Full text: Arbeit & Wirtschaft - 2003 Heft 01 (01)

UND AUFHANGEN
lebenswichtig
bekommen schlimme Krankheiten
zahlen müssen). Hier geht es um die
blematik des Rauchens am Arbeitsplatz.
auch in deutscher Sprache ange¬
zeigt werden.
Kranke Raucher
Auch die Wiener Gebietskran¬
kenkasse hat dem blauen Dunst
den Kampf angesagt. Sicher eine
gute präventive Investition. In
Österreich sterben doch jähr¬
lich etwa 14.000 Personen an
den Folgen des Rauchens. Ihre
Zielgruppen sind vor allem
schwer nikotinabhängige Raucher und Raucher, die
mehrmalige erfolglose Entwöhnungsversuche hinter
sich haben und bereits an tabakassoziierten Gesund¬
heitsschäden wie Bronchitis, Bluthochdruck, Herzbe¬
schwerden leiden. Der stationäre Raucherentzug
dauert insgesamt drei Wochen. Bei diesem Projekt
handelt es sich um das weltweit einzige stationäre Pro¬
gramm, das nur die Raucherentwöhnung und -therapie
zum Inhalt hat. Der Erfolg kann sich sehen lassen: 41
Prozent der so kontrollierten starken Raucher sind
nach einem Jahr frei von der Sucht!
Wer regelmäßig raucht, riskiert früher oder später
schwere gesundheitliche Schädigungen. Beeinträch¬
tigt werden auch Nichtraucher, die sich in diesen Räu¬
men aufhalten (müssen).
>
en Gründen
Sucher gemeinsam in
jr einem vergleich-
fbeiten müssen, der
^gehörige genutzt
Ii am Arbeitsplatz
itnehmerlnnenschutzgesetz«
Passivrauchen
Die schädliche Wirkung des
Passivrauchens wird häufig un¬
terschätzt. Zwar atmen Passiv¬
raucher nur etwa ein Hundertstel
der giftigen Stoffe aus dem Tabak¬
rauch ein, die ein Raucher inhaliert
hat. Trotzdem liegt das Risiko
höher, weil manche als gesund¬
heitsschädlich eingestufte Stoffe
im Hauptstromrauch durch das
Saugen an der Zigarette in gerin¬
gerer Konzentration eingeatmet
werden als im Nebenstromrauch,
der vorwiegend von Passivrau¬
chern eingeatmet wird. Die Kon¬
zentration des krebserregenden
N-Nitrosodimethylamin im Ne¬
benstromrauch übersteigt bei¬
spielsweise die im Hauptstrom¬
rauch um den Faktor 130.
Der Gesetzgeber schützt
Nichtraucher schon seit einiger
Zeit durch § 30 »Arbeitnehmerin¬
nenschutzgesetz« (ASchG). Seit
1. Jänner 2002 gelten schärfere
Bestimmungen für Raucher.
§ 30 Abs 2 lautet neu: »Wenn aus
betrieblichen Gründen Raucher
und Nichtraucher gemeinsam in
einem Büroraum oder einem ver¬
gleichbaren Arbeitsraum arbeiten
müssen, der nur durch Betriebs¬
angehörige genutzt wird, ist das
Rauchen am Arbeitsplatz verbo¬
ten.« Für die Gesundheit macht
es keinen Unterschied, ob die Ur¬
sache einer Krankheit von den
Schadstoffen im Tabakrauch
oder von einem Arbeitsstoff
stammt. Neben Vorschriften
sind guter Wille und Toleranz
nötig. Die persönliche Freiheit
des Einzelnen endet dort, wo die
persönliche Freiheit des Nächs¬
ten eingeschränkt wird.
Franz Janda
Aktuell:
Was tut sich bei
Swarovski?
1. Arbeitsrechtlich ist alles klar:
War über längere Zeit das Rauchen in
der Arbeitszeit vom Arbeitgeber ge¬
duldet oder sogar gewährt und kom¬
men keine (neuen) gesetzlichen ein¬
schränkenden Vorschriften zur An¬
wendung, darf weiter geraucht werden
(Gewohnheitsrecht). Jedoch gilt der
Grundsatz: Nichtraucher dürfen nicht
belästigt werden. Im konkreten Fall
sind bei Swarovski sogar eigene Rau¬
cherzonen bzw. Räume zum Rauchen
eingerichtet worden, um Nichtraucher
nicht zu stören. Auch die Anzahl ~»
1/2003 arbrtt Wirtschaft 25
        

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