dieses Grundleistungsangebot hat
positive Auswirkungen auf Mitglieder
und soll für potenzielle Mitglieder in
schwer zu organisierenden Bereichen
Anreize bieten, Mitglied zu werden.
Die Solidaritätsversicherung ist den
modernen Gegebenheiten anzupassen.
Ein verbesserter Vorschlag sollte beim
ÖGB-Kongress beschlossen werden,
wobei zwei Schwerpunkte gesetzt
werden sollen: mehr Leistungen
bei Invalidität und ein attraktives
Spitalsgeld bereits ab dem ersten Tag.
Attraktive Optionen, gegen zusätz¬
liche Prämien, eventuell auch für
Familienmitglieder, die über die
Grundversicherung hinausgehen, sind
zu entwickeln (z. B. für Berufshaft¬
pflicht).
Mitgliedsbeitrag
Die Grundsatzbeschlüsse der Bun¬
deskongresse zum Mitgliedsbeitrag blei¬
ben aufrecht. Der Bundesvorstand soll
beauftragt werden, eine aus ehrenamt¬
lichen Funktionärinnen und Funk¬
tionären und hauptberuflichen Exper¬
ten sowie den Finanzverantwortlichen
aller Gewerkschaften bestehende Ar¬
beitsgruppe einzusetzen, die bis 31. 12.
2000 einen Vorschlag zur Neugestal¬
tung des Mitgliedsbeitrages im Hinblick
auf Einheitlichkeit, Fragen des Finanz¬
ausgleiches, des Leistungspaketes und
der Akzeptanz erarbeiten soll. Ein kon¬
kreter Umsetzungsvorschlag unter Be¬
achtung des Solidaritätsprinzips soll er¬
stellt werden.
Mitgliederbetreuung
Eine modernisierte Gewerkschaft
muss ihren Mitgliedern vielfältige und
unterschiedliche Modelle der Partizipa¬
tion anbieten, wobei insbesondere die
neuen Technologien genutzt werden
sollen. Der ÖGB und seine Gewerk¬
schaften müssen ihr Kommunikations¬
system so ausbauen, dass Mitgliedern
ein Zugang zu neuen Medien (Internet)
und damit eine professionelle Kommu¬
nikation gewährleistet wird.
Mitglieder in Betrieben ohne Be¬
triebsrat oder Personalvertreter müssen
von den Gewerkschaften direkt betreut
werden. Jedes Mitglied soll bei einem
Kontakt mit der Gewerkschaft merken,
dass die Gewerkschaft gerne mit einzel¬
nen Mitgliedern in Kontakt kommt. Es
darf keine »amtliche« Abfertigung ge¬
ben.
Auf Grundlage der Betreuungskapa¬
zitäten und der Betreuungskonzepte der
Gewerkschaften sind die Beratungs¬
und Betreuungskonzepte des ÖGB auf
Landes- und Bezirksebene zu verstärken.
Entsprechend diesen weiterentwickelten
Betreuungskonzepten sind die Sekretäre
und die Mitarbeiter des ÖGB und der
Gewerkschaften durch geeignete Wei¬
terbildungsmaßnahmen auf die neuen
Aufgaben vorzubereiten.
Kernfunktion der Gewerkschaften
bleibt die Vertretung der Arbeitnehmer
in den Betrieben durch entsprechende
Kollektivvertragspolitik sowie die Absi¬
cherung der Beschäftigten im sozial-
und wirtschaftspolitischen Bereich. Ziel
ist es, für alle Arbeitnehmer attraktiv zu
sein, auch für diejenigen, die den Ge¬
werkschaften bislang abwartend und
skeptisch begegnen.
Betriebsräte, Personalvertreter, Ju¬
gendvertrauensräte, Behindertenver¬
trauenspersonen und andere gewerk¬
schaftliche Aktivisten sind und bleiben
Fundament und Stützpunkt der Ge¬
werkschaftsbewegung. Die Betreuung
dieser Personengruppen durch die Ge¬
werkschaften ist daher laufend zu eva¬
luieren und deren Wünschen und den
Anforderungen anzupassen. Der ÖGB
fordert umfassende Verbesserungen der
rechtlichen Absicherung aller Arbeit¬
nehmervertreter.
Klein- und Mittelbetriebe
Angesichts eines denkbaren Szenari¬
os, dass die Gewerkschaften in nicht
sehr ferner Zukunft immer weniger den
zentralen Großbetrieben mit in vieler
Hinsicht geregelten Verhältnissen, son-
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