Full text: Mitteilung der Kommission: EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 - Mehr Raum für die Natur in unserem Leben

Seite 2 Die EK sieht folgende zentrale Handlungsfelder zum Erhalt und Schutz der Biodiversität ? Schutz von mindestens 30 % der europäischen Landfläche (+ 4 %) und Meeresfläche (+ 19 %) bis 2030, wovon ein Drittel „strikt geschützt“ sein soll. Zusätzlich sollen bis 2021 verbindliche Ziele zur Wiederherstellung von zerstörten Ökosystemen gesetzt werden. ? EU-Plan zur Wiederherstellung der Natur durch die Verbesserung und Erweiterung des Netzes von Schutzgebieten. ? Rechtsverbindliche Ziele für die Wiederherstellung der Natur, insbesondere jene, die das größte Potenzial für die Abscheidung und Speicherung von CO2 sowie für die Verhinderung und Eindämmung der Auswirkungen von Naturkatastrophen aufweisen. ? Die Wiederherstellung der Natur soll einen wesentlichen Beitrag zu den Klimazielen leisten. Daher soll ein erheblicher Teil – für den Klimaschutz vorgesehene 25 % – des EU-Haushalts in den Schutz der biologischen Vielfalt und in naturbasierte Lösungen investiert werden. 1. Allgemeine Position der BAK Die Covid-19-Krise führt uns vor Augen, wie wichtig der Erhalt der Lebensräume und der biologischen Vielfalt ist, um gesundheitliche Risiken für die Menschen zu minimieren. Die Krise zeigt auch, wie wichtig Grünräume und stadtnahe Erholungsgebiete für die Menschen, insbesondere auch mit niedrigerem Einkommen, sind. Klimawandel, Lebensraumverluste und steigende Belastungen, insbesondere durch die intensive Landwirtschaft, setzen die biologische Vielfalt unter Druck. Hier eine Trendumkehr anzustreben um die biologische Vielfalt zu erhalten und wiederherzustellen wird voll unterstützt. Seitens der BAK wird das Anliegen der EK, insgesamt mehr Natur und Biodiversität zu schützen, unterstützt. Die BAK möchte aber auch betonen, dass alle Maßnahmen – wo möglich – auch sozial gerecht und im Sinne der ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen gestaltet werden müssen. Denn nur so kann auch die nötige breite gesellschaftliche Akzeptanz hergestellt werden. Die BAK Setzt sich als ArbeitnehmerInnen- und KonsumentInnenschutzvertretung seit Jahren für eine ökologischere und biodiversitätsfreundlichere Landwirtschaft ein. Die BAK begrüßt daher ausdrücklich das Vorhaben der EK, die EU-Biodiversitätsstrategie mit der neuen Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ sowie der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu verbinden. Es ist sehr positiv, dass der Einsatz von chemischen Pestiziden bis 2030 um 50 % verringert und mindestens 10 % der landwirtschaftlichen Flächen mit Landschaftselementen gestaltet werden sollen. Auch sehr positiv ist es, sich insgesamt für mehr Bodenschutz, Bodenfruchtbarkeit und die Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen einzusetzen sowie die Umweltverschmutzung insgesamt zu verringern. Denn die Problematiken negativer Auswirkungen auf die Umwelt sowie der Verlust von Biodiversität durch den Einsatz von Pestiziden und zu viel Dünger verlangen einen breiten gesellschaftlichen Diskurs. Dies sollte nicht vorrangig in agrarpolitischen Ausschüssen und Gremien diskutiert werden. Dennoch bleibt aus Sicht der BAK die Skepsis hoch, dass die für den Agrarsektor formulierten Ziele erreicht bzw umgesetzt werden, da die seit 2018 verhandelte GAP, die ab dem Jahr 2022 starten soll und bis 2028 gelten wird, diese Ziele nicht programmiert hat.

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