Full text: Begutachtung -Konjunkturstärkungsgesetz 2020

Seite 2 Inhalt des Entwurfs: Mit dem Konjunkturstärkungsgesetz wird unter anderem für Unternehmen die Möglichkeit ge- schaffen, Verluste in die Veranlagungsjahre 2019 und 2018 rückzutragen und Investitionen in Anlagegüter degressiv abzuschreiben. Einkommen- und Lohnsteuerpflichtige erhalten eine rückwirkende Entlastung durch die Senkung des Eingangssteuersatzes sowie die Anhebung der Negativsteuer (SV-Bonus) für ArbeitnehmerInnen. Für land- und forstwirtschaftliche Be- triebe wird die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Pauschalierung erleichtert, die Buch- führungsgrenze erhöht und die Möglichkeit einer Einkünfteverteilung auf 3 Jahre geschaffen. Abgaben können länger gestundet werden. Beim Familienbonus Plus kommt es zu einer Re- paratur. Für Mittel- und vor allem Kurzstreckenflüge wird die Flugabgabe erhöht. Der Inhalt des Entwurfs im Überblick: ? Für Anlagegüter wird die Möglichkeit der degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA) in Höhe von 30 % geschaffen. Bestimmte Anlagegüter sind davon ausgenommen. ? Auch für Gebäude gibt es für die ersten beiden Jahre der Absetzung eine erhöhte AfA. ? Der Eingangssteuersatz in der Einkommen- bzw. Lohnsteuer wird rückwirkend mit 1.1.2020 von 25 % auf 20 % gesenkt. ArbeitgeberInnen haben bis 30.9.2020 eine Aufrol- lungsverpflichtung für bereits bezahlte Löhne und Gehälter. ? Der Spitzensteuersatz von 55 % wird bis 2025 verlängert. ? Der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag für ArbeitnehmerInnen wird von 300 Euro auf 400 Euro erhöht. Das ergibt für ArbeitnehmerInnen eine um 100 Euro höhere Negativ- steuer (SV-Bonus) ab dem Veranlagungsjahr 2020. ? Im Zusammenhang mit dem Familienbonus Plus werden verfahrensrechtliche Erleichte- rungen eingeführt, wenn der Absetzbetrag nicht steueroptimal von den Eltern beantragt wurde. ? Für land- und Forstwirtschaftliche Betriebe wird die Umsatzgrenze für die Buchführungs- pflicht von 550.000 Euro auf 700.000 Euro erhöht. Zudem werden die Größenkriterien für die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Pauschalierung gestrichen, weshalb allein der Einheitswert maßgeblich ist. ? Land- und Forstwirtschaftliche Einkünfte können auf Antrag auf 3 Jahre verteilt werden, was zu einer Gewinnglättung und folglich einem Progressionsvorteil führt. ? Unternehmen haben die Möglichkeit Verluste aus dem Jahr 2020 bis zu 5 Mio. Euro in die Veranlagungsjahre 2019 und 2018 rückzutragen und folglich mit den dort entstandenen Gewinnen gegen zu rechnen. ? Die Flugabgabe wird für Mittelstreckenflüge auf 12 Euro und für Kurzstreckenflüge auf 30 Euro erhöht. Die Position der BAK in Kürze: ? Der Entwurf enthält für ArbeitnehmerInnen einzelne begrüßenswerte Änderungen. ? Insgesamt liegt der Schwerpunkt bei Unternehmensbegünstigungen, die geringe konjunk- turstärkende Effekte haben und wenig zielgerichtet sind.

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