Full text: Vorschläge zur Kapitalmarktpolitik 4. Teil (12)

gaben nur durch eine enge Kooperation mit den bestehenden
Finanzierungsinstituten bewältigt werden können6).
27 Wie unter Z 18 erwähnt wurde, stellen die Kapitalbeteiligungs-
gesellschaften ein Instrument zur Stcigerung des Angebots an Finan-
zierungsmitteln mit Eigentümerrisiko dar. Unter diesem Gesichts-
punkt ist es das längerfristige Ziel der Kapitalbeteiligungsgesell-
schaften, neben den von Kapitalsammelstellen und allenfalls der
öffentlichen Hand bereitgestellten Finanzierungsmitteln nach einer
Anlaufzeit auch die Ersparnisse des privaten Publikums (Nicht-
Banken) über die Kapitalbeteiligungsgesellschaft direkt den Unter-
nehmern in Form von Finanzierungsmitteln mit Eigentümerrisiko
zuzuführen. Das kann derart geschehen, daß die angesammelten
Beteiligungsrechte in einen Fonds (Sondervermögen) eingebracht
werden, auf dessen Grundlage eigene Wertpapiere (Antcilsscheine)
ausgegeben werden, die auch dem privaten Publikum zur Zeich-
nung angcboten werden. Diese Konstruktion ist jener bei den Wert-
papier-Investmentfonds ähnlich7). Wie die Investmentzertifikate
bieten auch die Anteilsscheine kommerziell geführter Kapitalbetei-
ligungsgesellschaften - wegen der Risikostreuung durch die Betei-
ligungen der Kapitalbeteiligungsgesellschaft an Untcrnehmungen
der verschiedensten Branchen in allenfalls unterschiedlicher Rechts-
form - relativ risikosichere AnlagemöglichkeitenB).
Dieser Ausbau der Kapitalbeteiligungsgesellschaft kann allerdings
in der Regel erst einige Jahre nach Gründung der Kapitalbeteili-
gungsgesellschaft erfolgen, wenn dem Fonds regelmäßig Erträge
zufließen.
ft) Die in den USA mit den Smllll Business Investment Companies ~ewonnenen
Erfahrungen haben gezeigt, daß dort nur Gesellschaften, die in der Lage sllld, größere
BeteilijUngSenga&ements einzugehen, rentabel arbeiten können.
7 Gerade 1m Hinblick auf die Probleme der Bewertung des Fondsvermögens
bzw. er Anteilsscheine (Zertifikate) und die Mobilität der Veranlagungswerte be-
stehen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen einer sich durch Anteilsscheine finan-
zierenden Kapitalbeteiligungsgesellschaft und einem Investmentfonds. Beim Invest-
mentfonds ist es möglich, einzelne Forderungs- und Beteiligungsrechte (Aktien) jeder-
zeit abzustoßen, während bei der Kapitalbeteiligungsgellschaft vertraglich festgelegte
Kündigungsvorschriften eingehalten werden müssen und die Abgabe sich schlecht
entwickelnder Beteiligungen große Schwierigkeiten bereiten wird, wenn nicht so&ar
unmöglich ist. Die Kapitalbeteiligungsgesellschllft hat aber anderseits erhebliche Eill-
flußmöglichkeiten auf die GeschäftsfUhrung, was beim Investmentfonds nicht der
Fall ist.
8) Vergleiche auch die Ausführungen tiber die (fundierten) Bankschuldver-
schreibungen ZZ 39 und 40.
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