Full text: Arbeit & Wirtschaft - 2003 Heft 01 (01)

AUS AK UND GEWERKSCHAFTEN
Eingleisige Liberalisierung
Auf dem Spiel steht die Sicherheit
Mit 15. März 2003 tritt auch in Österreich die völli¬
ge Liberalisierung des europäischen Schienengüter¬
verkehrs in Kraft. Die Eisenbahner warnen vor ei¬
nem Sicherheitsrisiko im heimischen Bahnbetrieb.
Die bisher hohen Sicher¬
heitsstandards im öster¬
reichischen Schienenver¬
kehr sind ab 15. März
IMPRESSUM
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Die Blattlinie entspricht jenen Grundsätzen, die in den Statuten und der Geschäftsord¬
nung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (Fassung gemäß Beschluss durch
den 14. Bundeskongress des ÖGB) festgehalten sind.
-
ikiA
höchst gefährdet, ist Wil¬
helm Haberzettl, Vorsit¬
zender der Gewerkschaft
der Eisenbahner (GdE),
Durch die Liberalisierung ist die Sicherheit auf der Schiene gefährdet
überzeugt. Denn für einen
geordneten Verlauf der Li¬
beralisierung fehlen prak¬
tisch sämtliche Regelun¬
gen. So gibt es keine klaren
gesetzlichen Rahmenbe¬
dingungen für die Neuertei¬
lung von Konzessionen auf
Österreichs Schienen. Kon¬
troll- und Sicherheitsbe¬
stimmungen bei Verstößen
gegen die Sicherheitsvor¬
schriften fehlen ebenso wie
Sicherheitsstandards für
Waggons und Loks. Unge¬
regelt ist auch die Frage der
Ausbildung oder der Lenk-
und Ruhezeiten im grenz¬
überschreitenden Personal¬
einsatz.
Der GdE-Vorsitzende
warnt in diesem Zusam¬
menhang vor britischen
Verhältnissen. Nach der
Privatisierung in Großbri¬
tannien gab es mehr Unfäl¬
le und Verspätungen, höhe¬
re Fahrpreise und weniger
Fahrkomfort. Haberzettl:
»Wenn die österreichische
Politik das will, soll sie es
sagen. Das geht aber nur
gegen den entschiedenen
Widerstand der Eisen¬
bahner.«
Vorschläge für eine ver¬
nünftige Verkehrspolitik
gibt es seitens der Gewerk¬
schaft genügend: Darunter
die Aufrechterhaltung der
ÖBB als einheitliches Un¬
ternehmen und die Sicher¬
stellung der Finanzierung
zur Erhaltung der Infra¬
struktur. Zukunftschancen
sieht die GdE auch in einem
überarbeiteten Generalver¬
kehrsplan mit klarer Prio¬
rität im Ausbau des Schie¬
nennetzes. G. M.
Mindestlohn durchgesetzt
Erfolg beim Handelskollektivvertrag
Im Handel bekommen - spätestens ab 2005 -
auch die jugendlichen Arbeitnehmer 1000 Euro
brutto monatlich.
Sie arbeiten genauso viel
wie ihre älteren Kollegen.
Nun sollen die Jugendli¬
chen im Handelssektor
auch den gleichen Lohn be¬
kommen.
Diesen Erfolg konnte die
Gewerkschaft Handel,
Transport, Verkehr (HTV)
nach zähen Verhandlungen
erzielen. Der für den Han¬
del zuständige Fachsekretär
Robert Steinocher: »Die
Jugendlichen bekommen
ab Jänner 2003 statt 804
Euro nunmehr 870, ab Jän¬
ner 2004 genau 940 Euro
und ab Jänner 2005 die an¬
gestrebten 1000 Euro brut¬
to monatlich.«
Damit hat sich in der
Sektion Handel der Ge¬
werkschaft HTV der ange¬
strebte Mindestlohn von
1000 Euro für sämtliche
Lohnkategorien ihrer Mit¬
glieder durchgesetzt. Gene¬
rell für alle Handelsarbeiter
wurden die Löhne per Jah¬
resbeginn um 2,1 Prozent
angehoben. G. M.
arbeit wirtsdiaft 1/2003
        

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