Full text: Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem das Universitätsgesetz 2002, das Fachhochschulgesetz, das Privathochschulgesetz, das Hochschul- Qualitätssicherungsgesetz und das Hochschulgesetz 2005 geändert werden

Seite 2 Das Wichtigste in Kürze: ? Die BAK verlangt bezüglich des „Weiterbildungspakets“ eine breitere Debatte im Hinblick auf adäquate, qualitätsgesicherte und leistbare Studienangebote für Berufstätige sowie eine Überarbeitung und Wiedervorlage des Entwurfs. ? Die Neuregelung der hochschulischen Weiterbildung stellt eine Zäsur dar, die weit über die Einführung von neue Abschlüssen/akademischen Graden hinausreicht. Eine sektorenübergreifende Vergleichbarkeit ist zwar zu begrüßen, allerdings weist der Entwurf zahlreiche Inkonsistenzen auf. Trotz schematischer Vereinheitlichungen gibt es weiterhin Sonderbestimmungen und keine Einschätzungen bezüglich des Bedarfs und der Akzeptanz der neuen Bachelorabschlüsse. Hinzu kommt, dass die geplanten Grade („BCE“, „BAP“, MCE“, „MAP“) im europäischen Hochschulraum unbekannt und nicht verständlich sind. Daher werden negative Auswirkungen im Hinblick auf Vergleichbarkeit, Durchlässigkeit und Akzeptanz befürchtet. ? Aus Sicht der BAK besteht zudem die Gefahr, dass das Geschäftsfeld „Weiterbildungslehrgänge“ als privatfinanziertes Parallelangebot zu regulären Studien zu Lasten von berufstätigen Studierenden ausgebaut wird. Hochschulen haben dann wenig Anreiz, „berufstätigenfreundliche“ Angebote im Bereich von regulären Studien zu etablieren. ? Auch die Qualitätssicherung der Lehrgänge erscheint unzureichend. Teure Lehrgänge sollten vorab einer externen Qualitätssicherung unterzogen werden. Eine anlassbezogene Überprüfung im Nachhinein ist nicht ausreichend. ? Die Verlängerung der bestehenden Zugangsbeschränkungen an den Universitäten bis Dezember 2027 wird kritisch gesehen, da keine Verbesserungen bei der soziodemographischen Zusammensetzung der Studierenden zu verzeichnen sind. Insbesondere bei medizinischen Fächern gab es einen Rückgang von Studierenden, deren Eltern keinen Hochschulabschluss besitzen. Die BAK fordert, dass Maßnahmen gesetzt werden, welche der Selbstselektion seitens der StudienwerberInnen aus unterrepräsentierten Gruppen entgegenwirken. ? Die Bestimmung, wonach die Universitäten kostenlose Unterstützungsangebote zur Vorbereitung auf das Aufnahmeverfahren in den medizinischen Fächern und Psychologie zur Verfügung zu stellen haben, wird begrüßt. Diese Regelung sollte auf alle zugangsbeschränkten Studien, die keine ausgewogene soziale Zusammensetzung aufweisen, ausgeweitet werden, wobei auf die Qualität der Angebote und ausreichend zur Verfügung stehende Plätze zu achten sind. Die Reduktion der Studienplätze bei Pharmazie ist nicht nachvollziehbar, da die bestehenden Betreuungsprobleme dadurch nicht gelöst werden. Stattdessen sollten Maßnahmen zur besseren Studierbarkeit und Erhöhung der Studienzufriedenheit getroffen werden (zB hinsichtlich der zur Verfügung gestellten Laborplätze). ? Die geplante Evaluierung der Zusammensetzung der StudienwerberInnen bei zugangsbeschränkten Fächern ab 2022 wird befürwortet. Allerdings wird eine jährliche Berichtslegung mit entsprechenden Maßnahmen als notwendig erachtet. ? Verbesserungen zur Erleichterung des Quereinstieges in den Lehrberuf (Sekundarstufe, Allgemeinbildung) sowie in die Elementarpädagogik werden grundsätzlich begrüßt, allerdings sollte ein solcher Lehrgang im Sinne der sozialen Durchlässigkeit von Hochschul- und Lehrgangsgebühren befreit sein.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.