Full text: Finanzmärkte (50)

mungen mit Devisenhandelsermächtigung zu. Neben den durch die
außenwinschaftliche Verflechtung durchzufUhrenden Zahlungsströ-
men und Transaktionen sind sie generell ermächtigt, fUr Verpflich-
tungen gegenUber ihren Kunden in frei konvertierbaren Fremdwäh-
rungen entsprechende Deckungskonten außer bei der OeNB auch im
Ausland zu unterhalten. Ferner ist auf Antrag die Begründung von
täglich fälligen Guthaben bei ausländischen Kreditunternehmungen
und entsprechende Konvertierungsmöglichkeiten in andere Fremd-
währungen innerhalb des von der OeNB festzusetzenden Rahmenbe-
trages (Manipulationsfonds) zulässig. Für den gesamten Kreditappa-
rat beläuft sich dieser Manipulationsfonds gegenwärtig auf 12 bis
14 Mrd. S. Dieser Betrag stellt einen Saldo dar, nämlich Fremdwäh-
rungsaktiva weniger Fremdwährungspassiva (nworking balances").
Devisenhändler sind überdies zur Durchführung von Kassageschäften
in ausländischen Geldsorten sowie von Kassa- und mit höchstens
12 Monaten befristeten Termingeschäften in frei konvertierbaren
Fremdwährungen für eigene Rechnung berechtigt. Die Bemessungs-
grundlage für den Manipulationsfonds hat die OeNB in ihren "Mit-
teilungen an die Devisenhändler und Wechselstuben" festgelegt. In
diesem Manipulationsfonds werden die Forderungen der Kreditun-
ternehmungen gegen die Verbindlichkeiten aufgerechnet. Innerhalb
dieses Rahmens beantragen die Kreditunternehmungen "ihren" Ma-
nipulationsfonds.
Der vom Kreditinstitut beantragte Manipulationsfonds soll ferner
in entsprechendem Einklang mit der Größe des Geldinstitutes stehen.
Spekulationsgeschäfte sollen damit nicht gedeckt werden. Die OeNB
könnte es als Manko ihrer Steuerungsmöglichkeiten ansehen, daß
eine entsprechende Eingrenzung der kurzfristigen Auslandspassiva
beim Manipulationsfonds nicht vorgesehen ist, weil der Manipula-
tionsfonds immer auf den Saldo abstellt. Bei den Auslandspassiva ge-
schieht dies daher zeitweise in Form von diversen Gentlemen's Agree-
ments zwischen Notenbanken und den einzelnen Kreditunterneh-
mungen. Erst bei übermäßig starker Ausweitung der Auslandspassiva
kann es zu entsprechenden Gentlemen's Agreements kommen; so
erstmals im Mai 1971, wobei sich die Kreditinstitute verpflichteten,
40% des Zuwachses ihrer Schillingsverbindlichkeiten gegenüber Aus-
landsgläubigern auf einem unverzinslichen Sonderkonto bei der
OeNB zu halten. Diese Vereinbarung, die jeweils nur für Jahresab-
stände geschlossen wurde, lief mit diversen Modifikationen erst ge-
gen Ende 1979 aus. 1979 wurde gleichfalls ein Gentlemen's Agree-
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