Full text: Budgetvorschau 1986-1990 (53)

deutet, daß sich die Aufteilung der Bruttosteuereinnahmen langfristig
zugunsten der anderen öffentlichen Rechtsträger verschiebt,
Diese Entwicklung der Steuereinnahmen ist auf zwei Faktoren zu-
rückzuführen, Zum einen sind die mengen- und einheitswertabhängi-
gen Steuern, deren Aufkommen schwach wächst, großteils aus-
schließliche Bundesabgaben, deren Erträge zur Gänze dem Bund zu-
fließen. Zum anderen ist der Anteil des Bundes an der Lohnsteuer, die
rasch wächst, geringer als an der Mehrwertsteuer, die etwas unterpro~
portional zunimmt.
Die S te u e r S t r u k t ur wird sich in den nächsten Jahren zu den
Steuern vom Einkommen verschieben, Ihr Anteil am gesamten
Steueraufkommen erhöht sich von 43'5% (1985) auf 44'9% (1990),
obwohl die Zinsertragsteuer wegfällt. Dieser Anstieg ist großteils auf
die Lohnsteuer zurückzuführen, die 1985 26'9% des gesamten
Steueraufkommens erbrachte, 1990 aber trotz Tarifanpassung 29'9%.
Die gewinnabhängigen Steuern (Körperschaft- und Einkommen-
steuer) sind zunächst noch durch die Anrechenbarkeit der Zins ertrag-
steuer und die Einkommensteuer zusätzlich durch die Auswirkungen
der Steueranpassung gebremst. Gegen Ende der Vorschauperiode
nimmt aber auch ihre Steigerungsrate etwas stärker zu als jene des
Brutto- Inlandsprodukts .
Die Steuern vom Auf w a n dun d Ver b rau C h verlieren hin~
gegen etwas an Bedeutung, Auf sie entfielen 1985 noch 51"4% der
gesamten Steuereinnahmen, 1990 werden es 49'9% sein, Die
Me h r wer t s te u er, als aufkommensstärkste Abgabe im österrei-
chischen Steuersystem, erbringt gegenwärtig rund 36% des gesamten
Steueraufkommens, Die Mehrwertsteuer wird in den Jahren
1986/1990 etwas schwächer als das nominelle Brutto-Inlandsprodukt
steigen, Diese Tendenz läßt sich auch bereits in der Vergangenheit
beobachten, In den Jahren 1978/1985 war die Aufkommenselastizität
der Mehrwertsteuer (bezogen auf das BIP), wenn man die Steuerer-
höhung 1984 ausschaltet, mit 0'95 etwa gleich hoch wie in der Vor-
schauperiode 1986/1990,
Die Projektion des Mehrwertsteueraufkommens baut erstmals auf
einer eigenen Mehrwertsteuerbemessungsgrundlage auf, Sie nimmt
aus zwei Gründen schwächer zu als das nominelle Brutto- Inlandspro-
dukt. Erstens wächst der für die Mehrwertsteuereinnahmen maßgeb-
liche private Inlandskonsum schwächer als der in der Volkswirt-
schaftlichen Gesamtrechnung ausgewiesene Inländerkonsum, weil
sich der Reiseverkehrssaldo verschlechtert, Zweitens wird die Ent-
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