Full text: Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem das Universitätsgesetz 2002, das Fachhochschulgesetz, das Privathochschulgesetz, das Hochschul- Qualitätssicherungsgesetz und das Hochschulgesetz 2005 geändert werden

Seite 3 Zu den wesentlichen Bestimmungen des geplanten Entwurfs: Vorweg ist die Begutachtungsfrist für diese Novelle, von der berufstätige Studierende besonders stark betroffen sind, zu kritisieren. Diese ist mit knapp vier Wochen kurz bemessen, zumal die BAK im letzten Jahr in Vorgespräche über die hochschulische Weiterbildung nicht mehr eingebunden war und neue Maßnahmen, wie die Verlängerung der zugangsbeschränkten Fächer an Universitäten oder die Verankerung eines Quereinsteigermodells für LehrerInnen und ElementarpädagogInnen, hinzukommen. Zu den einzelnen legistischen Änderungen: § 20 Abs 6 Z 14 UG (Studienbeiträge) Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Abs 6 Z 14 („Verwendung der Studienbeiträge“) bei Informationen auf der Homepage und im Mitteilungsblatt entfallen soll. Solange zahlreiche berufstätige Studierende, die aufgrund der Erwerbstätigkeit länger für ihr Studium brauchen, Studienbeiträge zahlen müssen, soll die Informationspflicht der Universitäten bestehen bleiben. Die BAK fordert in Zusammenhang mit den Studienbeiträgen weiterhin die Wiedereinführung des Erlassgrundes „Berufstätigkeit“. § 51 Abs 2 Z10, 11, 23, 23a, § 56 UG, § 9 FHG, § 10a PrivHG, § 26a HS-QSG (Weiterbildungspaket) Die Neuregelung der hochschulischen Weiterbildung stellt eine Zäsur dar, die weit über die Einführung von neue Abschlüssen/akademischen Graden hinausreicht. Eine sektorenübergreifende Vergleichbarkeit ist zwar zu begrüßen, allerdings weist der Entwurf zahlreiche Inkonsistenzen auf. Die geplante Umsetzung mit zwei neu eingeführten Bachelorabschlüssen und sieben, zum Teil neuen Abschlussgraden, davon zwei exklusiv für Kooperationen mit außerhochschulischen Rechtsträgern (Bachelor und Master Professional), sowie einem nur anlassbezogenen Ex-Post-Qualitätssicherungsverfahren im Auftrag des zuständigen Ministers/der zuständigen Ministerin, werden als problematisch erachtet. Denn trotz schematischer Vereinheitlichungen gibt es weiterhin Sonderbestimmungen und keine Einschätzungen bezüglich des Bedarfs und der Akzeptanz der neuen Bachelorabschlüsse. Hinzu kommt, dass die geplanten Grade („BCE“, „BAP“, MCE“, „MAP“) im europäischen Hochschulraum unbekannt und nicht verständlich sind. Daher werden negative Auswirkungen im Hinblick auf Vergleichbarkeit, Durchlässigkeit und Akzeptanz befürchtet. Zudem fehlen Abschlüsse, zB im ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereich oder auch in den Gesundheitsberufen. Die Unübersichtlichkeit der Angebotslandschaft wird somit befördert, zumal es bereits eine Vielzahl an kostenpflichtigen Studien von ausländischen Hochschulanbietern in Kooperation mit Bildungspartnern in Österreich (§ 27 HS-QSG) gibt. Nach vorliegenden Informationen werden die zum Teil sehr hohen Lehrgangsgebühren in der Regel von den Teilnehmenden, die sich beruflich höher qualifizieren wollen, bezahlt. Die ArbeitnehmerInnen tragen somit die Finanzierungslast, die Übernahme der Gebühren durch Arbeitgeber, Freistellungen für die Lehrgangsteilnahme und Prüfungen etc. sind längst nicht der Regelfall.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.